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27 bequeme und unbequeme Wahrheiten über das Kellnern auf der Wiesn

Es gibt so einige Mythen über das Bedienen auf der Wiesn. Unendlicher Reichtum und freie Tage zum Beispiel. Eine Kellnerin erzählt, wie es wirklich ist.

„O’zapft is'“ heißt’s am Samstag um 12 Uhr wieder, wenn der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter mit – hoffentlich nur – zwei Schlägen das erste Fass Bier anzapft. Ab diesem Samstag, 17. September, bis zum Montag, 3. Oktober, werden auf der Münchner Theresienwiese um die 7,5 Millionen Liter Bier (2016) fließen. Wie in Bayern halt so üblich, kommt das flüssige Gold in Maßkrügen daher – mit (knapp) einem Liter drin.

Gebracht werden den Besuchern die Maßen (an alle Ignoranten, Unwissenden oder Sprach-Laien: Kurzes „a“ bitte, wie in „Kassen“ oder „lassen“) von feschen Jungs und Madln, gestandenen Frauen und Männern in Dirndl und Lederhosen. Und kaum wuchten sie die zehn Krüge auf einmal auf den Biertisch, wachsen der Fantasie der Leute Flügel. „Die verdienen doch über 10.000 Euro in den zwei Wochen“ oder „Der kann bestimmt mal einen Tag ausschlafen“ sind zum Beispiel solche Hirngespinste. Und die werden dann fleißig weitererzählt, bis sie jeder glaubt. Hat man doch schon so oft gehört, nicht wahr. Muss ja stimmen.

 

„Stundenlohn? Haben wir nicht“

 

Stimmt aber nicht. In den meisten Fällen ist das, was die Leute erzählen oder „so hören“ Bullshit. Nur weil es der Kumpel gesagt hat und von jemandem erfahren haben will, den er angeblich kennt, muss das Gequake noch lange nicht wahr sein. Deswegen haben wir mal eine Bedienung gefragt. Stephi* (27) arbeitet seit vier Jahren auf dem Oktoberfest, zwei davon als Kellnerin in einem der großen Festzelte, und hat ZEITjUNG verraten, was eigentlich wirklich Sache ist in den Bierzelten dieser Stadt. Und sie ist uns Rede und 27 Antworten gestanden…#

Analogfotografie, Rotlichtmilieu, Interviews: Hier findest du noch mehr zum Oktoberfest auf ZEITjUNG.

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    Ja, wir ziehen das durch. Zwei Wochen lang.

    Es gibt nur ein Gas: Vollgas!

 

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    Psst: Es sind gar nicht 14 Tage. Sondern 16, manchmal 17. Am Stück.

    Und wir sind da. Jeden. Einzelnen Tag. Wenn der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit, auf den Montag danach fällt, wie dieses Jahr, sogar einen Tag länger.

 

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    Wir sind schon mal bis zu 15 Stunden im Zelt.

    15 Stunden. Plus An- und Abfahrt, frühstücken, anziehen, duschen, … merkste was?

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