Tiefe Intimität: Giulia Bersani hält Liebe in Bildern fest

Maud Chalard Lovers Bild 22

Selten hat eine Fotoreihe so viel Intimität und Nähe ausgestrahlt – dabei sind die Fotos der Serie “Lovers” und “Lovers II” während einer eher einsamen Phase im Leben der Fotografin Giulia Bersani entstanden: “I started this project two years ago, in a period while I was single and I felt the really strong needing of someone.”

Durch ihren Standpunkt hat die Fotografin es auf bewundernswerte Weise geschafft, die Liebe anderer Paare einzufangen. Der erste Teil ihrer Reihe “Lovers” ist ausschließlich in Schwarz-Weiß-Fotografien aufgenommen – es soll Giulias hoffnungslosen Standpunkt festhalten. Sie beschreibt den ersten Teil ihrer fotografischen Suche nach Liebe als eine extrem einsame Zeit: “I couldn’t find the right person and I felt really lonely so I just continued to beg for human warmth.” Ihre persönlichen Gefühle machen ihre Bilder umso emotionaler.

 

Der lange Weg zurück zur Liebe

 

In “Lovers II” merkt man schon: Da ist was passiert. Mit der Fortsetzung ihrer Serie begann die Fotografin kurz nachdem sie ihren zukünftigen Freund Manuel kennengelernt hatte: “My point of view changed and I became more confident.” Sie griff zum Farbfilm.

Ihre Bilder strahlen weiterhin eine unglaubliche emotionale Nähe aus, aber die Melancholie tritt in den Hintergrund. In den Vordergrund treten nun alltägliche Szenen und friedliche Momente zwischen Paaren. Die Künstlerin erzählt uns: “I see shared boredom as a fundamental part of a relationship; it allows people to really know each other.”

Ein wunderschöner und sehr wahrer Satz, der den Bildern von Giulia Bersani noch mehr Tiefe verleiht. Ihre Serien hat die Künstlerin auch in Buchform veröffentlicht: In liebevoller Handarbeit hat sie ihr Projekt verwirklicht.