Umfrage zeigt: Die Gender Pay Debatte ist noch lange nicht ausdiskutiert

Gender Pay Gap Frauen Männer Studie

Über Feminismus, Gender Equality und Missbrauch debattieren können wir. Das haben wir spätestens mit #metoo bewiesen. Und das ist gut so, Debatten bringen den Wagen ins Rollen. Aber da, wo wir hin wollen und sein sollten, sind wir lange nicht. Der Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen ist immer noch mehr Kluft als Spalt und zugemauert schon gar nicht. Wir ruhen uns gerne aus auf unserem Wagen, denken, wenn er rollt, dann rollt er schon. Wir haben ja immerhin schon debattiert. Dass das nicht genug ist, vermuten vor allem Frauen. Natürlich sind sie diejenigen, die sich mit mehr Energie und Aufwand für sich selbst einsetzen wollen. Sie treiben und lenken den Wagen.

Was die deutschen Studierenden – männlich wie weiblich – über den aktuellen Stand des Gender Pay Gap und auch offene Kommunikation von Gehältern denken, hat kürzlich eine Studie herausgefunden. Die univativ GmbH & Co. KG hat für die Umfrage „unicensus kompakt“ 1100 deutsche Studierende befragt.

 

Gender Pay Gap: Hype oder dringend fällig?

 

Fast 90% der Studentinnen sehen Frauen gegenüber Männern als nicht fair entlohnt, nur zwei Drittel der männlichen Studierenden beurteilen das genauso. Etwa die Hälfte der Männer interessiert sich nicht für das Thema. Männer, was ist mit euch los? Ist es etwa doch nur gut geschauspielert, dass ihr Frauen jeden Erfolg gönnt und sie auf Augenhöhe neben euch sehen wollt? Oder habt ihr Angst um euer eigenes Gehalt? Bei der Frage, ob die Debatte um faires Gehalt für alle Geschlechter eher ein „Hype“ oder „dringend fällig“ ist, steht es 50:50 insgesamt, seitens der Frauen sind es drei Viertel. Man könnte meinen, es ist den jungen Leuten etwas dringender. Hier siegt wohl die Bequemlichkeit.

Mehr als zwei Drittel der Befragten denken außerdem, dass in Deutschland offener über Gehälter gesprochen werden sollte. 70% der studierenden Frauen sind der Meinung, dass durch mehr Offenheit bezüglich des eigenen Gehalts auch eine fairere Verteilung erreicht werden könnte. Das meinen auch 59% der Männer. Immerhin. Dass es aber auch zu Neid und Missgunst führen könnte, finden 53% der Männer und 44% der Frauen. Das erklärt vielleicht die Hälfte, die die Debatte als Hype abtut. 69% der Studierenden behaupten aber, über ihr Gehalt reden zu können, dabei am meisten mit den Eltern. Mit den potentiellen Arbeitgebern sieht das wohl anders aus, denn zwei Drittel tun sich immer noch schwer, Gehaltsvorstellungen zu nennen.

 

Was sagen uns diese Zahlen?

 

Die Studierenden sind sich nicht ganz einig, ob eine Änderung nun wichtig ist oder viel zu viel Hype darum gemacht wird. Aber wie vermutet sehen natürlich vorwiegend weibliche Studierende die Ungerechtigkeiten.

In manchen Dingen sind wir Deutschen sehr direkt, in anderen halten wir mit Persönlichem gerne hinter dem Berg. Das Gehalt ist eines davon. Verständlicherweise wünscht sich die Mehrheit der Studierenden eine offene Kommunikation. Schließlich ist dieses Verhalten zu ihrem Leidwesen – vor der Frage nach den eigenen Gehaltsvorstellungen graut es Berufseinsteigern nur so. Dass mit Offenheit auch die Gender Pay Gap geschlossen werden könnte, ist laut ihnen durchaus eine Möglichkeit.

