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Wird Cannabis in Luxemburg bald legal?

Kanada, Niederlande, USA – und bald Luxemburg? Dort könnte das Kiffen demnächst legal werden. Eine Petition hat das möglich gemacht.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Bong, Longpapes, Grinder, Feuerzeug. Was bisher eher nach einer Reise nach Kanada oder Colorado klingt, könnte auch bald ganz in unserer Nähe Wirklichkeit werden. Denn in Luxemburg darfst du dir vielleicht bald ganz legal einen Joint anzünden.

 

Erstes EU-Land mit legalem Cannabis

 

Luxemburg wäre damit das erste Land in Europa, das die Legalisierung von Cannabis vollständig durchsetzt. Denn auch in den Niederlanden ist die Drogenpolitik widersprüchlich: Ab 18 Jahren darf jeder bis zu fünf Gramm Cannabis besitzen und auch konsumieren. Im Coffeeshop einen rauchen, ist auch kein Problem. Schwierig ist es beim Anbau, der ist dort immer noch verboten. Das bringt die Coffeeshop-Betreiber in eine kritische Situation, da diese das Cannabis selbst von Dealern beziehen müssen.

Die künftige Regierung in Luxemburg setzt sich zusammen aus Liberalen, Sozialisten und Grünen. Morgen soll diese vereidigt werden, in den letzten Tagen und Wochen haben sie bereits Verhandlungen geführt. Bei einem ihrer letzten Treffen kamen sie laut luxemburgischen Medienberichten unter anderem zu folgender Vereinbarung:

Herstellung, Kauf, Besitz und Konsum von Cannabis soll straffrei oder sogar legalisiert werden. Allerdings nur für Erwachsene und nur zum persönlichen Gebrauch. Umsetzen will das die neue Regierung bereits zwischen 2018 und 2023.

Bereits jetzt ist Cannabis ein legales Medikament in Luxemburg. Ärzte dürfen es also als Medizin verschreiben, wenn sie davor an einer besonderen Weiterbildung teilgenommen haben. Doch das medizinische Cannabis hat keine berauschende Wirkung.

 

Mit Unterschriften zur Legalisierung

 

Die Grünen starteten im Sommer die Petition „Legalisierung des Cannabis mittels Coffeeshops“. Darin steht zum Beispiel:

– nicht mehr als 5 Gramm pro Person
– der Vorrat an Cannabis darf 500 Gramm nicht überschreiten
– kein Verkauf an Minderjährige
– im 500 Meter Umkreis von Schulen dürfen keine Coffeeshops eröffnet werden
– der Verkauf von anderen Drogen bleibt illegal

Innerhalb eines Tages sammelte sie mehr als 7000 Unterschriften. Genug, damit sich das Parlament mit der Sache beschäftigen muss. Das geschah kurz vor den Neuwahlen im Oktober. Viele Parteien wollten plötzlich auch Cannabis legalisieren und nahmen den Punkt in ihr Wahlprogramm auf.

 

Kiffen unter staatlicher Kontrolle

 

Du kannst also vielleicht bald high werden, ohne ärztliches Attest – und vor allem ohne Angst vor weiteren Strafen. Allerdings sind hier noch einige Fragen offen:

Wird es Coffeeshops geben wie in den Niederlande, so wie es in der Petition steht?
Werden die Leute daheim Pflanzen anbauen dürfen wie in Kanada?
Wird es staatliche Plantagen geben?
Wer wird überhaupt Cannabis kaufen dürfen?

Sicher soll laut luxemburgischen Medien schon jetzt sein: Der Staat wird die gesamte Produktionskette und den Vertrieb im Land kontrollieren. So wollen sie die Qualität garantieren. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen dann in Präventionsmaßnahmen zur Cannabis-Sucht.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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