Geklaute Identität: Fake-Profil auf Facebook

Facebook Identität

Das soziale Netzwerk Facebook hat monatlich über 1,2 Milliarden aktive Nutzer. Laut dem Unternehmen sind davon rund 5 bis 6 Prozent Fake-Accounts. Das heißt, ungefähr 60 Millionen Menschen führen im Internet unter einer falschen Identität ein Leben, das sie sich von einem anderen, wirklich existierenden Menschen klauen. Gegenwärtig existiert leider keine elektronische Abwehrmaßnahme, was bedeutet: Jeder hat die Möglichkeit, ein neues Profil mit deinem Namen und deinen Bilder zu erstellen, ohne dass du davon erfährst. Das Ganze dauert 10 Minuten, aber Monate oder Jahre, um solche Profile wieder gelöscht zu kriegen. Solche Verbrechen sind gesichtslos und für die Opfer ist es deswegen fast unmöglich, rechtlich dagegen vorzugehen.

So auch bei Kaitlin Narcisco. Sie erfährt von einer Cousine, dass es ein Fake-Profil von ihr auf Facebook gibt. Ein Mädchen namens Kim Lake hat ihre Identität auf Facebook geklaut. Für sie der Beginn eines Albtraums, der bis jetzt kein Ende gefunden hat. Kaitlin sucht Hilfe bei Facebook selbst, doch sie landet auf einer langen Warte-Liste, denn das Unternehmen ist überfordert mit der großen Anzahl an Fake-Profilen auf ihrem Netzwerk.

 

Die Konsequenz: Safer Surfing?

 

Auch die Polizei kann Kaitlin nicht helfen, solange die Attacken nur online und nicht auf körperlicher Ebene stattfinden. Und auch der rechtliche Weg ist keine realistische Option, da die Opfer die Kosten meist selbst zahlen müssten und es noch viel zu wenig Fälle dieser Art gab. Trotz dieser Horror-Geschichte meint Kaitlin Narcisco, Kim Lake hätte ihr geholfen, sich selbst besser als Individuum zu definieren.

Solche Fälle, wie der von Kaitlin Narcisco machen uns Angst und sind ein weiterer Beweis, wie gefährlich soziale Netzwerke, trotz der überwiegenden Vorteile doch sein können. Dabei ist vor allem diese Kontroverse mit der wir dieser Thematik begegnen interessant und kurios zugleich. Einerseits empört sich unserer Gesellschaft über ständige Überwachung im Internet und diverse Spionageskandale. Andererseits geht die Mehrheit der Internet-Nutzer noch viel zu sorglos mit privaten Daten und Fotos auf sozialen Netzwerken um. Eine absolute IT-Sicherheit kann es zwar nicht geben, aber es gibt viele Möglichkeiten zur Verfügung stehende Schutzmittel zu nutzen und so seine eigene Person wenigstens ein bisschen mehr im world wide web zu schützen.

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Bildquelle: Leo Hidalgo über CC BY-ND 2.0