Edward Snowden: Penisgrüße aus Moskau

John Oliver Edward Snowden Interview

John Oliver lenkt die Debatte um den NSA Abhörskandal auf Bilder von Penissen um. Ja, richtig John Oliver hat Angst, dass die NSA Bilder von seinem Penis abfängt. Doch nicht nur er macht sich Sorgen. Die Crew von John Oliver hat im Vorfeld des Interviews mit Snowden Leute auf der Straße dazu befragt, was sie davon halten, dass die Regierung Bilder von ihren Geschlechtsteilen besitzt. Klar, wenn es unter die Gürtellinie geht, sind die Menschen empört. Er zeigt Snowden im Interview die Reaktionen auf diese Frage und er zeigt ihm auch, wie die Leute zwei Jahre nach Aufdeckung des Abhörskandals auf seinen Namen reagieren.

 

„Haben die Bilder von meinem Penis?!“

 

Die Reaktionen gehen von „Keine Ahnung wer das sein soll“ bis „Ach ist das nicht dieser Kerl von Wikileaks?“. Viele US-Bürger können sich an den Whistleblower und seinen Taten nicht mehr erinnern. Er kann doch jetzt bedenkenlos zurück in die USA kommen, scherzt John Oliver im Interview. John Oliver stellt Snowden vor reale Tatsachen und sagt ihm, dass kaum jemanden die Debatte in den USA interessiert. Um Aufmerksamkeit zu erregen und das Vertrauen in den Rechtsstaat zu erschüttern, muss die Debatte über intime Nacktbilder geführt werden. Denn hier ist die amerikanische Gesellschaft immer besonders betroffen. Klar, das Gesellschaftsbild von Oliver ist hier etwas überzeichnet, aber er hat, wie die Reaktionen der Bürger zeigen, durchaus recht. Technische Details sorgen für Desinteresse bei den Bürgern und so zwingt er Snowden, im Interview bei den harten und verständlichen Fakten zu bleiben. Das witzige Interview mit Edward Snowden beginnt ab Minute 14.

John Oliver zeigt mal wieder ein perfektes Gespür dafür, wie er Informationen mit einer unterhaltenden und witzigen Art an die Menschen rüberbringen muss. Seine Sendung besticht immer wieder durch investigative Berichte zu den verschiedensten Themen, die meistens vor allem die USA betreffen. Aber John Oliver schafft es, über die Grenzen der USA hinweg, über Machenschaften von beispielsweise der FIFA, minutenlang zu berichten, ohne dabei für Langweile zu sorgen. John Oliver vermeidet bewusst auf die Leute mit dem erhobenen Zeigefinger, loszugehen.

 

Journalismus der feinsten Sorte!

 

John Oliver sticht mit seinem Team ziemlich heraus und zeigt, wie wertvoll Humor und Satire für unsere Gesellschaft sein können. Auch in Deutschland gibt es einige vergleichbare Sendungen, da wäre die heute-show, die aber nicht tiefer in die politische Materie reingeht, sondern viel mehr an der Oberfläche kratzt. Auch die Anstalt weist auf Fehlentwicklungen hin und klärt auf, macht das aber mit einer deutlich ernsteren Art als ein John Oliver. Aber beide Sendungen sind genauso wichtig wie John Olivers Sendung. Wer in Deutschland die Mischung aus Satire und Informationen vielleicht noch am ehesten wie ein John Oliver hinkriegt, ist Jan Böhmermann in seiner Rubrik Eier aus Stahl.

Auch wenn John Oliver selbst in Interviews immer behauptet, er sei kein Journalist, seine Sendung Last Week Tonight macht Journalismus der feinsten Sorte! Bitte mehr davon!

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Bildquelle: YouTube-Screenshot/ Last Week Tonight with John Oliver 

Autor: Ich bin Student der Sozialwissenschaften - mache ansonsten ganz viel Radio und bin ein Geek in Sachen Musik. Wenn ich mal gerade nicht einer Band ein Mikro ins Gesicht halte suchte ich gerade den neuesten Serienhit oder züchte meinen Rauschebart.