Fütterer is(s)t anders: Vegane Ernährung – so gelingt der Einstieg

Frau kocht

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise. 

Wer beschließt, auf eine pflanzliche Ernährung umzustellen, der kann sich schnell überfordert fühlen. Und das nicht nur, weil die Supermärkte mittlerweile voll mit veganen Ersatzprodukten sind. Häufig sind es Fragen wie: Was soll ich heute essen? Wie erkenne ich nicht vegane Zutaten? Fehlen mir dann nicht Nährstoffe?

Als ich mich vor acht Jahren dazu entschied, tierische Lebensmittel von meinem Speiseplan zu streichen, drehten sich meine Gedanken für einige Wochen fast ausschließlich um Tofu, Haferdrinks und Quinoa. Ich habe alle neuen Informationen, die auch nur ansatzweise mit vegan zu tun hatten, aufgesogen wie ein Schwamm. Die Folge: Mein Kopf ist fast explodiert. Und ich habe einige Entscheidungen getroffen, die mir rückblickend doch etwas radikal erscheinen. Zum Beispiel habe ich meinen kompletten Kühlschrank- und Vorratsschrankinhalt an tierischen Produkten weggeschmissen und mit pflanzlichen Produkten ausgetauscht. Ja, nicht sehr nachhaltig. Oder habe im Restaurant aufgrund mangelnder Angebote und fehlendem Know-how des Kochs lieber gar nichts bestellt, anstelle ein bisschen Parmesan im Risotto in Kauf zu nehmen. Getreu dem Motto: Ganz oder gar nicht. Mit diesen strengen Maßnahmen gelang mir zwar die Umstellung auf vegan, aber ich hätte es bestimmt einfacher haben können. Hier kommen ein paar Tipps, damit dir der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung hoffentlich leichter fällt.

Fang klein an. Die Ernährung von jetzt auf gleich komplett umzustellen, wirkt oft wie ein riesiger Berg, den es zu erklimmen gilt. Besser: Gemächlich beginnen. Konzentriere dich zunächst auf eine Mahlzeit, die du pflanzlich gestalten möchtest. Das Frühstück bietet sich dabei gut an, da es nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn du ein Porridge-Fan bist, tausche Haferdrink gegen Kuhmilch und verwende Dattelsirup oder Kokosblütenzucker anstelle von Honig zum Süssen. Voilà, schon ist dein Porridge vegan. Mit einem Löffel Nussmus wird es besonders cremig. Falls du kein Fan von süßem Frühstück bist: Wie wäre es mit einer Stulle mit Avocado oder Hummus, Räuchertofu und geraspelten Möhren? Alternativ ist ein fertiger Aufstrich natürlich noch bequemer. Brot, falls es sich nicht um Weckchen, Croissants oder Laugenprodukte handelt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit vegan. Sojajoghurt mit Müsli und geraspeltem Apfel ist ein sättigendes Frühstück, falls es mal schnell gehen muss.

Frühstücke ein bis zwei Wochen vegan, bis du dir kaum noch Gedanken darum machen musst, was du essen kannst. Dann kannst du deine Aufmerksam auf das Mittag- oder Abendessen legen.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.