Baumwollschlüpfer oder Spitzenstring: NEIN heißt NEIN!

Mann wird von Vergewaltigung freigesprochen wegen "falscher Unterwäsche"

Schon gewusst? Wenn ihr am Morgen die falsche Unterwäsche wählt, dann seid ihr selbst schuld, wenn euch am Abend jemand vergewaltigt. In Irland wurde aus diesem Grund kürzlich ein 27-Jähriger freigesprochen. Er soll ein 17-Jähriges Mädchen missbraucht haben, das aber eben einen Schlüpfer mit Spitze trug. Da kann ihr natürlich niemand mehr helfen.

 

What the fuck?

 

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Diese Frage ist das Einzige, was im Kopf zurückbleibt, wenn man diese Meldung aus Irland liest. Da steht ein junger Mann vor Gericht, weil er ein Mädchen vergewaltigt hat und wird freigesprochen, weil man ihrem Aufzug nach wirklich nicht sagen kann, ob sie nicht eh geplant hatte, dass sie mit jemandem schlafen wird. Okay – nochmal zum Mitschreiben bitte. Ein String mit Spitze,den ich drunter trage, bedeutet also automatisch, dass ich auf Sex aus bin? Und deshalb ist, sobald ich das gute Stück trage, auch eine Vergewaltigung gerechtfertigt? Das ist zumindest das Ergebnis des Prozesses um den Missbrauch einer 17-Jährigen in Irland.

 

#ThisIsNotConsent

 

„You just raped me.“ – „No, we just had sex.“ Im Fall stand Aussage gegen Aussage, doch es gab Zeugen, die beispielsweise beobachtet haben, dass die beiden sich nicht geküsst haben. Das hat der Angeklagte auch etwas anders erzählt. Am Ende beschließt die Jury und allen voran die Verteidigerin Elizabeth O’Connell dann den Freispruch des 27-Jährigen. Ihre Aussage „You have to look at the way she was dressed. She was wearing a thong with a lace front.“ sorgt jetzt natürlich für blankes Entsetzen und auf Twitter haben sich unter den Hashtags #ThisIsNotConsent und #IBelieveHer tausende Frauen mit dem Opfer solidarisiert und posten Fotos ihrer eigenen Unterwäsche mit der ganz klaren Aussage: Nein heißt Nein! Scheißegal, was wir drunter tragen!

 

 

 

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bilder: Unsplash unter CC0 Lizenz

 

 

Seit meiner aus jugendlichem Leichtsinn absolvierten Banklehre bin ich auf der stetigen Suche nach einem vom Spießertum befreiten Leben. Im Moment volontiere ich an der Katholischen Journalistenschule ifp und habe damit endlich die Lösung für mein stark ausgeprägtes Kommunikations- und Mitteilungsbedürfnis gefunden. Meinem verschriftlichten losen Mundwerk könnt ihr über diesen Link folgen!