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Bilder: Diese Fotografin bricht mit den klassischen Rollenbildern

Weinende Männer und Frauen, die lauthals lachen – diese Fotos wirken zunächst befremdlich, vermitteln in Sachen Gender equality aber eine wichtige Botschaft.

Ein Mann weint nicht, er erträgt den Schmerz klaglos; Frauen lachen nicht unbekümmert und herzhaft, sondern verhalten.

Nein, das sind keine verstaubten Klischees aus einem längst vergangenen Jahrhundert, das scheint auch heute noch eine unausgesprochene Regel unserer Gesellschaft zu sein. Zumindest vermittelt uns das Durchblättern wahlloser Modezeitschriften genau diesen Eindruck. Da gibt’s keine männlichen Models, die auch mal Trauer zulassen und zeigen können, denn das könnte ja verweichlicht und unmännlich wirken. Die Frauen hingegen wirken sehr darauf bedacht, nicht zu losgelöst zu lachen – denn das könnte schnell unsexy aussehen.

 

Ein echter Mann zeigt Gefühle

 

Es sind diese klassischen Stereotypen von Mann und Frau, mit denen die 19-jährige Fotografin Maud Fernhout nun bricht.
„Wie echte Männer weinen“ alias „Wie echte Frauen lachen“ heißen die beiden Fotoprojekte, die sie ins Leben ruft, um die veralteten Gendervorstellungen, die wohl noch in jedem unserer Köpfe irgendwo verankert sind, in Frage zu stellen.

„Warum erzählen wir Männern, dass sie nicht weinen dürfen, weil sie ein Mann sein müssen? Warum schließen Frauen immer ihren Mund wenn sie lachen?“ Das sind nur einige der Fragen, die Fernhout schon seit langem beschäftigen. „Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er zu sein hat. Aber wenn einem Mann danach ist, zu weinen, dann sollte er es tun, und sich nicht wegen belangloser Geschlechterrollen davon abhalten lassen.“, erklärte sie dem Online-Magazin Aplus. Fernhaut fotografierte 19 junge Männer und Frauen, die vor der Kamera echte Gefühle zuließen.

 

Diese Fotos regen zum Nachdenken an

 

„Ich werde niemals damit aufhören, zu lachen, zu träumen und zu kämpfen, nur um irgendein Ideal zu erfüllen.“ Zitate wie diese drücken aus, weshalb es den Models wichtig war, bei diesem Projekt mitzumachen. Sie geben sich wie sie sind, was sie wirklich fühlen. Und genau weil diese Fotos auf den ersten Blick ein wenig befremdlich wirken könnten, regen sie zum unbedingten Nachdenken an: Männer mit tränennassen Gesichtern, Frauen, die kein bisschen darauf achten, wie sie auf dem Foto aussehen, Zähne zeigten und völlig frei loslachen, ganz nach dem Motto „Mut zur Hässlichkeit!“. Und genau das macht sie schön.

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