Weiblich, jung, berauscht: Warum Frauen heute pragmatischer mit Drogen umgehen

Frau Amsterdam Marihuana

Die zunehmende Freiheit der Frauen verschafft ihnen immer mehr Möglichkeiten – im Beruf, in der Ehe und in der medialen Darstellung. Doch auch die Schattenseiten freier Entfaltung machen sich bemerkbar. Drogenkonsum gehört dazu, doch junge Frauen sehen das Thema weniger hysterisch, denn oft wissen sie durch ihre Eltern und ein modernes, aufgeklärtes Umfeld, was okay ist und was nicht.

Die Neugier auf Rausch und Bewusstseinserweiterung hat Generationen beeinflusst und geprägt. Doch mit gesellschaftlichen Veränderungen verschieben sich auch die Einflüsse. Feminismus und Emanzipation haben dabei durchaus zu kontroversen Situationen geführt. Einerseits gibt es die Wahl Nein zu sagen, andererseits den Druck, die vorhandenen Freiheiten auskosten zu müssen. Die spätere Rolle als Karrierefrau und Mutter führt dann in manchen Fällen dazu, Drogen als Druckkatalysator zu nutzen. Doch gerade junge Frauen wissen immer besser Bescheid über den Rauschmittelspagat zwischen Kick und Entspannung.

 

History of female drugs: Weiblicher Alltagsrausch

 

In den 70er Jahren fing es an: Frauen rauchten und tranken, um ihren Status als emanzipierte Teile der Gesellschaft sichtbar zu unterstreichen. Die Folge: Immer mehr Frauen starben an Lungenkrebs, der Brustkrebs wird bald von der Nikotinsucht in der Hitliste der weiblichen Todesursache überholt werden. Süchtig machende Alltagsdrogen wie das heute noch berühmt-berüchtigte Frauengold galten schon in den 60er Jahren als Frauendrogen, die aber weniger dem Zweck der Befreiung der Frau diente, sondern eher dem Gegenteil. Das Image von Drogen ist heute ambivalenter, weil der Konsum bewusster, die Vielfalt größer und die Wissenschaft weiter ist. Beispiel dafür sind klassische Aufputschmittel, vor allem von Berufstätigen eingesetzt, die bei Männern drei Mal heftiger wirken. Sogar bei der Alltagsflucht haben die Männer einen Startvorteil. Muss aber nicht schlecht sein.

 

Gehirn aus, Gehirn an, Pille raus

 

Für jüngere Frauen sind Drogen weniger Kompensation für Stress oder Lebensängste, vielmehr geht es um das Verstärken von Gefühlen und den Kitzel des bewussten Kontrollverlustes. Oft ist reiner Lustgewinn das Ziel, seltener das pure Vertreiben von Langeweile. Die dafür bereitstehende Vielfalt an Drogen ist neurologisch eine Achterbahnfahrt, die kaum zu fassen ist, wenn man nicht drin sitzt – für Außenstehende oft nur grafisch fassbar, wie es die Künstlerin Megan Li einst versucht hat. Dass für junge Frauen der Konsum von Drogen so selbstverständlich scheint, ist schon durch die Pille zu belegen, mit der junge Mädchen Hormone nehmen, als wären es Gummibärchen. Die Pille ist nicht umsonst ein nach wie vor starkes Symbol der Emanzipation, auch wenn viele Frauen sich mit anderen Verhütungsformen wie Spiralen aus der Hormonabhängigkeit und ihren Folgen befreien wollen.

 

Wenn Frauen mit Drogen Karriere machen …

 

Was junge Frauen mit den Waffen der Aufklärung lernen können ist, dass Freiheit nicht bedeutet, frei zwischen immer mehr Abhängigkeiten wählen zu können. Die moderne Identifikation von Frauen basiert auf der Chance, den Rausch für alle besser zu machen, indem sie selbst die Regeln des legalen Rausches mitbestimmen. Bestes Beispiel ist der zunehmende Markt legaler Cannabisprodukte. Die Liberalisierung hat nämlich auch dazu geführt, dass die Besonderheiten dieses jungen Wirtschaftssektors ganz eigene Chancen für Frauen bereithalten. Dieser umfassende Artikel legt umfassend dar, wie der Mix aus Tabuthema, logischen Marktaspekten und weiblichem Selbstbewusstsein in Sachen Rauschmittel eine neue Generation verantwortungsvoller Frauen schafft – nämlich durch Frauen selbst, die wissen, was im Fall von Cannabis für sie und andere okay ist und was nicht.

Bild: FaceMePLS unter cc-by-sa 2.0