Sex sells: Instagram-Fotograf Sebastian Nagel

Sebastian Nagel

Sebastian Nagel fotografiert gerade einmal seit vier Jahren, konnte sich über Instagram jedoch recht schnell einen Namen machen – mittlerweile zählt er dort über 200.000 Follower. Mit mir hat er darüber gesprochen, wie er zur Fotografie gekommen ist und was er an seinem Beruf schätzt. Dabei wird auch die negative Seite von Social Media deutlich: Denn dass Sebastian auf Instagram ausschließlich und oftmals etwas freizügigere Frauenporträts teilt, ist mitunter Grund für seinen Erfolg. Obwohl er nicht nur Frauen fotografiert, sind sie auf der Plattform sein Aushängeschild. Grund dafür sei zum einen der Algorithmus, der ihm so mehr Reichweite generiert und zum anderen, dass seine Models sich selbst so inszenieren wollen. Über mögliche negative Effekte dessen hat Sebastian sich bisher noch keine Gedanken gemacht, schließt sie aber auch nicht aus – für ihn steht das Wohlbefinden seiner Models und die Fotografie selbst im Fokus.

ZEITjUNG: Du fotografierst erst seit vier Jahren. Mit welchen Mitteln hast du dir das Wissen über Fotografie angeeignet und empfandest du das als schwer?

Sebastian Nagel: Jein. Ich muss vorneweg sagen, ich hab nicht mit der Porträtfotografie angefangen, sondern mit der Astrofotografie und zwar durch ein Teleskop. Damals hatte ich so eine kleine Astro-Webcam, das sind spezielle Kameras, die man ans Teleskop dranmontiert und mit denen man dann quasi über einen Laptop fotografiert. Irgendwann war mir das nicht mehr genug. Ich hab daraufhin ne ziemlich abgerockte, alte Spiegelreflex auf eBay gefunden und mir gedacht: Komm, fragste mal ein paar Personen aus dem näheren Umfeld, ob man mal Porträts machen kann. Und auf dem Trip bin ich dann auch hängengeblieben. Ich hab mir dann immer neuere Kameras geholt, step by step immer etwas besseres. Ansonsten habe ich mir eigentlich das meiste über YouTube angeeignet, zum Beispiel die technischen Basics von der Kamera. Wenn andere null Plan von der Materie haben, kann ich mir schon vorstellen, dass es schwer ist. Aber mich hats einfach gefuchst, deshalb fand ich’s auch nicht schwer.

Bildquelle: Sebastian Nagel

ZEITjUNG: Wie du schon meintest, hast du ja zunächst mit einer gebrauchten Spiegelreflexkamera Astrofotografie gemacht, bis du schließlich zur Portraitfotografie gefunden hast. Welche Kamera benutzt du mittlerweile und was genau macht die Portraitfotografie zu deiner Passion?

Sebastian Nagel: Meine Kamera ist die Sony alpha 7R III. Ich benutz parallel noch meine alte, falls mal der Akku leer geht – das ist die erste Sony a7. Beides sind Vollformat-Kameras. Und auch wenn sich das klischeemäßig anhört, was für mich das Besondere an der Porträtfotografie ist, ist der Austausch mit anderen Menschen, neue Leute und speziell auch ihre Geschichten kennenzulernen.

Denkt intersektionalen Feminismus und setzt sich für Gleichberechtigung jeglicher Form ein. Nach ihrem Studium der Theater- und Kommunikationswissenschaft baut sie sich jetzt – auf dem Weg zur Schauspielerei – ein zweites Standbein als Autorin auf.