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Hassobjekt: Kaputte Rolltreppen

They see me rollin‘, they hatin‘. Oder eben auch nicht. Wenn die Rolltreppe kaputt ist, geht die Laune bergab. Denn das Erklimmen der stillstehenden Metallstufen grenzt an Zumutung.

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: Kaputte Rolltreppen.

 

Ich steige aus der U-Bahn, gehe Richtung Ausgang, stelle mich auf die Rolltreppe und… bleibe stehen. Denn unter mir bewegt sich gar nichts. Das kann einem echt den gerade noch so gemütlichen Morgen vermiesen: Kaputte Rolltreppen. Und gefühlt passiert es ja auch ständig, dass die eigentlich so robust wirkenden Metallwalzen im öffentlichen Nahverkehr einfach den Geist aufgeben. Am liebsten würde ich da einfach umdrehen und zurück ins Bett.

 

Rolltreppen-Besteigen: nicht mein Sport

 

Eigentlich macht es gar keinen Sinn, aber ganz sicher gibt es auch eine wissenschaftliche Untersuchung, die erklärt, warum. Denn eigentlich sind kaputte Rolltreppen ja einfach nur, ja, Treppen eben. Aber es gibt nichts Ätzenderes, als auf dem Weg nach oben eine Rolltreppe zu erklimmen, die sich nicht bewegt. Irgendwie sind die Abstände der Stufen anders als gewohnt, und das Ganze ist auch viel anstrengender. Man könnte wahrscheinlich fast einen eigenen Sport daraus machen: das Rolltreppen-Besteigen. Oder so. Mein Sport wäre es zumindest nicht. Keuchend und wütend komme ich dann oben an, werfe einen Blick zurück und will ihr einfach nur einen Tritt verpassen, dieser blöden Rolltreppe. Wahrscheinlich wäre Rolltreppen-Vermöbeln eher mein Ding.

 

Es gibt keinen Weg zurück

 

Vielleicht auch, weil sie einem einfach keine Wahl lässt. Weil gerade wieder der Blick auf dem Smartphone oder sonst wo lag, habe ich natürlich auch nicht früh genug erkannt, welche Misere mich gleich erwartet. Und wenn man einmal drauf ist auf der Rolltreppe, geht man ja auch nicht wieder runter. Weil es sich ja auch irgendwie bescheuert anfühlt, die kaputte Rolltreppe zu verlassen, um umzukehren und die wie immer verlässlich funktionierende, weil nicht elektrische, Treppe zu nehmen. Aber ich bin ja nicht bescheuert. Und watschel lieber die olle, stillstehende Metalltreppe hinauf. In der Hoffnung, dass sie bis morgen wieder repariert ist. Sonst geht das Ganze wieder von vorne los.

 

Die Urlaubslaune bleibt auf der Rolltreppe liegen

 

Wirklich schlimm wird das mit den kaputten Rolltreppen aber erst, wenn man schweres Gepäck dabei hat und sich unterwegs schon freut, dass man im 21. Jahrhundert lebt, wo einen Treppen einfach ganz von alleine nach oben bringen. In der Theorie zumindest. Wenn man gerade frisch erholt und ausgeruht auf dem Heimweg in die eigenen vier Wände ist, kann die Urlaubslaune kaum schneller verfliegen als auf den metallenen Stufen einer kaputten Rolltreppe. Und man wünscht sich sofort wieder zurück.

Aber ob mit oder ohne Gepäck: Kaputte Rolltreppen sind einfach echte Stimmungskiller.

 

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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