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Eindringlich und unverkennbar: Gesichter im Drogenrausch

„Ich konnte an ihren Augen erkennen, wann sie mit dem Kokain angefangen haben.“ Wie sieht er aus, der Drogenrausch? Diese Bilderserie zeigt es.

Wo das Nachtleben boomt, ist auch der Rausch nicht weit. Wer könnte es besser wissen, als die Meschen, die sich darum kümmern, dass unser Glas stets voll bleibt? Als Barkeeper beobachtet man pausenlos, wie der Alkohol die Sinne immer weiter trübt, der Blick wird „matt und teigig“. So jedenfalls beschreibt Les Baker V seine Erfahrungen, die er in all den Jahren hinter der Theke gesammelt hat. Natürlich werden in den Clubs neben dem Alkohol noch ganz andere Substanzen konsumiert. Über die Zeit freundete sich der Fotograf mit einigen Gästen an und durfte sie begleiten, wenn sie zu einem neuen Trip losgezogen sind. Entstanden sind mit „INEBRI-NATION“ spannende und eindrucksvolle Porträtfotografien, die die Augen besonders stark in den Fokus rücken. Der Künstler erzählt ZEITjUNG von seiner besonderen Faszination für unser Sehorgan und weiteren Erscheinungen.

 

Warum hast du dich dafür entschieden, dass du Menschen fotografieren willst, die ihren Verstand durch den Drogenkonsum verändern?

Die Idee kam mir während meiner Arbeit hinter der Bar. Ich habe hinter vielen Bars gearbeitet: In Nachtclubs, Hotels, Spelunken oder Restaurants, was bedeutet, dass ich Kontakt mit verschiedensten Gästen hatte. Als Barkeeper beobachtest du ständig das Rauschlevel deiner Gäste. Nach einer Weile erkennst du auch die Anzeichen anderer Substanzen. An den Augen. Die Augen von Menschen haben mich schon immer fasziniert. Die meisten Menschen haben schon die Augen eines Betrunkenen gesehen, sie sind meistens matt und teigig. Aber die Augen von jemandem auf Methamphetaminen sind unverwechselbar und eindringlich. In einem Hotel, in dem ich gearbeitet habe, hatte ich einmal einen Stammgast. Ich konnte an seinen Augen und denen seines Freundes immer erkennen, wann sie begonnen hatten, zu koksen. Das erste Mal, als ich im Club jemanden auf Drogen sah, war ich ehrfürchtig wegen der ausgedehnten Pupillen beim LSD und der stecknadelgroßen Pupillen bei Opiaten. Ich habe mich mit vielen Leuten angefreundet, die alles Mögliche nehmen. Ich wollte die Erfahrungen illustrieren, die ich gemacht habe und der beste Weg dafür war die Porträtfotografie mit Fokus auf die Augen. Ich wollte, dass die Porträts sehr nah und intim sind.

War es nicht sehr schwierig, an die Leute heranzukommen?

Das war tatsächlich das Leichteste. Durch meine Arbeit im Nachtleben kannte ich jede Menge verschiedenster Menschen. Nachdem ich das Projekt erklärt und ein paar erste fertige Fotos zum Zeigen hatte, gab es einige Freiwillige. All die Begegnungen waren sehr verschieden. Manche kamen in die Bar, in der ich gearbeitet habe, andere habe ich während ihrer „Trips“ begleitet. Die meisten haben ihre Fotos geliebt, aber manche fühlten sich offensichtlich unwohl und deren Fotos habe ich auch nicht veröffentlicht.

Du hast dich mit den Menschen auf deinen Fotos über ihre Drogenerfahrungen unterhalten. Welche Geschichte hat dich am meisten berührt?

Der Mann auf Meth war sehr interessant. Er war im ganzen Land unterwegs, im Grunde war er obdachlos. Er ist sehr offen mit seinem Konsum umgegangen. Der Mann hat von einem Engel erzählt, der unter einer Brücke, unter der der Obachlose lebte, zu ihm gesprochen hat.

 

Crack

Les Baker V Kokain

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