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Studie: Depressiv durch die Pille?

Neue Studien behaupten, dass die Anti-Baby-Pille in vielen Fällen der Grund für psychische Erkrankungen ist. Kann das stimmen?

Thrombosegefahr und Gewichtszunahme: Die möglichen Nebenwirkungen der Antibabypille sind inzwischen allgemein bekannt. Und trotzdem schlucken sie viele Frauen Tag für Tag. So gut wie jeder Gynäkologe verschreibt schon jungen Mädchen und Frauen zuallererst die Pille – zum Beispiel, damit die Periode regelmäßiger kommt. Das Resultat – über die Hälfte der deutschen Frauen nehmen sie. Das Rezept für die nächste Packung babyfreies Glück hat man schneller in der Hand, als man „Gesundheitsrisiken“ sagen kann.

Parallel dazu werden psychische Krankheiten immer häufiger diagnostiziert. Begriffe wie Burnout und Depression gliedern sich neben häufigen Krankheitsbildern wie Migräne und Rückenschmerzen ein. Mittlerweile entfallen laut Studien der DAK und der BKK mindestens 15 bis 17 Prozent der Arbeitnehmer aufgrund psychischer Erkrankungen.

Gibt es da einen Zusammenhang?

 

Die Hormone begünstigen Krankheiten

 

Eine Studie sagt nun: Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen Depressionen und der Einnahme der Pille. Das Risiko einer Depression steigt nach sechsmonatiger Pilleneinnahme um 40 Prozent, bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren sogar um erschreckende 80 Prozent, wie Forscher der Universität Kopenhagen herausfanden. Als depressiv wurden Frauen eingestuft, die nach einer längeren Einnahme der Antibabypille eine ärztliche Diagnose für Depressionen erhalten hatten oder sogar mit Antidepressiva behandelt wurden. Daten wurden dabei nur von Frauen gesammelt, die keine psychische Krankheitsgeschichte hatten und nicht an Thrombose, Krebs oder Unfruchtbarkeit litten.

Die dänische Studie wurde von 1995 bis 2013 durchgeführt, das sind ganze 18 Jahre. Über eine Millionen dänische Frauen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren wurden dafür untersucht. Grund für die schwerwiegenden Krankheiten sollen die Hormone sein, die vielen Verhütungsmethoden beigefügt sind – wie eben auch der Pille.

Tanja Adamietz, Heilpraktikerin der Frauenheilkunde in München, bestätigt die Ergebnisse der Studie durch eigene Erfahrungsberichte: „Die meisten meiner Patientinnen kommen zu mir, weil sie eine Alternative zur Pille finden möchten. Dabei spielt körperliches Unwohlsein und Depression oft eine große Rolle.“

 

Kritik an der dänischen Studie bleibt nicht aus

 

Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, kritisieren Experten die schnelle Schlussfolgerung auf einen eindeutigen Zusammenhang der Antibabypille und einer Depression. Allgemein sind Depressionen und ihre Auslöser noch zu wenig erforscht, heißt es. Speziell die hohen Prozentzahlen bei den jugendlichen Patientinnen mit Depression hätten andere Ursprünge: Da spiele vor allem die Pubertät und die schmerzlichen und emotionalen Erfahrungen einer ersten Liebe eine große Rolle.

 

Liebeskummer tut weh, keine Frage. Aber ist man deshalb depressiv?

 

„Bei jungen Frauen spielen viele verschiedene Faktoren hinein“, meint Tanja Adamietz gegenüber ZEITjUNG, „sie befinden sich in einer Umbruchphase, sie werden erwachsen, dabei verändert sich unheimlich viel im Körper und Geist der jungen Frauen. Dadurch sind sie sehr anfällig, durch äußere Einflüsse aus dem Gleichgewicht zu geraten. Kommt die Pille mit ihrer starken Auswirkung auf den Hormonhaushalt hinzu, können daraus schneller Stimmungsschwankung bis hin zu Depression entstehen.“

Um die kleine Pille wird immer wieder große Furore gemacht. Absetzen tun sie deshalb trotzdem wenige. Sie verlockt nun mal durch ihre unkomplizierte Einnahme und sehr sichere Wirkung. Und manchmal wird einem sogar reine Haut und volles Haar als kleiner Bonus versprochen. Thrombose und Depression vergisst man dadurch leider schnell. Ideal ist die Pille nicht, aber die Alternativen zu ihr sind es auch nicht. Wie wär’s denn jetzt endlich mal mit der Pille für den Mann?

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