Wie China Hollywood zensiert

Hollywood

In der westlichen Welt ist sie ein Star, in ihrer Heimat kennt sie fast niemand. Bei den vergangenen Oscars Ende April war die gebürtige Chinesin Chloé Zhao eine der Gewinner*innen des Abends. Ihr Film „Nomadland“, eine Adaption des 2017 veröffentlichten Sachbuchs der US-amerikanischen Autorin Jessica Bruder, konnte gleich drei der heiß begehrten Goldstatuen abräumen. Es ist ein Road-Movie, der von einer Witwe aus dem Bundesstaat Nevada handelt, die nach dem Tod ihres Mannes ihre Heimatstadt verlässt und ohne festes Ziel durch den Westen der USA zieht. Zhao ist erst die zweite Frau, die mit einem Oscar in der Kategorie Regie ausgezeichnet wurde.

Man müsste meinen, für die zentralistische Parteidiktatur unter Präsident Xi Jinping sei Zhao ein gefundenes Fressen für den chinesischen Hang zur Selbstdarstellung. Umso mehr verwundert, dass – in einer Umfrage des ZDF – Passanten von der im Westen zur Star-Regisseurin gewordenen Frau aus dem eigenen Land noch nie etwas gehört hatten. Im chinesischen Intranet sind auch keine Einträge von Chloé Zhao zu finden. Und ihr preisgekrönter Film? In Kinos ist er nicht zu sehen, Berichte und Besprechungen des Filmes sich nicht mehr verfügbar. 

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.