Also, liebe Mädels und Jungs, fangt ihr doch damit an, offen zu kommunizieren und lenkt gemeinsam den Wagen. Denn ihr wisst: Mit ein bisschen Meinung sagen bewegt sich nichts. Mit mehr Men- und Womenpower fährt sich der Wagen aber umso besser.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Comments
  • Dominik

    Auch wenn es sich immer wieder für eine Meldung lohnt, da es genügend Id***** gibt die daran fest halten, ist es dennoch ein nahezu Erfundenes Problem.
    Es ist nur extrem traurig zu sehen, dass dies der heutige Journalismuss ist. Statt recherche zu betreiben, kräht man lieber anderen hinterher und verbreitet lieber mal eine Falschmeldung, die aber so schön zum Feminismus, Genderdebatten, oder Religionsfreiheit gehören, als wirklich von der Realität zu berichten.
    Ich will nicht sagen, dass es keinen Unterschied in der Bezahlung von Mann und Frau gibt. In manchen geringen fällen mag das zutreffen und ist unsagbar unfair. Allerdings wird dieser Mythos der „Paygap“ durch falsche Berechnungen aufrecht erhalten.
    Man kann schlichtweg nicht einfach alle Gehälter beider Geschlechter gegeneinader Aufrechnen ohne andere Dinge wie zu berücksichtigen. Es ist eher die Jobwahl… Ein Manager der auf Familie und Freunde sche*** um sich bis mitte 50 nur auf den Job zu fixieren, wird natürlich mehr verdienen, als die Krankenschwester oder Altenpflegerin. Die Entscheidung liegt allerdings bei der Frau ob sie das auch so will und nicht bei einem bösen Überboss, der dieser Frau die Aufstiegschancen untersagt. Über dieses Problem sind wir schon lange hinaus.

    Wer nach den richtigen Zahlen sucht, wird sie auch finden und erfahren das die wahre „gap“ nur 0,X bis 1,X beträgt. Je nachdem welche und wie viele Faktoren man einberechnet. Dabei bleibt allerdings immer noch aus, das sich die meisten Frauen für manche Jobs zu fein sind und sich auch niemals für eine Frauenquote in dem Sektor einsetzen würden. Es geht immer nur um die Managerplätze und das zeigt für mich, dass es ausschließlich um Neid und Geldgeilheit geht. Eine Frau bei der Müllabfuhr? Ölborinsel? Kanalreinigung? Installateure? Alles teils sehr gut bezahlte Jobs um gegen harte Arbeit gutes Geld zu verdienen und definitv eine Familie zu ernähren. Allerdings hört da der Feminismus auf. Denn dann wird argumentiert das Männer mehr Muskeln haben, Frauen besser bei den Kindern bleiben wärend der Mann diese Jobs erledigt, etc. pp. Wobei man(n) sich dann wieder wundern kann, wohin plötzlich die ganzen Argumente für Frauenpower verschwinden, die meist von den gleichen, oftmals sogar selben Leuten kommen.
    Ergo: Die Frauen haben gelernt mit rudimentärer Technik umzugehen und werden langsam Affin darin. Soziale Netzwerke und Blogs bieten ihnen eine Plattform um kollektiv die selben schlecht nachvollziehbaren Argumentationsketten, die sich selbst widersprechen, zu liefern, über die Komiker sich schon seit Äonen lustig machen…

    Ich hoffe das hört bald. Es wirft ein schlechtes Bild auf den wahren Feminismus, der gut und Notwendig war. Aber wir leben nicht mehr in Zeiten in denen Frauen bestimmte Jobs nicht machen, oder gar Wählen dürfen. Das ist vorbei und das Gedankengut stirbt mit denen, die es noch erlebt haben mit der Zeit aus. Einzelne wird es immer wieder geben. So etwas nennt sich Radikale, ebenso wie es immer Links und Rechts Radikale geben wird. Und das ist auch gut so, was wären wir für eine traurige Zivilisation wenn alle gleich wären, alle gleich denken (Komunismus *hust*). Dann gäbe es nichts mehr zu reden…

    09/05/2018
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