Unistress: Keine Zeit, muss lernen.

Studentin Lernen Stress

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass ihr lernt und lernt und einfach nichts dabei rum kommt? Ihr seid enttäuscht, dass eure Hausarbeit nur mit einer 2,7 benotet wurde, denn für euren Lernaufwand hättet ihr mindestens eine 1,0 verdient? Dieses Phänomen ist sicherlich kein neues und vielen von uns schon aus der Schulzeit bekannt. Da gab es einerseits den Typ Vollstreber, der immer Einsen geschrieben hat und dessen außerschulisches Leben lediglich aus der Lernerei bestand. Auf der anderen Seite gab es da auch den Easy Peasy-Lerner, der schlichtweg nie was tun musste und mit einmal Durchlesen trotzdem ziemlich gut durch die Klausur kam. Die meisten von uns würden sich wohl irgendwo in der Mitte dieser beiden Extreme ansiedeln.

„Ich kann echt gar nichts“

 

Doch manchmal scheint das, was wir tun, nicht auszureichen. Wir fragen uns: Wie machen die anderen das nur? „Ich hab diesmal so wenig gemacht für die Klausur“, „Ich kann echt gar nichts“ – das sind so die typischen Sätze, welche man von seinen Kommilitonen mitunter hört, kurz bevor es in den Prüfungssaal geht. Ob sie sich damit vor ihren Mitstreitern entschuldigen wollen oder sich selbst damit trösten, wenn das Ergebnis im Nachhinein schlecht ausfällt, das sei jetzt mal dahin gestellt. Doch wie viel Lernzeit investieren unsere Mitstudenten tatsächlich in ihr Studium?

Eine Studie der Universität Konstanz im Auftrag des Bundesbildungsministeriums zeigt: Studenten hängen durchschnittlich 31 Stunden pro Woche in ihr Studium. Davon fallen rund 17 Stunden für Lehrveranstaltungen an. 12 Stunden sind Selbststudium und die restlichen zwei Stunden gehen für Gruppenprojekte drauf. Oft wird von unseren Dozenten gepredigt, man solle mindestens eine Stunde Vor- und Nachbereitung zusätzlich zur Präsenzzeit miteinplanen, wenn wir ein Modul erfolgreich abschließen wollen. Doch mal ehrlich: Wer macht das schon? Klar, in manchen Fächern ist das Lernpensum einfach enorm hoch. Jedoch liegt der durchschnittliche Student mit seinem Arbeitsaufwand noch unter der Stundenzahl eines normalen Arbeitnehmers.

 

Tiermediziner haben die intensivste Arbeitswoche

 

Das zeigen auch die Ergebnisse der Uni Konstanz. Die intensivste Arbeitswoche haben demnach die Tiermediziner mit 45 Wochenstunden, gefolgt von den Pharmaziestudenten mit 40 Wochenstunden und den Chemikern mit 37 Wochenstunden. Germanisten und Romanisten kommen auf 29 Stunden. Den wenigsten Arbeitsaufwand haben hingegen die Kunstwissenschaftler mit durchschnittlich 25 Wochenstunden.

Doch Arbeitsaufwand hin oder her. Auch wenn wir mit unserer Lerneffizienz jetzt nicht ganz ins Raster fallen, ist das nicht schlimm. Der eine braucht eben länger, der andere checkt´s schneller. Und diese Zeit sollte man sich dann auch einfach gönnen. Vorausgesetzt man ist ehrlich zu sich selbst und verbringt die Hausarbeitsrecherche nicht zur Hälfte bei Facebook, sondern arbeitet produktiv an der Sache. In diesem Fall sollte man sich in keinem Fall vom Gerede der Kommilitonen ins Bockshorn jagen lassen, die ja ach so wenig lernen, denn wer weiß wie oft diese heimlich dem Leistungsdruck verfallen.

 

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Bildquelle:  John Althouse Cohen unter CC BY 2.0

Autorin: Als Pfälzer Mädsche muss man die Feste feiern wie sie fallen. Dazu nehme man: Eine Hand voll guter Kumpanen, einen guten Wein, eine Priese Frohsinn und natürlich einen Bollerwagen. Dann zieht man los, sinkt, lacht und denkt sich die lustigsten Geschichten aus. Dass ich mir nun für ZEITjUNG Anekdoten ausdenken darf, das ist mir eine Freude!