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„An der Uni würde ich nicht überleben“: Declan J Donovan im Interview

Wir sprachen mit dem „Pieces“-Sänger, der ganz unverhofft berühmt wurde.

Eben tourte der junge Singer/Songwriter noch als Support mit Alice Merton, jetzt hat er seine eigene Headline-Tour. Im Interview mit Zeitjung verrät er, was er sich von Alice abschauen will und warum er gerade sein absolutes Traumleben lebt.

 

ZEITjUNG: Dein erster Song „Fallen So Young“ hast du für die Hochzeit deines Bruders geschrieben. Auf Soundcloud ist er dann durch die Decke. Hast du mit dem Erfolg gerechnet?
Declan:
Nein, auf keinen Fall. Ich war damals noch am College und plante, ganz normal an die Uni zu gehen – ich hätte nie gedacht, dass mir sowas passieren könnte. Als ich die Reaktionen auf Soundcloud sah, wusste ich, jetzt ist der Moment es zu probieren.

Und es hat geklappt.
Ja! Ich lebe mein absolutes Traumleben im Moment.

Was hättest du ansonsten studiert?
Wahrscheinlich irgendwas mit Musik. Oder Business, um dann einen richtigen Job zu kriegen. Aber ich bin so froh, ist es anders gekommen.

Willst du dann in ein paar Jahren an die Uni zurück?
Definitiv nicht. Ich würde dort kein Semester überstehen. Ich habe ja nicht mal am College etwas für die Schule gemacht – ich bin einfach nicht der akademische Typ. Und die Bühne würde mir zu sehr fehlen. Das Gefühl vor einer Crowd zu stehen macht einfach süchtig.

Was war dein schönster Moment auf der Bühne?
Wir haben in Deutschland mal unser 90-Minuten-Set gespielt und eigentlich keine Zugabe geplant, da der Zeitraum das nicht zuließ. Als wir aber mit „Pieces“ endeten und von der Bühne gingen, verlangte das gesamte Publikum „Pieces again!“ und so spielten wir genau dasselbe Stück nochmal. Sie haben die Worte regelrecht zurückgeschrien. Ich liebe meine deutschen Fans.

Was magst du an Deutschland am liebsten?
Schwierige Frage. Ich liebe Berlin und die Menschen da. Ich war schon so viele Male in Berlin, dass ich mich mittlerweile gar nicht mehr als Tourist oder Ausländer fühle. Ich könnte es mir gut vorstellen, ein paar Monate da zu leben. Nicht länger – sonst würde ich meine Neffen zu sehr vermissen.

Deine Neffen?
Jap, das sind meine kleinen Lieblinge. Oli ist vier Jahre alt und Baby Max ist erst ein paar Monate jung. Immer wenn ich von einer Reise oder jetzt von Konzerten heimkomme, stell ich kurz daheim meine Taschen ab und bin dann gleich auf dem Weg zu ihnen. Wir sind uns sehr nah. In den ersten zwei Lebensjahren von Oli war ich jede Woche mit ihm unterwegs, bei Max geht das leider nicht mehr so gut.

Wenn wir es grad von Kindern haben: Was ist deine liebste Kindheitserinnerung?
Als ich ca. vier Jahre alt war, war ich ein riesiger Toy Story Fan. Nach meinem ersten Schultag kam ich heim und meine Mama hatte mir eine supercoole Buzz Lightyear Figur gekauft. Eigentlich sollte die für meine eigene Headline-Tour Maskottchen werden.

Bis jetzt warst du vor allem als Support Act unterwegs. Was lernst du da?
Von Alice Merton und auch von Tom Walker versuchte ich vorallem, die Fan-Interaktion zu lernen. Es ist mir sehr wichtig authentisch und ehrlich und lustig aufzutreten. Ich versuche meine Show nicht zu ernst zu nehmen und auch viele kleine Storys zu erzählen.

Mit welchem Künstler würdest du gerne mal auf Tour?
Mit Coldplay. Oder Ed Sheeran und John Mayer. Einfach jemand, der in einem großen Venue spielt. Und stell dir vor, ich könnte die dann jeden Abend gratis spielen hören.

Momentan sind viele britische Singer/Songwriter sehr erfolgreich. Was unterscheidet dich von Lewis Capaldi, Sam Smith und Co.?
Ich will nicht extra wie jemand erfolgreiches klingen. Wir sind nun mal alles britische Sänger mit Piano und Gitarre, da kann es wahrscheinlich schon mal ähnlich werden. Ich versuche, einfach mein Ding zu machen und immer ehrliche, persönliche Texte zu schreiben.

Stimmt, deine Texte sind sehr persönlich. Hast du kein Problem damit, das mit der Welt zu teilen?
Ich war schon immer eine sehr offene Person. Der beste Weg, mit einem Problem fertig zu werden, ist darüber zu reden. Wenn ich einen Song veröffentliche, ist das immer ein guter Anlass, mit Freunden oder Familie über das jeweilige Thema zu reden.

Wie gehst du mit negativen Kommentaren dazu um?
Die kommen gar nicht an mich heran. Ich lebe jeden Tag mein perfektes Leben, bin gerade genau so wie ich sein möchte und mache das was ich gut finde. Wäre das nicht so, würden mich die ‚Hater’ wahrscheinlich viel mehr beschäftigen. Und wenn es mich mal beschäftigt versuche ich es ins Witzige zu ziehen oder mich drüber lustig zu machen. Lewis Capaldi macht das auch so und das funktioniert ganz gut – und generell immer auf das Gute konzentrieren.

Was hältst du von Social Media generell?
Hätte ich die Wahl, hätte ich wohl keine Profile. Ich habe nie den Drang, wenn ich was Cooles mache oder was Geiles esse, das zu posten. Aber wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem Social Media nun mal die beste Werbeplattform für die neuen Songs und Konzerte ist. Ich benutze es einfach als Verbindung zu meinen Fans und als weitere Interaktionsmöglichkeit.

Was machst du, wenn du nicht auf Tour bist?
Dann bin ich in meiner Heimat und sehe meine Neffen. Oder ich gehe shoppen und treffe Freunde zum Essen. Momentan versuche ich gerade, fit zu werden, daher bin ich auch viel im Gym oder beim Joggen anzutreffen.

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Bildquelle: Ed Cooke

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