Eine Idee Liebe: Feste Beziehung – der Niedergang des Begehrens?

Die romantische Liebe ist zum zentralen Motiv unserer Paarbeziehungen geworden. Dass sie der Kitt zweier Menschenleben ist, ist dabei eine noch recht junge Erfindung. Seitdem hat sich viel getan. In dieser Kolumne beschäftigen sich unsere zwei Autorinnen Lena und Rahel mit dem Ursprung der romantischen Liebe. Wo kommt sie her, wo will sie hin? Ist die Liebe zwischen Swipe links und Swipe rechts nur noch ein Produkt der Liebesökonomie?

Machen wir uns nichts vor. Gerade in festen Beziehungen sprühen die Funken nach einer gewissen Zeit nicht mehr so, wie sie es einmal taten. Die leidenschaftlichen Gefühle des Verknalltseins weichen einer ruhigeren Version der Liebe. Und so schön die tiefe Verbundenheit zu einem anderen Menschen auch ist. Manchmal ist es ganz schön langweilig. Und spätestens, wenn man Abend für Abend zusammen auf der Couch vor dem Fernseher lümmelt, anstatt wild übereinander herzufallen, kommt man ins Grübeln. Wohin ist das Feuerwerk der Gefühle verschwunden? Und kann man es wiederhaben?

Die Liebe ist eine ganz schöne Zwickmühle. In einer Beziehung wollen wir auf der einen Seite Spannung, Leidenschaft und tiefes Begehren, und auf der anderen Seite suchen wir nach Sicherheit, Freundschaft und Fürsorge. Dass sich diese Gegensätze nicht leicht unter einen Hut bringen lassen, liegt wohl auf der Hand. Denn Sicherheit und Fürsorge klingen nicht gerade sexy, Action und Abenteuer nicht besonders sicher. Und dennoch, genau diese Attribute erwarten wir von der Liebe und wundern uns, wenn sie an unseren Erwartungen scheitert. Aber ist da gar nichts zu machen? Müssen wir uns in einer festen Partnerschaft damit abfinden, künftig in ruhigem Gewässer zu segeln? Keine hohen Wellen mehr, kein erfrischender Fahrtwind?

Natürlich muss man sich nicht damit abfinden und selbstverständlich gibt es ein paar Tipps, wie man auch in einer festen Beziehung wieder die Segel hissen und an Fahrt gewinnen kann. Wichtig dabei ist jedoch, dass man ein realistisches Verständnis von Liebe hat. Genauso wie am Anfang wird es mit Sicherheit nicht mehr werden, aber anders. Anders gut.

Als Bücherwurm das Licht der Welt erblickt, verzehrt sie auch heute noch Kästner, Precht und Heidegger zum Frühstück. Auf der Suche nach der perfekten Metapher treibt sie das Fernweh in die schönsten Schlupfwinkel der Erde. Wenn sie nicht schreibt oder liest, findet man sie in den Bergen, beim Klettern, oder auf ihrem Pferd durch die Großstadtprärie reitend.