Pornostar Aische Pervers im Interview

Was findest du an deinem Job am besten und was am beschissensten?

„Die Antwort ist jetzt wahrscheinlich ein bisschen paradox, aber am beschissensten finde ich tatsächlich den Sex vor der Kamera. Am Anfang ist das natürlich etwas Neues, es macht Spaß und ist irgendwie cool und aufregend. Wenn man das Ganze aber schon so lange macht wie ich, dann leidet das Privatleben schon darunter. Das Schöne an meinem Job ist aber, dass man sehr gut davon leben kann – zumindest, wenn man sich vernünftig anstellt. Und man kann sich seine Zeit meist so einteilen, wie man möchte.“

Hast du privat überhaupt noch Bock auf Sex oder wird dir das too much?

„Das ist manchmal wirklich schwierig. Klar, privater Sex ist auf jeden Fall deutlich schöner, aber unter dem jahrelangen Sex vor der Kamera leidet natürlich auch das Privatleben. Wenn man so viel Content produziert und immer unter Druck steht, was Neues machen zu müssen, ist das alles irgendwie schon blöd. Da kann mir auch keine Darstellerin etwas anderes erzählen!“ (lacht)

Fühlst du dich durch deinen Beruf manchmal in eine Schublade gedrängt?

„Natürlich, aber sowas von! Dadurch, dass man Pornos dreht, wird man meiner Meinung nach komplett diskriminiert. Das fängt damit an, dass man sofort mit einer Prostituierten gleichgesetzt wird. Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn jemand gerne und freiwillig als Hure arbeitet – aber ich mache das eben nicht. Deshalb finde ich es wirklich blöd und anstrengend, ständig solche Sprüche gedrückt zu bekommen oder gefragt zu werden, wie viel eine Nacht mit mir denn koste. Die zweite Schiene: Man ist natürlich auch sofort dumm, wenn man Pornos dreht. Die Leute denken, man würde nichts anderes können, außer die Beine zu breit machen, deshalb ist man halt Pornodarstellerin – weil man für andere Jobs zu doof ist. Ich hab‘ übrigens studiert, so blöd kann ich also gar nicht sein (lacht). Dann hat man es auch auf Social Media besonders schwer. Andere Promis teilen zum Beispiel ständig irgendwelche Fotos, auf denen man durch Klamotten ihre Nippel sieht – wenn ich sowas posten würde, wäre ich sofort gesperrt. Auf YouTube werden meine Videos schon aus Prinzip nicht monetarisiert, sondern als sexueller Content eingestuft – einfach nur, weil ich Aische Pervers bin und in meinem Arbeitsalltag Pornos drehe. Dass meine Videos zwar sexuell sind, aber viel mehr in Richtung Aufklärung gehen, scheint dabei gar keine Rolle zu spielen. Dasselbe Problem gibt es auch im TV: Ich wurde schon so oft fürs Dschungelcamp vorgeschlagen und jedes Mal mit der Begründung abgelehnt, dass ich als Pornodarstellerin nicht geeignet wäre. Das ist den Menschen einfach ein Dorn im Auge, obwohl es für mich ein Job wie jeder andere ist. Man muss in der Branche auf jeden Fall ein dickes Fell haben und sich von Anfeindungen und Kritik nicht unterkriegen lassen. An schlechten Tagen trifft mich sowas auch, aber das ist zum Glück wirklich selten. Für eine sehr zarte Seele wäre das alles nichts.“

Aufgewachsen im Münsterland, zwischen Bauernschaften, Fahrrädern und Dorfpartys. Schreibt seit dem Kindergartenalter, von Kurzgeschichten bis hin zu News-Artikeln, liebt Musik, Sonne, gutes Essen und Gespräche über Gott und die Welt.