Fotoserie: High Fashion mit ganz gewöhnlichen Frauen

Nathaliecroquetbeitrag

Dass uns die Modeindustrie auf ihren Werbeplakaten nicht ganz die Wahrheit zeigt, ist uns schon länger bewusst. Überretouchierte Bilder und super skinny Models sind das Alltagsgeschäft der High Fashion. Die Fotografin Nathalie Croquet erinnert uns mit ihrer Fotoserie „SPOOF“ daran, dass das Ganze nicht echt ist. Leider gibt es bis jetzt sehr wenige Designer, die mit ähnlich gutem Beispiel vorangehen und sich von Photoshop und Magerwahn fernhalten. Ein positives Beispiel ist die aktuelle Céline Kampagne mit Joan Didion.

 

Parodie der High Fashion

 

Die französische Fotografin Nathalie Croquet hat sich humorvoll mit den überretouchierten Werbeplakaten auseinander gesetzt und sich selbst zum Model gemacht. Sieht man die Bilder nebeneinander, fängt man natürlicherweise an, sie zu vergleichen. Viele würden sich einen solchen Vergleich mit Supermodels nicht zutrauen. Für Nathalie Croquet war das aber kein Problem: „Many people think that I was courageous to do it. But I don’t see myself as particularly brave, maybe I don’t take myself too seriously, that helps“, sagt sie in einem Interview mit dem Blog Maán of the Hour.

Als Croquet auf die Idee für das Konzept kam, wendete sie sich an den Fotografen Daniel Schweizer. Er hat einen großen Teil zur Serie beigetragen, erzählt Croquet dem Blog: „I couldn’t have made those pictures by myself. I had to find the right person who believed in the project. Daniel is the big half part of the Spoof series. He found the name “Spoof” looking at me wearing my pair of round glasses which he felt looked like the double O of the word “spoof”!“

 

„create a confusion in the viewers’ mind“

 

Im ersten Moment hält man „SPOOF“ für ein witziges Fotoprojekt. Für Nathalie Croquet steckt aber viel mehr dahinter. Mit der Serie will sie die Modeindustrie an den Pranger stellen. Für sie sind die Werbefotografien überretouchiert. Ihre nachgestellten Bilder sehen viel echter aus als die Originale. Croquet weiß, dass sie alleine keine Bäume ausreißen und nicht die gesamte Modeindustrie auf den Kopf stellen kann, aber sie kann uns, die Betrachter, erinnern: „The confrontation of the two images create a confusion in the viewers’ mind. Do they prefer to see a beautiful woman sell the product or do they like to see a normal person showing the product? All I know is that I am not going to change the world of advertising.“

Mit ihrer Arbeit hat Nathalie Croquet nicht nur Modemacher, sondern auch die Verbraucher beeinflusst: „They looked at each details, like the trees, the black dominoes, the flower. Then a lot of them told me that they “scan” the campaigns in magazines since (seeing) Spoof. I have contributed to the interest of the advertising in the world. It has influenced those opposed to advertising too. It’s an interesting paradox“, sagt sie im Interviel mit Maán of the Hour. Die Rollen zu tauschen und nun vor der Kamera zu stehen und zu posieren, war für Croquet nicht so einfach: „It was difficult because, as you can see, I am not a model. It was hard to match the expressions and the body positions.“ Aber sie hatte tolle Unterstützung von ihrem Team.

 

Croquets Karriereweg

 

Nathalie Croquet ist fast schon klassisch in die Modebranche gerutscht. Dabei hatte sie während ihres Studiums der Kunstgeschichte in Paris keine Ahnung, was auf sie zukommt, als die einen Nebenjob als Assistentin für eine Moderedakteurin annahm. Das Magazin, für das sie arbeitete, war die amerikanische Vogue. In ihrer Zeit dort arbeitete sie mit Fotografen wie Steven Meisel, Helmut Newton und Guy Bourdin und half den damals jungen Models wie Naomi Campbell, Linda Evangelista und Cindy Crawford beim Umziehen. Im Anschluss arbeitete Croquet ganze 15 Jahre für das Modemagazine Marie Claire, bevor sie als freiberufliche Journalistin für französische und internationale Magazine schrieb.

 

 

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