Die sexuelle Revolution der Generation-Y

We are you sexuelle Revolution Generation Y

Die New-Yorker Künstlerin Tillet Wright hat das Projekt Self Evident Truths ins Leben gerufen. Sie hat sich vorgenommen 10000 Menschen in den USA zu porträtieren, die sich in jegliche andere sexuelle Neigung einordnen, als strikt hetero. Wenn sie alle 10000 Fotos geschossen hat, will Tillet nach Washington DC reisen, um dort eine Installation aller Fotos auf der National Mal vor dem Washington Monument aufzubauen. Um das Projekt zu finanzieren, verkauft Tillet „We are you“-T-Shirts für 20 Dollar. Ganz nebenbei sind die Shirts auch zum Markenzeichen der Kampagne geworden.

Prominente Unterstützung holt sich Tillet von Kylie Minogue, Sia, Amber Heart, Cara Delevigne oder Penn Badgley. Zuletzt hat sich Lilly-Rose Depp für die Kampagne stark gemacht. Auf Instagram erschien ein Foto von Lilly-Rose und Tillet, die schreibt: „She decided to wanted to be in Self Evident Project because she falls somewhere on the vast spectrum, and I couldn’t be happier to welcome her to the vast family.“

 

 Ist das eine sexuelle Revolution?

 

Ja. Man kann sagen, dass unsere Generation im Moment eine Art sexuelle Revolution durchläuft. Bekanntlich entstehen Revolutionen, wenn das bestehende System nicht mehr mit den Wünschen der Mehrheit übereinstimmt und sich darum bestehende Verhältnisse radikal verändern müssen. Und wenn sich aus dieser Unstimmigkeit eine Gruppierung organisiert, die grundlegende Neuerungen und tiefgreifenden und radikalen sozialen Wandel in Gang bringt. Wie jede Revolution braucht auch diese Vorreiter wie Tillet. Wenn wir ehrlich sind, hätte sie allein nie so ein großes öffentliches Interesse auslösen können. Leider leben wir in einer Welt, in der sich unser Interesse oft nur auf schillernde Persönlichkeiten fokussiert.

Dass dieses Projekt überhaupt Promis braucht, um in den Medien zu laden, ist traurig, aber so ist unsere Welt nun mal. Depp, Delevigne und Co. lenken unsere Aufmerksamkeit auf eine Thematik, die diese eigentlich gar nicht mehr auf sich ziehen sollte: Sexualität in der Generation-Y. Dabei existieren in unserer Generation doch schon längst keine Grenzen mehr zwischen “Gay”, “Trans”, “Straight“ und anderen Neigungen. Der Trend geht viel mehr dahin, dass ein Großteil von uns sich nicht eindeutig als hetero aber auch nicht eindeutig als homosexuell einstuft. Und das ist auch ok. In der Liebe gibt es nicht darum, zur einen oder anderen Seite zu gehören. Das menschliche sexuelle Spektrum besitzt keine Grenzen.  

 

Die Kinder der Generation-Y

 

Tillet erzählt in ihrem Video, dass wir in unserer Kindheit Entdecker sind, die experimentieren. Wir tragen grauenvolle Frisuren, merkwürdige Hosen, lassen uns Piercings stechen, die wir spätestens mit 20 wieder entfernen lassen. Genau dafür sind wir doch Kinder. Wir werden dazu erzogen, nach Glück zu streben, aber eigentlich wird uns die Möglichkeit verwehrt wirklich glücklich zu sein, wenn uns immer eingeredet wird, dass ein Teil unserer Persönlichkeit, die Sexualität, uns zu einem Freak machen könnte. Ihre Beobachtung ist ein Weckruf. Und irgendwie hat sie recht.

Sich vor seinen Eltern und Freunden zu outen, ist heute immer noch ein riesiger Schritt. Ein Schritt, der Mut erfordert und Ängste schürt. Ängste, die es in einer modernen Gesellschaft nicht mehr geben sollte. Unsere Generation könnte sich in Folge dieser Revolution zu einer viel offeneren und toleranteren Generation entwickeln als die unserer Eltern und Großeltern. Wir könnten etwas ganz Grundlegendes verändern. Und es beginnt mit der Erziehung unserer Kinder. Wir sollten es ihnen und unseren Enkeln ermöglichen, ohne Ängste und Vorurteile frei zu lieben. Völlig gleich, zu wem sie sich hingezogen fühlen.    

 

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