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Stellungswechsel: Jetzt ist der beste Zeitpunkt, deinen Körper zu erforschen!

Unsere Autorin sitzt in Quarantäne und findet: Die Zeit zuhause kann man jetzt ganz wunderbar für sich und seinen Körper nutzen.

Wer die Welt retten will, der bleibt aktuell zuhause. Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff und auch wenn wir es ungern zugeben angesichts der vielen Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen und Supermarkt-Kassierer*innen, die momentan praktisch Tag für Tag ihr Leben für diejenigen von uns riskieren, die einfach zuhause bleiben können: Quarantäne, Home Office und der vollständige Verzicht auf soziale Kontakte können ganz schön langweilig sein. Und das ist auf Dauer eben auch nicht gut. 

Was also tun, wenn man schon mit all seinen Freund*innen via Skype telefoniert, die Wohnung geputzt, den Kleiderschrank aussortiert und Netflix komplett leer geschaut hat? Meine Antwort darauf lautet: Mach’s dir selbst. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, deinen Körper zu erforschen, neue Dinge über dich zu lernen und der Lust einfach mal freien Lauf zu lassen. 

Anbieter von Sextoys gehören (neben Netflix und Supermärkten) wirtschaftlich gesehen zu den absoluten Gewinnern der Corona-Krise. Offenbar nutzen viele Menschen die freie Zeit, um ihr Sexleben mal wieder anzukurbeln, sowohl alleine als auch gemeinsam. Sexspielzeug ist meiner Meinung nach allerdings gar nicht mal nötig, um die Zeit zuhause mit dem ein oder anderen Orgasmus zu verschönern.

Mein Tipp ist: Nimm dir Zeit, deinen Körper mal wieder richtig ausgiebig mit deinen Händen zu erforschen. Das kann zum Beispiel bei einer heißen Dusche beginnen, oder auch ganz einfach im Bett, direkt nach dem Aufwachen, wenn dein Kopf noch nicht voller Gedanken und Sorgen ist. Viele von uns wollen die Selbstbefriedigung nach einem stressigen Tag auf der Arbeit nur schnell hinter sich bringen, sodass richtige Lust bei und an der Masturbation nur selten aufkommt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um genau das zu ändern und echte Zeit in die Selbstbefriedigung zu investieren. Vorher aber bitte die Hände waschen!

Übrigens: Wenn du mit deinem*deiner Partner*in zusammenlebst, ihr gemeinsam in Quarantäne seid und der Sex so langsam aber sicher auch langweilig wird, weil ihr den ganzen Tag nichts anderes zu tun habt, als euch gegenseitig anzufassen: Versucht es doch einmal mit Selbstbefriedigung vor eurem*eurer Partner*in. Dabei darf jeder nur sich selbst anfassen, der Körper des anderen ist Tabu. So, wie es bezüglich Corona eben auch vom Robert Koch-Institut geraten wird. Sicherheits-Abstand: 1,5 Meter. Nur eben in sexy.

Sex und Feminismus, das passt nicht zusammen? Doch, wie unsere Kolumne „Stellungswechsel“ beweist. Nadine Kroll befasst sich mit den Fragen, die junge Menschen und speziell Frauen, die gerade ihre Sexualität entdecken, ganz besonders beschäftigen. Es geht um gesellschaftlichen Wandel, Selbstbestimmtheit, neugewonnene Freiheiten, Frauenrechte und natürlich ums Vögeln, kurz: um sexpositiven Feminismus und darum, dass sich niemand für seinen Körper oder seine Vorlieben schämen muss.

Zur Autorin: Nadine Kroll, geboren 1990, studiert Kunstgeschichte in Berlin. Mit 19 Jahren zog sie aus der schwäbischen Provinz in die Hauptstadt und konnte zum ersten Mal ihre Sexualität ausleben. In Blog-Artikeln ließ sie neugierige Leser 2013 erstmals an ihren Erlebnissen teilhaben und legt nun mit ihrem Buch „Stellungswechsel“ umfassend und ungeschminkt Zeugnis von den hellen und den dunklen Seiten ihres Lebens ab.

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Bildquelle: Unsplash; CCO-Lizenz

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