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York, 39, will mit seinem Projekt die Weltmeere retten

Dieser Fotograf hat eine Mission: Er will sie finden, die Helden der Ozeane. Mit seiner Crowdfunding-Kampagne verschreibt er sich der Rettung unserer Weltmeere.

„Die Umwelt liegt mir am Herzen.“ – Dieser Satz verwickelt uns in tiefgreifende Diskussionen, lässt unsere Gedanken schmerzen, hallt uns nach, huscht an uns vorbei – und endet viel zu oft mit: nichts.

York Hovest, internationaler Fotograf, Weltenbummler, Expediteur und Umweltschützer aus tiefster Seele teilt diese Aussage. Der Unterschied: Er konnte es einfach nicht mehr mitansehen, wie unsere Weltmeere mehr und mehr zugrunde gehen: „Es ist das Element, dem wir alle entspringen und es ist einfach unsere Pflicht, es zu bewahren.“ erzählt uns der 39-jährige. Er sah ernsthaften Handlungsbedarf und startete 2017 sein Crowdfunding-Projekt, bereits sein drittes und bisher größtes von allen: „100 Tage Ozeane – Helden der Meere“  – eine Doku, in der sich York auf erneute Expedition begibt, um eben genau diese Helden zu finden, die ihren Beitrag leisten, um der Zerstörung der Ozeane entgegenzuwirken. Dabei wird er uns in seinem Film auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie wir, du und ich, den größten Problemen unserer Meere selbst entgegenwirken können.

York macht ernst. Er dreht nicht nur irgendein schönes Natur-Filmchen, ganz im Gegenteil: Er begleitet Wissenschaftler, Visionäre und Vordenker. Denn das sind die Menschen, die für uns Wegweiser sein können, um das Element Wasser, mit all seinem bunten Leben, zu retten. Das Gute dabei: Es gibt sie schon, die Lösungen, wir müssen sie bloß greifen und umsetzen, gar nicht so easy, möchte man denken. Aber das ist eben keine Ausrede!

 

Eine Begegnung, die alles veränderte

 

Wie wird man denn jetzt zum Umdenker? Wer oder was setzt einem in den Kopf, zu handeln, den Hintern hochzubekommen und nicht nur Worte auszuspucken und dabei die Taten zu vergessen? Bei York war es die Begegnung mit dem Dalai Lama im Jahr 2011. Berührt von seinen Worten gab er ihm ein persönliches Versprechen, nämlich Tibet in Bild und Ton festzuhalten. Sein erstes Projekt: „100 Tage Tibet – Das Versprechen“ rief er 2014 ins Leben. Danach folgte „100 Tage Amazonien“ – eine Reise in die Tiefen des Amazonas, wo er sich auf die Suche nach den letzten indigenen Völkern und die Gefahren, die ihre Existenz bedrohen, machte.

 

100 Tage Ozeane

 

Mit „100 Tage Ozeane – Helden der Meere“ hat er sich nicht nur in den Kopf gesetzt, alle Ozeane der Welt zu bereisen, sondern sich auch weiterhin den ökologischen und sozialen Brennpunkten unserer Welt zu widmen. Ein Weltenbummler, ummantelt von einer Menge sozialer Absichten – York geht als mega Beispiel voran.

„Aber warum jetzt die Weltmeere?“, fragten wir York, der nebenbei auch noch leidenschaftlicher Taucher ist. „Sie sind für unser Überleben wichtig! Die Meeresströmungen transportieren Nährstoffe, Sauerstoff und sorgen für den notwendigen Wärmeaustausch. Geraten diese Dinge durch den Klimawandel oder andere Probleme aus dem Gleichgewicht, hat das fatale Folgen, sowohl für die Lebewesen im Wasser, wie auch für uns. Dadurch werden nicht nur Nahrungsketten zerstört. Der ständige Austausch zwischen den Meeren und der Atmosphäre bestimmt unser Wetter. Ändert sich eine Komponente, hat das Auswirkungen auf alle anderen. (…)“ 

 

Ein Meer voller Müll und toter Korallen

 

 

Wir Menschen neigen ja oftmals dazu, uns erstmal das Kinn so richtig schön blutig zu schlagen, bis wir verstehen, in was für eine Misere wir uns da hineinkatapultiert haben. Dabei wird jeder von uns schon einmal mit einem Umweltproblem konfrontiert worden sein. Da wäre zum Beispiel das riesige Korallensterben. Der Schockmoment, wenn wir uns beim Schnorcheln im Sommerurlaub an die knallbunten Farben von vor ein paar Jahren zurückerinnern, während wir betrübt die beige-graue Koralle ansehen, die sich farblich nicht mehr von ihren Artgenossen unterscheidet. Ein trauriges Bild, verblasste Erinnerungen werden plötzlich real.

