Fastenzeit: 3 Diät-Trends – und was die Wissenschaft dazu sagt

Smooties, Paleo, Wasser nur aus Früchten – wie healthy ist der „Healthy Lifestyle“ wirklich?

„Healthy Lifestyle“ – seine größten Promoter sind Influencer in den sozialen Medien. Sie rühren die Food-Trend-Trommel, sie machen Detox, sie Fasten. Sie sind fit und sprechen ein junges Publikum an. Als Follower bewegt man sich auf einem dünnen Grad: ernstzunehmende Diät oder verrückter Nischen-Bullshit? Man denke an Blogger, die sich wie Steinzeit-Menschen ernähren oder kein Wasser mehr trinken.

Wir stellten der Ernährungswissenschaflterin Astrid Donalies 3 Fragen zu 3 (absurden) Diät-Trends.

Manche Blogger schwören auf die „Dry-Fasting-Diät“. Sie verzichten monatelang auf Wasser und nehmen Flüssigkeit via Fruchtverzehr auf. Was passiert mit dem Körper, wenn man trockenfastet? Und wenn man das für einen längeren Zeitraum macht?

Wer zu wenig trinkt, wird schnell müde und kann sich schlecht konzentrieren. Denn bei Flüssigkeitsmangel wird dem Blut und dem Gewebe zunehmend Wasser entzogen, das Blut „dickt ein“. Der Körper kann harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausreichend ausscheiden und die Versorgung von Muskel- und Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt. Mögliche Folgen können sein: Kopfschmerzen, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit, Verstopfung oder Harnwegsinfekte. Im Gegensatz zu dem was einige Influencer behaupten, ist eine Reinigung des Körpers von Schadstoffen aus wissenschaftlicher Sicht nicht nötig. Ein gesunder menschlicher Körper kann sich selbst „reinigen“, indem er unerwünschte Stoffe über Leber, Nieren, Darm, Haut und die Atmung ausscheidet. Und dafür sollte man genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Tipp von der Expertin: Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter trinken. Am besten zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch. Wer nur wenig Durst verspürt, sollte besonders darauf achten, genug zu trinken – auf keinen Fall weniger als 1,0 Liter pro Tag. Ideal sind kalorienfreie Getränke wie Wasser, sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.

Warum ist so eine Paleo-Diät beliebt? Die Lebenserwartung von Steinzeitmenschen war ja nicht so hoch…

Ein Grund ist, dass man bei der Diät auf ungünstige Fette sowie Zucker, Softdrinks, Fastfood und verarbeitete Lebensmittel verzichtet. Dies entspricht dem Zeitgeist vieler Menschen. Der meist starke Gewichtsverlust scheint allerdings vor allem auf die niedrigere Energiezufuhr zurückzuführen zu sein. Es liegen wenige langfristige klinische Studien vor. Der hohe Verzehr von tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch und Eier) wie in der Paleo-Diät ist unter Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten kritisch zu sehen. Zudem kann der völlige Verzicht auf Lebensmittel wie Getreideprodukte (Ballaststoffe, B-Vitamine), Hülsenfrüchte (hochwertige Proteinquellen, Ballaststoffe, B-Vitamine) und Milchprodukte (Calcium, Jod, Ribofla) langfristig zu einem Nährstoffmangel führen.

Tipp von der Expertin: Abnehmen ist mehr als das Weglassen von Lebensmitteln, sondern ist eine Verhaltensumstellung. Wer dabei Hilfe braucht, sollte sich nicht bei Influencern kundig machen, sondern auf die Expertise von qualifizierten Ernährungsberatern (z.B. DGE) setzen.

Nun zu den Influencer-Diäten, wo einfach alles püriert wird. Sind Frucht-Smoothies nicht voller Fruchtzucker, daher auf Dauer ungesund?

Frucht-Smoothies enthalten natürlicherweise Fruchtzucker, der den Blutzucker ansteigen lässt. Vor allem bei Fertigprodukten sollte auf die Zutatenliste geschaut werden. Man sollte also nicht zu viele Smoothies trinken. Und: Obst und Gemüse bieten ein „Kauerlebnis” und eine geschmackliche Variationsbreite, die bei den Smoothies verloren geht. Durch das Kauen dauert der Vorgang des Essens auch länger als beim raschen Hinunterschlucken eines Getränks. Wenn man kaut, kommt der Sättigungseffekt besser zur Geltung.

Tipp von der Expertin: Täglich sollte man mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst essen. Das empfehle ich auch. Aber mehr als einen Smoothie (200–250 ml) pro Tag sollte man nicht trinken. Denn das würde unseren Tagesbedarf überschreiten.

Bildquelle: Unsplash, CCO-Lizenz

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