Nachhaltigkeit: Wie kaufe ich faire Kleidung, ohne pleite zu gehen?

Fairtrade-Kleidung

Würdest du an einem Automaten ein T-Shirt für zwei Euro kaufen? Genau dieser Frage sind die Initiatoren des Fashion Revolution Days nachgegangen, wie ZEITjUNG berichtete. Sie stellten genau so einen Automaten auf. Anstelle des Shirts sahen die Leute jedoch einen kurzen Film, der zeigt, unter welchen Bedingungen andere Menschen unsere Kleidung nähen.

Aber wissen wir nicht alle schon längst, dass die Näher umgerechnet meistens nur ein paar Cents pro Stunde verdienen? Wenn überhaupt, denn nicht wenige werden Opfer moderner Sklaverei und bekommen gar nichts. Wir wissen das. Wir sehen es an den eingenähten Schildern im Kragen. Wir lesen online Meldungen von Bränden in Fabriken. Dann machen wir Facebook wieder zu, stecken das Smartphone in die Tasche, ziehen die fünf-Euro-Handschuhe wieder an und schlendern nochmal durch den H&M Store, um für den Abend noch schnell ein neues Shirt zu kaufen.

Dabei geht es auch anders. Wie du weder pleite gehst, noch den Überblick verlierst und immer noch ein Fashion Victim bleibst, liest du hier:

 

Achte auf Siegel!

 

Die Zeiten, in denen die einzigen fair produzierten Klamotten farbenfrohe Tuniken aus dem Eine-Welt-Laden waren, sind vorbei. Immer mehr Marken produzieren so, dass niemand ausgebeutet wird – weder die Baumwoll-Bauern, noch die Näher. Verschiedene Siegel bieten außerdem Orientierungshilfe. Das Fairtrade-Siegel, die GOTS-Zertifizierung oder die Fair Wear Foundation setzen Standards und führen Kontrollen durch.

 

Kaufe Second Hand!

 

Modische Klamotten Second Hand zu kaufen ist einfacher und hipper geworden. Du musst dich noch nicht mal von deiner Couch wegbewegen. Zahlreiche Apps bieten dir den Komfort eines Online-Warenkatalogs, der viel Auswahl und unkomplizierte Bezahlung und Lieferung bietet.

Ansonsten findet sich sicher auch in deiner Nähe ein kultiger Vintage-Laden mit Levis Jeans und alten Lederjacken zum “so gut wie“-Nulltarif. Zugegeben, es wäre besser, mit seinem Geld faire Produktion zu stärken. Aber so unterstützt du immerhin keine Ausbeutung und wirst preiswert fündig, wenn es unbedingt mal was (für dich) Neues sein muss.

 

Mach’s dir selbst!

 

Wenn dir nichts so richtig zusagt, du etwas Bestimmtes haben möchtest oder deine Maße, aus welchen Gründen auch immer, nur selten mit den gängigen Konfektionsgrößen übereinstimmen, gibt es einen Ausweg. Lerne nähen! Du kannst alles deinen Vorstellungen anpassen und deiner Kreativität freien Lauf lassen. Wenn dir das zu viel ist, fang klein an. Dein erstes Stück muss nicht gleich ein Taillenrock mit Schlitz sein. Wag‘ dich für den Anfang doch mal an einen selbst gestrickten Schal. Du wirst es nicht bereuen.

 

Lass es einfach mal!

 

Wie viele Jacken hängen in deinem Kleiderschrank? Und wie viele brauchst du davon wirklich? Bestimmt nicht alle. Verzicht ist die einfachste und günstigste Lösung. Du musst weder Online-Shops noch Second Hand Läden durchforsten, sondern wirfst einfach mal einen Blick in deinen Kleiderschrank und fragst dich, ob das wirklich nötig ist beziehungsweise ob du da nicht noch mehr rausholen kannst. Wenn du denkst, dass du was Neues brauchst, versuche es erstmal eine Woche ohne. Bestimmt hast du dann schon vergessen, was du eigentlich wolltest.

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