Die Phasen der Gentrifizierung

Der Vorgang lässt sich in vier Phasen aufteilen:

Phase 1: Ankunft der „Pioniere“

Die ersten Zugezogenen haben in der Regel weniger Geld, aber dafür umso mehr Ideen, Vorstellungen und Ziele – unter ihnen befinden sich etwa Künstler*innen, Musiker*innen oder Gastronom*innen, die dann Kneipen, Galerien, Ateliers usw. eröffnen, welche die Attraktivität ihres Viertels steigern.

Phase 2: Wachsendes Interesse

Die von den Pionieren errichtete Infrastruktur zieht weitere Pioniere und sogenannte Gentrifizierer an – diese sind meist Paare mit höherer Schulbildung und höherem Einkommen. Sie wollen den Trend der besseren Wohngegend früh wahrnehmen und nutzen. In dieser Phase kommt auch erstes Interesse von Immobilienmakler*innen und Banken am Gebiet auf. Einige alteingesessene Haushalte müssen angesichts erster Modernisierungen und damit einhergehender Mieterhöhungen ausziehen, die Mieten sind jedoch immer noch recht günstig.

Phase 3: Konflikt zwischen Pionieren und Gentrifizierern

Der Zuzug an Gentrifizierern steigt und damit ändert sich auch die Infrastruktur des Viertels. Gewerbemieten steigen, weshalb das Einkaufen und Essengehen immer teurer wird. Modernisierungen nehmen – auch dank Spekulant*innen – zu, und Mietwohnungen werden immer häufiger zu Eigentumswohnungen umgewandelt. In dieser Phase verlassen vermehrt Bewohner aus der ersten Phase das Viertel – etwa, weil sie die Miete nicht mehr aufbringen können oder ihnen der veränderte Charakter ihres Viertels nicht gefällt. Wohneigentümer profitieren hingegen von der allgemeinen Wertsteigerung.

Phase 4: Verdrängung der Mittelklasse

In der letzten Phase ziehen die einkommensstärksten Haushalte nach. Zu diesem Zeitpunkt kann das Viertel – je nach Lage – selbst für die Mittelschicht, also die eigentliche „gentry“, zu teuer werden. Man spricht dann auch von einer „Hypergentrifizierung“.