3 Jungs, 1 Segelboot, 1 Weltreise: Der Atlantik wurde überquert!

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Von Bastian Langer

Drei Jungs on tour: Mit einer alten Segelyacht, frisch geschliffenen Kochmessern und Macheten, einem Haufen Surfbrettern und einer gehörigen Portion Abenteuerlust auf großer Fahrt! Das sind Simon, Jens und Basti von SEASICK SAILING und ihr Ziel ist die Karibik, bitchachos! Jetzt sind sie auf der anderen Seite des Atlantiks angekommen und feiern akribisch karibisch.

 

Sonntag, 18.12.

 
03:30 Uhr. „Land in Sicht!“ Ich wache sofort auf, genauso wie Simon eine Koje weiter. Jens steht oben am Ruder, es ist stockdunkel, aber dort in der Ferne sieht man die Lichter einer Insel. Endlich! Wir freuen uns wie kleine Kinder zu Weihnachten, dann lege ich mich wieder hin und erwarte erst wieder geweckt zu werden, wenn alle Hände zum Anlegen gebraucht werden.

09:00 Uhr. Als ich wieder aufwache, ist es schon sehr hell und die Uhr verrät mir, dass wir eigentlich schon am Steg liegen müssten. Stattdessen pflügt sich LIV aber mit ordentlich Lage durch die Wellen. Wir sind an der Ansteuerungstonne vorbeigesegelt und müssen jetzt wieder gegen den Wind zurückkreuzen. Wie unnötig! Ein paar Stunden später machen wir endlich in der Marina Le Marin fest. Wir haben es geschafft! Wir haben den Atlantik überquert! Geil, Leute! Wir freuen uns, High Five, Umarmung, sehr nice! Doch das Kolumbus-Feeling bleibt aus. So richtig emotional wird’s nicht. Vermutlich, weil wir in Gedanken schon ein wenig bei der nächsten Woche sind, denn da haben wir einiges zu reparieren und wissen nicht, ob wir das alles schaffen… Aber jetzt wird erstmal ein wenig gefeiert. Nach ein paar Drinks und ein oder zwei Runden Bier-Boccia landen wir dann schließlich in einer Pizzeria. Nicht sehr karibisch (bis auf die Fugees aus dem Ghettoblaster) aber nach vier Wochen auf hoher See einfach geil!

 

Freitag, 23.12.

 
16:00 Uhr. Wir laden unsere Siebensachen ins Dinghi (kleines Beiboot): Rum und Schampus, ein paar Gläser, Brotzeit, unsere Mega-Boombox und natürlich die frisch gekaufte, hammergeile Machete. Mit der kompletten Crew machen wir uns im überladenen Dinghi auf dem Weg zum Strand. LIV liegt mittlerweile in der Bucht zusammen mit hunderten Ankerliegern. Irgendwie haben wir es in der letzten Woche geschafft, all das zu erledigen und zu reparieren, das auf unser meterlangen Liste stand. Wir kommen am Strand an, laden unsere Sachen aus und drehen die Musik lauter. Jetzt beginnt die Zeit, auf die wir uns seit über einem Jahr freuen und wegen der wir seit Monaten unterwegs sind. Alles passt gerade und ich merke, dass ich jetzt so richtig angekommen bin.

18:30 Uhr. Mittlerweile ist es dunkel und wir tanzen zur Musik. Der Rum ist schon fast leer und wird mittlerweile mit frischem Kokosnusswasser und Limettensaft gemischt. Es ist nämlich gar nicht schwer, auf so eine Palme zu klettern und sich eine Kokosnuss zu holen. Und mit meiner super Machete knackt man die Nuss dann auch recht schnell. Besser geht’s nicht! Kurz darauf kommt die Champagnerflasche zum Vorschein, mit der wir seit unserer Abschiedsfete durch die Weltgeschichte fahren und die für genau diesen Moment gedacht war. Wir sind in der Karibik, bitchachos! Die Machete wird kurzerhand zum Champagnermesser umfunktioniert und dann wird angestoßen!

20:00 Uhr. Irgendwie sind wir jetzt in einer Bar am bzw. über dem Wasser gelandet. Vermutlich, weil es hier große, günstige Cocktails gibt. Doch die sind schnell vergessen, als wir lesen was es als „Special of the day“ gibt: „The famous Mango Bay Ribs“! Heute läuft echt alles! Die Ribs sind der Hammer, die Cocktails auch. Frisch gestärkt und gut gelaunt machen wir uns auf zur Strandbar und in eine feucht-fröhliche Nacht, die für uns noch lange dauert.
 

Samstag, 24.12.

 
10:00 Uhr. Noch mit Schlaf in den Augen ziehen wir den Anker hoch und verholen an die Schiffstankstelle. Dort gibt es nämlich auch Frischwasser für den Bootstank. Hinter uns legt ein österreichisches blaues Schiff mit Familie an. Wir sagen Hallo und geben ihnen unseren Sticker. Hoffentlich trifft man sich mal wieder! Wir setzten Segel und lassen uns hinaustreiben. Der gemütliche Teil unserer Reise hat begonnen.

Da wir diesmal so lange gebraucht haben, gibt’s die nächste Episode schon bald für euch. Wir erkunden zur Zeit Martinique und St. Lucia. Ein gesundes Neues wünschen wir euch auf jeden Fall schon mal!