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Greta Thunberg ist nicht die Erste: Seit Jahren kämpfen Kinder für unsere Welt

Greta Thunbergs Rede bewegt die Welt. Was viele nicht wissen: Sie wurde schon einmal gehalten, so ähnlich zumindest. Und das vor 26 Jahren.

Greta Thunberg. An diesem Namen kommt seit vergangenem Wochenende keiner vorbei, der durch die Newsfeeds seiner sozialen Netzwerke scrollt. Ob Facebook, Instagram, Twitter oder irgendeine x-beliebige Nachrichtenseite – die 15-Jährige ist überall. Ihre Rede, die sie auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz hielt, bewegt die Menschen. Die Probleme, die sie anprangert, sind die Probleme unserer Zeit. Und werden ihre sein, wenn sie einmal groß ist. Sie rechnet ab mit den Erwachsenen, den Politikern, die ihrer Generation diese Probleme überlassen werden, weil sie keine dringend gebrauchten Lösungen bieten. Und sie ist nicht die Erste, die in jungen Jahren eine derart beeindruckende Rede hält.

 

Vor 26 Jahren gab es bereits eine ähnliche Rede

 

Das wirklich Erschütternde: Gretas Rede wurde schon einmal gehalten. So ähnlich zumindest. Und zwar vor 26 Jahren, bei der ersten UN-Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro. Damals war es Severn Cullis-Suzuki, eine 12-jährige Kanadierin. Auch sie hat das Leid der Welt nicht mehr ertragen können. Auch sie war wütend auf die Erwachsenen, die der Umweltkatastrophe tatenlos zusehen. Und auch sie ging mit ihrer Rede um die Welt, als „das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte“. Das ist 26 Jahre her. Hat sich seitdem überhaupt etwas geändert? Vergleicht man die Reden, ist die klare Antwort: Nicht wirklich. Severn Cullis-Suzuki hätte in Kattowitz neben Greta Thunberg stehen und ihre Rede noch einmal halten können.

 

„Ich habe keine Angst, der Welt zu sagen, was ich fühle.“

 

„In meinem Zorn bin ich nicht blind und in meiner Furcht habe ich keine Angst, der Welt zu sagen, was ich fühle.“ Das war Severn 1992. Wer Gretas Rede gehört hat, dem kommt da was bekannt vor: „„Ihr sprecht nur von grünem, ewigen Wirtschaftswachstum, weil ihr zu viel Angst habt, euch unbeliebt zu machen. […] Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst ihr uns Kindern. Aber mir ist es egal, ob ich beliebt bin.“ Greta liest den Erwachsenen die Leviten, wie es damals Severn gemacht hat – die heute übrigens auch erwachsen ist und damit Teil der Generation, die Greta anspricht.

 

Die Verantwortung geht weiter, von Generation zu Generation

 

Laut beiden Kindern liegt es an den wenigen Reichen, den wohlhabenden Ländern, die nicht bereit sind, ihren Wohlstand einzuschränken. „Es ist das Leiden der Vielen, die für den Luxus der Wenigen bezahlen.“ Oder, in Severns Worten: „In meinem Land produzieren wir so viel Müll, wir kaufen und werfen weg, kaufen und werfen weg. Und trotzdem teilt der Westen nicht mit den Bedürftigen – obwohl wir mehr als genug haben, haben wir Angst, zu teilen.“ Beide wissen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Und dass man ihnen die Verantwortung überlassen wird. Nur: Es ist Severns Generation, die Gretas diese Verantwortung lassen wird.

 

Greta weiß mittlerweile, dass sie nicht erhört wird

 

Dass das so ist, scheint die 15-jährige Schwedin zu wissen. Während Severn vor 26 Jahren die Erwachsenen darum bittet, ihren Worten Taten folgen zu lassen und endlich etwas zu tun, ist Greta schon klar, dass sie von dieser Generation nichts mehr erwarten kann. So, wie sie ihre Rede in Kattowitz beendet, könnte man vermuten, dass sie sogar Severns Video kennt: „Wir sind nicht hierher gekommen, um die Führer der Welt anzubetteln, sich zu kümmern. Ihr habt uns in der Vergangenheit ignoriert und ihr werdet uns wieder ignorieren. Euch gehen die Entschuldigungen aus und uns geht die Zeit aus. Wir sind hierher gekommen, um euch wissen zu lassen, dass die Veränderung kommt, ob es euch gefällt oder nicht. Die echte Macht liegt bei den Menschen. Danke.“

Zu hoffen bleibt nur, dass nicht in 26 Jahren ein neues Video um die Welt geht: Von einem Kind, dass über die Leiden der Welt und die Untätigkeit der Generation vor ihr klagt. Über Gretas Generation. Sondern, dass es dann vielleicht ein Kind ist, das Greta und Severn für ihren Einsatz danken kann.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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