Du bist nicht „zu beschäftigt“, du bist nur ein Schwindler!

du bist nicht beschäftigt, sondern nur schwindler

Eine selbsterfüllende Prophezeiung

Wie hat das geklappt? Nun ja, durch unser ARAS und zwei bemerkenswerte Mechanismen im Gehirn: Da wären einmal das Bewusstsein. Setzen wir uns absichtlich große Ziele, die wir mit dem inneren Auge anvisieren, aktivieren wir unseren Filter so, dass wir uns ausschließlich darauf konzentrieren, was uns weiter an das Ziel bringt. Dazu kommt dann das Unterbewusstsein: Sagen wir uns konsequent „Dafür habe ich keine Zeit“, fokussieren wir uns dementsprechend nur auf jeden noch so abstrusen Grund, das Ziel nicht erreichen zu können. Unser Gehirn, so schlau wie es sein könnte, verschenkt damit massiv sein Potential.

Es glaubt, was wir ihm sagen, dieses naive Ding. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man sowas. Reden wir uns also ein, wir seien zu müde, um abends Zahnseide zu benutzen, werden wir immer beschämt auf dem Zahnarztstuhl sitzen und dem Arzt vorschwindeln, wir würden es wirklich jeden Abend tun – den Karies können wir uns wirklich. nicht. erklären! Wir werden immer vor Netflix versumpfen, drei Stunden am Tag. Und wir werden weiterhin viel zu oft auf unser blödes Smartphone starren und zum achten Mal auf aktualisieren klicken.

„Busy“ sein heißt nicht „produktiv“ sein

Ich verdeutliche kurz unseren Trouble in ein paar Vergleichen:

Mein beschäftigtes Ich hat viele Prioritäten gesetzt. Mein produktives Ich hat wenige, dafür aber große Prioritäten. Mein beschäftigtes Ich ist Multitasking-Genie. Mein produktives Ich fokussiert sich auf eine Sache und macht sie zu Ende, bevor es die nächste angeht. Mein beschäftigtes Ich redet ständig davon „wie busy“ es ist, mein produktives Ich nimmt sich Zeit für Dinge, die wirklich wichtig sind. Das beschäftige Ich mag das produktive nicht besonders.

Die Wahrheit ist: wir alle haben die Zeit, alles zu tun, was wir möchten. Zeit für die Familie zu haben, eine Fremdsprache zu lernen, joggen zu gehen oder ein geiles Mittagessen zu kochen. Konzentrieren wir uns also auf diese eine Sache, die wir durchziehen und erreichen wollen, fallen viele andere unangenehme Begleiterscheinungen weg, die wir durchs Nichtstun mit in Kauf nehmen müssen. Benutzen wir die olle Zahnseide einfach, müssen wir nicht immer wieder selbst sagen, das wir keine Zeit haben, um zum Zahnarzt zu gehen. Schreiben wir die unangenehme E-Mail einfach, dann können wir es aus unserem Kopf löschen – es geht uns besser.

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