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Durchgesuchtet: Super Mario

Ich glaube, es gibt keine fiktive Person, die mir mehr Zeit „gestohlen“ hat, als du. Aber es ist vermutlich der beste zeitliche Diebstahl, der mir in meinem Leben widerfahren ist.

Ich glaube, es gibt keine fiktive Person, die mir mehr Zeit „gestohlen“ hat, als du, Super Mario. Aber das war und ist vermutlich der beste zeitliche Diebstahl, der mir in meinem Leben widerfahren ist. Ich habe dutzende digitale Abenteuer mit dir erlebt, bin Gumbas auf den Kopf gesprungen, habe Koopas das Fürchten gelehrt und Bob-ombs überwunden. Kaum zu glauben, dass dein Meilenstein „Super Mario Bros.“ dieses Jahr 35 Jahre alt wird.

Laufen, springen, Partys feiern

Dabei hast du dich gut gehalten. Du bist gar nicht grau geworden, selbst dein Schnauzbart glänzt wie eh und je in einem gesunden Haselnussbraun. Mein erstes Spiel mit und von dir war „Super Mario Land“, das bekam ich, ich erinnere mich nicht mehr genau, zum achten oder siebten Geburtstag zusammen mit einem Game Boy Pocket geschenkt. Von da an waren wir unzertrennlich, lieber Mario, nicht nur im Bereich der Jump’n’Runs. Wir sind zusammen Kart gefahren, haben auf dem Tenniscourt geschwitzt, haben jede Menge Partys auf fantasievollen Spielbrettern gefeiert und haben, auf dem Rücken eines gewissen Dinos, zahlreiche bizarre Welten durchwandert.

Die Robo-Socke und die brabbelnde Hexe

Dass Videospiele einen Menschen abstumpfen und zu sozialem Rückzug führen – das ist bei mir und mit dir absolut nicht der Fall. Für mich war es immer ein Heidenspaß, zusammen mit meiner Schwester „Super Mario Bros. 3“, „Super Mario World“ oder „Yoshi’s Island“ zu spielen. Die Robo-Socke im erstgenannten Spiel, die geheimen Sternen-Level in „Super Mario World“ und die brabbelnde Hexe Kamek in „Yoshi’s Island“, bei der wir uns heute noch fragen, ob sie nun eine Hexe oder ein Hexer ist – das sind nur ein paar der Highlights, über die sich meine Schwester und ich köstlich amüsierten. Dass sie mir damals verbot, in „Super Mario Kart“ die Abkürzungen zu benutzen, die sie ihrer Meinung nach als erstes entdeckt hatte – geschenkt, darüber kann ich heute lachen.

Wir hämmerten auf Buttons, wir leierten Analogsticks aus

Wenn wir das SNES oder den Nintendo 64 anmachten, kamen wir damals an den Wochenenden häufig alle zusammen, meine Schwester, meine Cousins und eine einzige Cousine (Nicole, beste Grüße). Es war ein regelrechtes Fest, wenn wir gemeinsam „Mario Party“ spielten und uns in den skurrilsten Minispielen gegenüberstanden. „Paddel-Gedaddel“ oder „Fang den Guy“, solche Namen trugen sie und stachelten uns zu fingerfertigen Höchstleistungen an. Wir hämmerten auf Buttons, drehten den Analogstick im Kreis, bis er völlig ausgeleiert war – und das alles bloß für ein paar digitale Sterne und Münzen. Aber, hey, das ist „quality time“, wie ich sie nicht missen möchte.

Auch wenn mir heute oft die Zeit fehlt und es andere Interessen gibt, denen ich mich widme – dich habe ich nie vergessen, Super Mario. Wenn meine Schwester mal zu Besuch ist oder ich über Weihnachten für ein paar Tage daheim bin, und wir die Gamepads in die Hand nehmen, dann ist es immer ein bisschen so wie früher. Und das fühlt sich einfach herrlich an, das kann man nicht kaufen. Das muss man erleben. Manchmal braucht es für Glückseligkeit einfach nicht mehr als eine Videospielkonsole, zwei Pads, einen guten Freund/Bruder/die Schwester, you name it, und einen gewissen italienischen Klempner mit Latzhose, um stundenlang Spaß zu haben. Danke dafür, Super Mario. Darauf einen Pilz.

Das Beste

Wenn man als naives Kind an Heiligabend „Yoshi’s Island“ geschenkt bekommt und die eigene Schwester herausfindet, dass das Spiel nicht etwa nur aus acht Leveln besteht. „Hey, Niklas, da oben kann man ja noch mehr Welten auswählen!“. Tatsächlich waren es SECHS mal ACHT Level, also insgesamt 48 Level. Und Weihnachten war gerettet.

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Bildquelle: Nintendo

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