Auch sind Müllstrudel heutzutage für jeden ein Begriff. Es gibt fünf davon, teils größer als ganz Europa! Ist das Ausmaß vielleicht so gravierend, dass wir es nicht wahrhaben wollen, weil es uns völlig aus der Bahn werfen würde? Sollte das nicht als Warnung an die Menschen gesehen werden? Ein ohrenbetäubendes Alarmsignal, unseren eigenen Konsum zu überdenken? Ergriffen sind wir spätestens dann, wenn wir uns ein Video auf Facebook anschauen, wie Umweltschützer einer armen Meeresschildkröte ein Stück Plastik aus der Nase operieren. Wir sehen ihr Leiden… und scrollen weiter, weil wir es nicht ertragen können, es uns kalt den Rücken herunter läuft. The struggle is real. Wir sollten uns ein Beispiel an York nehmen. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, predigten unsere Großeltern immer. Und sie haben Recht.

 

Was erwartet uns in der Doku, die York mit dem Crowdfunding-Projekt umsetzen möchte?

 

Bereits 2017 hat es den gebürtigen Weseler auf den Atlantik und den indischen Ozean gezogen. Zusammen mit der Umweltorganisation „Sea Sheperd“ überführte er illegale Hochseefischer und beschützte die Grenzen der Naturreservate – „Operation Albacore“ nannten sie die Mission. Hört sich zurecht verdammt wichtig an. Er half Andrew Hewett beim Säubern seiner Korallenaufzuchtstationen in den zerstörten Riffen der Andamanensee – mit einer Zahnbürste. Alle, die bisher Vertreter der „Tropfen auf den heißen Stein“-Theorie waren, sollten sich warm anziehen.

Der Filmemacher begleitete noch dazu mit seinem eigenen Team, das ihm bei den Expeditionen zur Seite steht, Umweltschutzorganisationen in Norwegen auf der Suche nach verschwundenen Orcas. Auch in diesem Jahr geht seine Ozean-Mission weiter: „2018 werden wir weitere Forschungsstationen und Schiffe im Pazifischen Ozean und den Polarregionen besuchen. Ein weiterer „Held“ wird auch David Katz von „Plastic Bank“ sein, dessen erfolgreichen Kampf gegen die Plastikverschmutzung wir auf Haiti dokumentieren werden. Und gerade weil wir diese Lösungswege heute mehr denn je brauchen, soll unsere Dokumentation die „Helden der Meere“ und Ihre Arbeit beleuchten.“ Nicht zu vergessen sind wohl auch die umso wichtigeren alltäglichen Dinge, die York auf hoher See erlebte. Die Sicherheitstrainings, die auf den Ernstfall vorbereiten, die Rettungen von Fischen, Schildkröten und anderen Meeresbewohnern, die sich in Netzen verfangen haben, von denen so unglaublich viele, wie Geister im Meer herum schwimmen.

 

Haie, die als Beifang sinnlos verenden

 

Wenn er dann kommt, der Ernstfall, muss alles ganz schnell gehen. „Zu sehen, wie tausende Haie, Delfine, Rochen und auch Wale in den Netzen der Hochseefischer als ungewollter Beifang verenden, ist echt harter Tobak. Das macht mich richtig wütend. Es ist ein so unsinniges Sterben!“ – erzählt uns York. Und wir glauben es ihm auf’s Wort, auch wenn sich eine solche Situation unserer Vorstellungskraft entzieht. Dafür muss man es wohl erlebt haben und auch genau deshalb möchte York eine Doku drehen. Er will seine Eindrücke mit uns teilen, um uns das alles näher zu bringen.

 

Was können wir als Einzelpersonen tun?

 

Es gibt so viel und es wird uns schon über alle Kanäle gepredigt – Zeit, um das auch mal in die Tat umzusetzen. York rät vor allem dazu, Plastik massiv zu reduzieren. Die Meere sind schon randvoll damit. Plastiktüten können durch Stofftaschen ersetzt werden, To-go Kaffeebecher gibt’s mittlerweile in den abgefahrendsten Farben und Formen und zwar wiederverwertbar. Ökologisch abbaubare Strohhalme, zum Beispiel aus Bambus, können, sofern nicht ganz darauf verzichtet werden kann, die Plastikware ersetzen. Denkt an die kleine Schildkröte, der der Schrott am Ende in der Nase steckt. Das unfassbare Leiden können wir ihr ersparen. Und wenn ihr das alles sowieso schon beherzigt, werft ruhig einmal einen Blick auf eure Tagescreme, Zahnpasta und Schminke. Mikroplastik gehört wohl zu den größten Übeln unserer Zeit. Aber es gibt Alternativen!

Wenn der nächste Urlaub eine Kreuzfahrt sein soll, achtet zumindest darauf, dass der Anbieter nachhaltig wirtschaftet. Gleiches gilt für Hotels und Resorts, auch für sie gibt es Zertifizierungen und Auszeichnungen.

„Der weltweite Hunger auf Fleisch und Fisch ist utopisch. Um die bald 8 Milliarden Menschen zu ernähren brauchen wir dringend eine Alternative. Der Energiebedarf und die Zerstörungen, die wir unserer Umwelt dabei antun, sind irreparabel. Bereits heute sind die Meere radikal überfischt und gängige Gütesiegel kein Garant mehr für Nachhaltigkeit die rückwirkend der Natur zu Gute kommt!“ – York Hovest

 

Hier kannst du York’s Kickstarter-Projekt mit deiner Spende unterstützen!

 

 

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