Deepfakes: Fluch oder Segen?

Frau steht neben einer Maske und wird von einem blauen Auge im Hintergrund beobachtet

Wer kann ein Deepfake erstellen?

Grundsätzlich benötigen Deepfakes drei Komponenten: Ein Programm, entsprechende technische Leistung und genügend Bild- und Videomaterial. 

Das Beispiel der FakeApp zeigt, dass es kein Problem ist, an eine entsprechende künstliche Intelligenz zu kommen. Ebenso die technische Leistung reicht bei den meisten neueren Computern und teilweise sogar Handys aus. Zugegebenermaßen, der Prozess kann etwas länger dauern und die Qualität kann leiden, aber an dieser Stelle ist es nur eine Frage der Zeit, bis ausreichend Rechenleistung für einen echt wirkenden Deepfake günstig zu bekommen ist. 

Die einzige Hürde kann das Bild- und Videomaterial darstellen. Dazu ist es wichtig zu verstehen, wie die Algorithmen der Programme arbeiten. 

Am einfachsten lässt sich das mit dem Mark-Zuckerberg-Beispiel vom Anfang erklären. Die Ersteller haben zunächst ein einfaches Video von sich aufgenommen. Im Anschluss mussten sie Bild- und Videomaterial vom Facebook-Gründer selbst zusammen sammeln. Je mehr, desto besser das Ergebnis. 

Ein Algorithmus kann anhand dieses Materials die Mimik Mark Zuckerbergs berechnen und sie über das Gesicht des Erstellers im Ursprungsvideo legen. 

Darin liegt auch begründet, warum Deepfakes vermehrt prominente Persönlichkeiten treffen. Es gibt schlichtweg einfach mehr Bilder und Videos von ihnen im Netz. 

Die kurze Antwort auf die Eingangsfrage ist also „ja“. Auch Privatpersonen können ohne größere Hürden ein Deepfake erstellen. 

Die Vorteile der Deepfake-Technologie 

Vom Gesichtstausch mit der besten Freundin oder dem besten Freund über eine Kreuzung mit dem eigenen Haustier: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Speziell in der Filmbranche wird die Deepfake-Technologie aber regelmäßig eingesetzt. Das prominenteste Beispiel findet sich im Film „Fast and Furious 7“, dessen Veröffentlichung vom Tod Paul Walkers († 30.11.2013) überschattet wurde. Das Werk der Produzenten Vin Diesel, Michael Fottrell und Neal H. Moritz war zum Todeszeitpunkt des US-amerikanischen Schauspielers noch nicht fertig gedreht und so übernahmen seine Brüder Cody und Caleb Walker die restlichen Szenen. Mit Hilfe der Deepfake-Technologie bekam Paul Walker seinen „Last Ride“.

Doch auch die Modewelt, speziell Models, könnten davon profitieren. Waren Fotoshootings in der Vergangenheit oft mit langen Reisen verbunden, könnten Kunden in Zukunft einfach sozusagen ein Gesicht „online kaufen“, ohne dass die Models direkt vor Ort sein müssen. 

Die Realität der Deepfakes sieht aber anders aus.

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.