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Illustrationen: Ängste, die wir alle kennen

Gemma Correll zeigt mit ihren Illustrationen, wie wir unsere Ängsten und depressiven Momenten mit Humor in den Arsch treten sollten.

Manchmal will man einfach allein sein. Sich im Bett verkriechen, mit niemandem reden und an nichts denken. Und doch sind da tausend Gedanken, die uns durch den Kopf trampeln. Wir haben Angst davor, dass wir bald wieder pleite sind. Dass wir uns für das falsche Studium entschieden haben. Wir machen uns Sorgen, ob wir später einen Job finden. Schließlich ist da noch der Berg an Bafög-Schulden. Wir haben Angst davor, unser Leben niemals auf die Reihe zu kriegen, weil wir immer noch von Wäschebergen und anstehenden Klausuren komplett überfordert sind.

Und wenn wir uns dann doch mal überwinden und unsere Höhle verlassen, weil wir zur Arbeit müssen, um uns die nächste Monatsration Pesto und Tiefkühlpizza leisten zu können, ist allein schon die Bahnfahrt eine Tortur. Wieso starren die Leute mich alle so komisch an? Lachen die über mich? Was denken die von mir? Und warum kann ich nicht endlich selbstbewusst genug sein, dass mir das egal ist?

Hat man es dann abends nach Hause geschafft, hätte man am liebsten jemanden, der einem ein Fleißbildchen für den überstandenen Tag erteilt. Wie früher in der Schule. Als man sich um nichts anderes kümmern musste als um seine Hausaufgaben. Als man für jeden Mist gelobt wurde, den man alleine gemacht hat. Heute machen wir alles alleine, aber kein Mensch lobt uns mehr dafür. Manchmal überfordert uns das Erwachsensein einfach und macht uns Angst.

 

Mit Humor gegen die Angst

 

Genau diese Ängste thematisiert Gemma Correll in ihren Illustrationen. Die Engländerin beschreibt sich selbst als Cartoonistin, Autorin, Illustratorin und als „komplett klein“. Gemma weiß, wie es ist, an Angstzuständen und Depressionen zu leiden und findet, dass wir offener über diese Gefühle sprechen sollten. Sie selbst begegnet ihren Ängsten mit Humor. Auf ihrer Homepage gibt sie an, was andere Leute über ihre Arbeit sagen und fügt Zitate wie “wtf. worst cartoons ever!” ein. Dass sie solche Kritik wahrscheinlich nicht auf die leichte Schulter nimmt und davon getroffen ist, erkennt man auf ihren Bildern. Und trotzdem lässt sie sich davon nicht unterkriegen. „Ich denke ganz ehrlich, dass Humor in Zeiten der Not unsere Rettung sein kann. Zum Beispiel, wenn man mit konstanten Angstzuständen und Depressionen lebt, wie ich, erwähnt Gemma gegenüber boredpanda.

Als ängstlicher Teenager hätte sie sich wahrscheinlich ein bisschen besser gefühlt, wenn sie gewusst hätte, dass sie mit ihren Ängsten nicht alleine dasteht, sagt sie.

Ihre Illustrationen hat Gemma in einem Buch zusammengefasst, dass auch in Deutschland übersetzt wurde und „Kein Morgen ohne Sorgen“ heißt.

 

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