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Dschungelcamp: Wir wissen, was du letztes Wochenende geschaut hast!

Silikon, krabbelndes Getier und jede Menge Bauernschläue: RTL lässt uns nicht im Stich! Und du sie auch nicht – weil du zuschaust.

Vergangenen Freitag starteten die alljährlichen Hungerspiele des Privatfernsehens: RTL präsentiert bereits zum elften Mal „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ #IBES, die Mutter aller Trash-TV-Sendungen. Allein der einleitende Gänsehaut-Trailer lässt Großes erahnen und zudem den Wunsch reifen, eines Tages als TV-Produzent in Köln Deutz tätig zu sein.

„Angst, Ekel, Schmerz“: Der Dschungel 2017 sei noch „härter, böser und giftiger“, soweit die vielversprechende Ankündigung. Plötzlich komme ich mir vor wie im Kapitol von Panem und wünsche mir nichts sehnlicher als „Angst, Ekel und Schmerz“. Bereits seit der Erstausstrahlung im Januar 2004 scheiden sich jedes Jahr die Geister am Reality-TV Format. Während die einen die seichte Unterhaltung zu schätzen wissen und dankbar sind für das gefundene Gesprächsthema mit den Kollegen, könnten die anderen nicht weniger ablehnend reagieren. Den Gipfel dieser Debatte kennzeichnet die Grimme-Preis-Nominierung im Jahr 2013.

 

„Ich bin ganz anders wie ich ausseh’“ (Gina-Lisa Lohfink, 2017)

 

Zugegeben: Der kulturelle Anspruch der Show ist überschaubar, aber soweit die Aufzeichnungen der nunmehr 11 Staffeln zurückreichen, wurde ein solcher auch niemals für das Format beansprucht. Und auch der Unterhaltungswert der Show steht und fällt mit den Bewohnern, die den australischen Dschungel für 16 Tage beziehen. Die diesjährige Mischung sorgte bereits vor Showbeginn für große Entzückung bei den Fans der Show.

Vor allem die Teilnahme von Gina-Lisa Lohfink wurde im Voraus medial stark fokussiert. Sorgte zuletzt der Vergewaltigungsprozess der Frankfurterin für große Empörung, so schien der Einzug in den Dschungel alles andere als ein cleverer Move zu sein, um Ruhe um die eigene Person einkehren zu lassen. Wobei dies wohl auch das Letzte ist, was die Vorzeigevertreter der C-Promi-Riege mit ihrer Teilnahme bewirken wollen.

 

‚Assi-TV’ wird massentauglich

 

 

Teilnehmer wie Ex-Boygroupmitglied, Ex-Solo-Künstler und Ex-Mann von Sarah Connor Marc Terenzi beispielsweise steht in seinem Vorstellungstrailer offen wie selten ein Kandidat zuvor dazu, dass es ihm lediglich um die Kohle ginge. Alle anderen scheinen vor allem das Ziel zu haben, die eigenen Grenzen auszutesten und Deutschland zu zeigen, wie man wirklich ist. Aha. Doch genau diese Intention der Teilnehmer macht das Format massentauglich. Denn obwohl als ‚Assi-TV’ verschrien, sprechen die Einschaltquoten [28,6% (14.01.2017)] für sich. RTL kann sich auf seinen Reichweiten-Garanten verlassen. Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass IBES auch von den Menschen geschaut wird, die am lautesten darüber schimpfen. Aber ist es lediglich die Sensationslust, die verschiedenste TV-Zuschauer am Bildschirm zusammenbringt? Is it as simple as that?

Eben nicht: Denn wie bereits erwähnt, geht es den Campern darum, ihr „wahres Ich“ zu präsentieren. Nun haben einige wenige Show-Teilnehmer tatsächlich den Promi-Status (gehabt), dass man an ihrem wahren Ich durchaus interessiert sein könnte. Inwieweit es sich beim Gezeigten allerdings tatsächlich um den wahren Menschen handelt, sei einmal dahingestellt. Doch bietet dieser quasi-psychologische Ansatz eine hübsche Ausrede, das Verfolgen der Show zu rechtfertigen.

 

Worte für die Ewigkeit

 

Nun ja, ein Großteil der Zuschauer spekuliert wohl darauf, auf den garantierten Fremdscham-Zug aufzuspringen. Viele Wortneuschöpfungen und eigenwillige Redewendungen der vergangenen Staffeln halten sich hartnäckig im Wortschatz von bekennenden Guckern aber auch von (angeblich) unwissenden Format-Verächter:

„My air was away“ (Sarah Knappig, 2011), „Good morning in the morning“ (Michael Wendler, 2014) , „Let’s getty to Rambo“ ( Joey Heindle, 2013),…

Und auch die aktuelle Staffel sowie die ungünstig aneinander geschnittenen Aussagen der Kandidaten haben in den sozialen Medien bereits ihre Fans gefunden:

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