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Scheiß auf Google! Deine Freunde sind die besseren Suchmaschinen

Das Internet weiß alles? Vergiss GuteFrage.net und frag einfach deine Freunde, denn die kennen dich besser als du dich selbst.

Mit unseren Freunden haben wir den allergrößten Spaß, genießen das Leben in vollen Zügen und teilen die schönsten Erinnerungen, denn sie sind die Familie die wir uns aussuchen konnten. Manchmal erwischen wir uns sogar, wie wir gegenseitig unsere Sätze vervollständigen – wie ein altes Ehepaar. Das wahrscheinlich Tollste an besten Freunden ist aber, dass wir sie immer um Rat fragen können, wenn wir in einer brenzligen Situation nicht mehr weiter wissen. So wie wir Suchmaschinen im Internet befragen, stellen wir auch unsere Freunde mit den kuriosesten Fragen auf die Probe, weil wir wissen, dass sie uns helfen können. Doktor Google kann einpacken, denn meine beste Freundin studiert Medizin und weiß sowieso alles besser! Eine beste Freundschaft ist eigentlich fast schon ein Phänomen: Wie können sich manche Menschen nur so gut ergänzen? Diese Frage wurde nun psychologisch geklärt. Die Antwort heißt: „Transactive Memory“.

 

BesteFreunde.net

 

Um was es sich bei einer „Transactive Memory“ handelt, erklärt Dr. med. Heike Melzer, Fachärztin für Neurologie und ärztliche Psychotherapeutin, gegenüber ZEITjUNG.de „Unter ‚Transactive Memory‘ versteht man das Gedächtnissystem einer Gruppe, welches über einen langen Zeitraum in engem Austausch miteinander steht. Beste Freunde zeichnen sich durch langjährige Beziehung, intensiven Gedankenaustausch, gegenseitige Wertschätzung und vielfältige persönliche Erlebnisse aus. Wissen wird geteilt, in der Gruppe verarbeitet und abgespeichert. Dabei kommt es durch Perspektivenwechsel und soziale Interaktion der Mitglieder zu einem Mehrwert für die ganze Gruppe. Ein Vorteil für einzelne Mitglieder der Gruppe ist, dass Wissen über lange Zeit abrufbar bleibt.“  Unser Freundeskreis ist also kurz und knackig formuliert unser jederzeit abrufbares, persönliches GuteFrage-Netzwerk. Um dieser besonderen Beziehung noch mehr auf den Grund zu gehen, hat Doktorandin Nicole E. Iannone vom Penn State Fayette Campus in Pennsylvania mit Kollegen und Studenten eine Studie durchgeführt. Im Laufe dieser Studie wurden 216 Menschen im Alter von 18 bis 68 hinsichtlich ihrer freundschaftlichen Beziehungen befragt und getestet. Die Probanden mussten Aussagen wie „Meine besten Freunde und ich können uns gegenseitig an Dinge erinnern“ und „Ich vertraue darauf, dass meine Freunde vieles wissen“ zustimmen oder ablehnen und Angaben über Dauer, Vertrauen und Zufriedenheit hinsichtlich ihrer Freundschaft machen. Die Ergebnisse dieser Umfragen zeigten eindeutig, dass man nun bei guten Freundschaften tatsächlich von einem ausgeprägten TMS („Transactive Memory System“) sprechen kann, welches ein starkes Band zwischen zwei Menschen bildet. Ob eine „Transactive Memory“ allerdings die Folge einer sehr engen Freundschaft und viel gemeinsam verbrachter Zeit ist oder ob das Teilen eines TMS die Menschen erst näher zusammenbringt und das letztendlich zu einer engen Freundschaft führt, konnten die Doktoranden bisher noch nicht herausfinden. Allerdings zeigten die Ergebnisse, dass ein stärker ausgeprägtes TMS meistens mit einer höheren Qualität der Freundschaft assoziiert wird.

 

Unsere Freunde kennen uns besser als wir uns selbst

 

Es ist tatsächlich eine magische Verbindung, welche uns mit den besten Freunden zusammenhält. Wir können also das nächste Mal vollkommen zu Recht sagen, dass unsere Freunde uns besser kennen als wir uns selbst. Seht dieses kleine psychologische Ergebnis also doch einfach mal als Anlass an, mal wieder Danke zu sagen. Schließlich sind es eure Freunde, die euch an so manch Vergessenes wieder erinnern und die wie eure persönliche Suchmaschine agieren.

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