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Frühjahrsallergien – Alltagstipps für Allergiker

Heuschnupfen: Lästige Frühlingsgefühle in der Nase. Fast jeder kennt das Problem mit der laufenden Nase, wenn draußen alles schön blüht. Hier ein paar praktische Tipps!

Sie sind nicht mal ein Zehntel Millimeter groß und trotzdem für fast ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ein riesengroßes Problem: Die Pollen. Eigentlich handelt es sich dabei um nichts anderes als um männliche Erbinformationen auf dem Weg zu einer weiblichen Blüte. Viele Pflanzen übergeben ihre Pollen hierfür dem Wind und dieser bläst sie überall hin. Auch in die menschlichen Nasen, wo es bei Allergikern zu einer Überreaktion kommen kann: Das Immunsystem erkennt die Pollen fälschlicherweise als Schädlinge und schlägt Alarm: Niesattacken, lästiger Schnupfen, entzündete Augen, Krankheitsgefühl, Brennen und Kribbeln im Nasenrachenraum machen dem Heuschnupfen-Patienten den Frühling zur Qual. Betroffene sollten diese Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen: Heuschnupfen (Rhinitis allergica) kann die Lebensqualität entscheidend einschränken und zudem können sich die Beschwerden ausbreiten: Rund ein Drittel der Betroffenen entwickelt zusätzlich ein allergisches Asthma, das mit anfallsartiger Atemnot und Hustenanfällen einhergeht.
Einfache Hinweise für den Alltag und sanfte Therapiemethoden wie die Homöopathie können eine Entlastung während der Heuschnupfen-Saison bringen. [1]

 

Do´s and Don´ts: Zehn praktische Tipps für den Alltag

1. Achtung Kreuzallergien! Kreuzallergien, bei denen gewisse Nahrungsmittel die Heuschnupfen-Symptome verstärken können, sollten mit einem Allergietest ermittelt werden.
2. Pollenflugkalender auf das Handy! Er gibt darüber Auskunft, wann die Pollen, gegen die der Betroffenen allergisch reagiert, in der Luft sind.
3. Abends duschen und Haare waschen: So werden Pollen, die sich tagsüber am Körper sammeln, abgewaschen.
4. Straßenkleidung nicht mit in das Schlafzimmer nehmen: So bleiben die Pollen dem Bett fern.
5. Zur richtigen Zeit lüften: In der Stadt sind morgens bis 8 Uhr, am Land abends zwischen 20 und 24 Uhr die wenigsten Pollen unterwegs. Weil sich trotzdem immer wieder Pollen in die Wohnung verirren, sollte regelmäßig staubgesaugt und gewischt werden.
6. Raus in den Regen! Der Regen spült die Pollen aus der Luft: Die beste Zeit, um draußen frische Luft zu schnappen.
7. Sport ja, aber nicht im Freien: Hallenbäder, Turnhallen und Fitnesscenter erlauben körperliche Ertüchtigung in nahezu pollenfreien Räumen.
8. Ab in den Urlaub: Regionale Pollenflugkalender geben Auskunft darüber, in welche Region Betroffene reisen können, um ungestört durchatmen können.
9. Wer viel Auto fährt, sollte Pollenfilter für die Lüftungsanlage benutzen und diese regelmäßig wechseln.
10. Rechtzeitig eine Behandlung beginnen. Sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Maßnahmen sollten zur richtigen Zeit, zum Teil auch schon vor der Heuschnupfen-Saison in Anspruch genommen werden. Ein Arzt sollte vor allem dann besucht werden, wenn sich ein allergisches Asthma entwickelt, wenn noch kein Allergietest gemacht worden ist oder wenn die Erkrankung zum ersten Mal auftritt.

Einfach und wirksam: Homöopathische Akutbehandlung mit Globuli

Homöopathische Globuli sind bei Heuschnupfen sehr beliebt und Studien zufolge bisweilen in ihrer Wirksamkeit schulmedizinischen Medikamenten zur Akutbehandlung gleichzusetzen, ohne dass sie Nebenwirkungen hervorrufen.[2][3] Für die Selbstbehandlung im Akutfall stehen eine Reihe von bewährten homöopathischen Arzneien zur Verfügung, unter denen das passende Mittel anhand den individuellen Beschwerden gewählt wird. Eine kurze Übersicht über solch bewährte homöopathischen Arzneien bietet die folgende Tabelle. Die Mittel können entweder als alleinige Therapie oder auch ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden.[4]

Galphimia glauca (Empfohlene Potenz: D6):

Das Homöopathikum mit der breitesten Wirkung bei Heuschnupfen, typischerweise eingesetzt bei verstärktem Tränenfluss, Fließschnupfen, Niesattacken und Atembeschwerden. Die Arznei zeigte in mehreren Studien mit schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten vergleichbare Wirkung.[5]

Euphrasia (Empfohlene Potenz: D6):

Milder Schnupfen mit deutlichen Beschwerden am Auge wie zum Beispiel Bindehautentzündung (Konjunktivitis), geschwollenen Augenlidern mit schleimigem, klebrigem Augensekret und reichlichem Tränenfluss.

Luffa (Empfohlene Potenz: D6):

Verstopfte Nase mit trockenen, krustigen Absonderungen. Schnupfen mit wässrigem Sekret, dieser tritt vor allem morgens auf. Begleitend kommen Stirnkopfschmerz, aber auch Müdigkeit und Trägheit vor.

Allium cepa (Empfohlene Potenz: D6):

Wunde, verstopfte und heftig juckende Nase mit scharfem Nasensekret, anhaltenden Niesattacken mit gereizten Augen. Der Betroffene ist gereizt, träge, zerstreut und leicht verärgert.

 

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Bildquelle: parrchristy unter CC BY 2.0

Quellenangabe: [1] Pschyrembel Willibald: Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, de Gruyter Verlag, 259. Auflage, 2001, S. 695

[2] Goossens M., Laekeman G., Aertgeerts B., Buntinx F.: Evaluation of the quality of life after individualized homeopathic treatment for seasonal allergic rhinitis. A prospective, open, non-comparative study, Homeopathy, Januar 2009, S. 11 – 16

[3] Bellavite P., Marzotto M., Chirumbolo S., Conforti A.: Advances in homeopathy and immunology: a review of clinical research, Frontiers in Bioscience, Juni 2011, S. 1363 – 1389

[4] Eisele M., Friese K., Notter G., Schlumpberger A.: Homöopathie. Indikations- und Wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, 5. Auflage, 2009, S. 53

[5] Lüdtke R., Wiesenauer M.: A meta-analysis of homeopathic treatment of pollinosis with Galphimia glauca, Wiener Medizinische Wochenschrift, Springer Verlag, 1997, S. 323 – 327

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