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Donald Trump: Die Realität schlägt zurück, wenn du sie nicht beachtest

Trumps Sieg in den USA wird auch die politische Landschaft in Europa nachhaltig bräunen. Aber reicht es aus, nur zu hoffen, dass wir keinen deutschen Trump erleiden werden?

Nun ist es amtlich. Ein Immobilienmogul und Reality-TV-Star wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Das von populistischen Eruptionen geprägte Jahr 2016 ist vorüber und mit der nun amtlichen Bestätigung dieser Vergangenheit beginnt das neue Jahr. Noch nie war eine US-Wahl so populistisch und aggressiv geführt worden, wofür auch die Medien als hervorragende Plattform dienten. Jeder konnte in sozialen Medien Kommentare jeglicher Form verbreiten, wodurch Inhalte verwässert wurden. Auch Amerikas erster designierter Twitter-Präsident verstand dies geschickt einzusetzen. Doch bewegt uns all das wirklich so stark, wie es der mediale Aufschrei vermuten lässt, oder hat es für uns eine ähnliche Brisanz wie die Meldung über die gewählte Show-Prominenz im RTL-Dschungelcamp? Wie verändert sich schon unser einzelnes Leben, wenn Ikonen der Anti-Politik an der Spitze unserer mächtigen Staaten stehen? Eines steht fest: Es wird interessant und unterhaltsam, was Trump mit seinem Amt letztlich umsetzen wird und welches politische Echo nach Europa schallen wird.

Europas Situation

Amerika steht vor einem radikalen Umbruch. Kommende politische Veränderungen bei uns in Europa zeichnen sich ebenso bereits ab. Karikaturisten und Satiriker spitzen die Stifte und werden zu unser aller Unterhaltung politische Erdbeben weltweit entsprechend kommentieren. Unterhaltung ist auch, wenn wir echauffiert auf unseren Bildschirmen verfolgen, wie Deutschlands Promi-Kabinett sich die ekelhaftesten Gourmet-Variationen aus australischen Insekten kameragerecht hinunterwürgt. Betrachtet man allerdings Donald Trumps Wahlversprechen und verbale Ausscheidungen während einer der würdelosesten US-Wahlkämpfe, so bleibt uns das Essen (egal welchen Inhaltes) im Halse stecken. Noch dazu, wenn wir auf mögliche Wahlergebnisse erschütternden Ausmaßes in Europa blicken.

2016 berichteten Journalisten in seismographischer Manier über jede Schockwelle der politischen Veränderung. Dies wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein, denn Wahrheiten warten darauf, mutig aufgedeckt zu werden. Europas Rechtsruck ist deutlich spürbar, die Briten wollen sich nicht nur geographisch vom Europäischen Festland abspalten, Ungarns Staatsoberhaupt möchte um sein umzingeltes Land am liebsten ein paar Zäune bauen und Herr Erdogan darf seelenruhig vor unserer Haustür eine Diktatur errichten. Nicht nur die Niederländer, Franzosen und Griechen wählen 2017 eine neue Regierung. Am 24. September steht bei uns die Bundestagswahl an und man darf sich womöglich schon jetzt auf einen ermüdenden, polemischen Wahlkampf ganz nach amerikanischem Geschmack einstellen. Populismus gepaart mit dem Verlust des respektvollen Umgangs prallt auf die Nachwellen einer jahrelang verkorksten Finanz- und verantwortungslosen Asylpolitik. 2017 sollte uns der politische Zirkus demnach weiter viel Aufmerksamkeit abverlangen.

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