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17 mutige Frauen setzen ein Zeichen gegen Brustkrebs

Auf der ganzen Welt wird heute der Weltfrauentag gefeiert. Die Organisation Pink Ribbon nimmt ihn zum Anlass, um auf Brustkrebs-Früherkennung aufmerksam zu machen.

Es war ein historischer Moment, als im Jahr 1919 die ersten Frauen in der deutschen Geschichte ihre Stimmzettel einwerfen durften. Ein jahrhundertelanger Unabhängigkeitskampf gespickt mit triumphalen Momenten  –  Meilensteine wie diese werden am heutigen Weltfrauentag, dem 08. März, gefeiert.

Und doch befürworten nicht alle Frauenrechtler/innen dessen Einführung: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben“, meint die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding.

Egal, ob man für oder gegen einen solch besonderen Frauentag ist – mit Sicherheit ist es sinnvoll, den heutigen Tag zum Anlass zu nehmen, auf wichtige Themen aufmerksam zu machen, die alle Frauen angehen. Dies hat sich besonders die Organisation Pink Ribbon zu Herzen genommen: Heute startet ihre wirkungsvolle Kampagne „Check it before it’s removed“. 17 mutige Frauen posieren mit nackter Brust vor der Kamera, um Frauen für Brustkrebs-Früherkennung zu sensibilisieren.

 

Brustkrebs-Früherkennung kann Menschenleben retten

 

Tatsächlich ist keine Frau, ob jung oder alt, sicher vor Brustkrebs. Jede achte Frau erkrankt an der gefährlichen Krebsart, in Deutschland sind es jährlich circa 70.000. Mit einer frühen Erkennung der Krankheit ist eine Heilung zumindest möglich. Wenn der Krebs in frühem Stadium entdeckt wird, kann eine schonende und häufig erfolgreiche Behandlung erfolgen. Doch das kann laut Pink Ribbon – einer Organisation die, sich auf die Sensibilisierung von Brustkrebs-Früherkennung spezialisiert hat – nur nach regelmäßigen Frauenarztbesuchen und entsprechenden Untersuchen wie dem Brustabtasten erfolgen.

Um das so vielen Frauen wie möglich klarzumachen, wurde „Check it before it’s removed“ ins Leben gerufen. Hinter der Kampagne, die auf den ersten Blick wie eine medizinische Routine-Unternehmung wirkt, steckt eine ausgeklügelte Strategie: Der Clue besteht darin, dass die Fotos der 17 entblößten Frauen mit einem Klick auf sozialen Netzwerkplattformen wie Facebook und Twitter geteilt werden können.

 

Die Facebook-Prüderie

 

Denn Nacktbilder sind auf Facebook wegen der Erregung öffentlichen Ärgernisses nicht gern gesehen und werden umgehend gelöscht. Damit erregt die Kampagne exakt die erwünschte Aufmerksamkeit, ganz nach dem Motto: Je mehr Fotos geteilt und anschließend wieder gelöscht werden, desto besser. Und neben der eigenen Sache wird damit auch gleich auf die das Paradoxon Facebook aufmerksam gemacht: Auf der einen Seite werden hier üble Hetz- und Hasskommentare toleriert, während eine Frau, die ihre nackte Brust zeigt, und damit für eine gute Sache einsteht, keine Chance gegen amerikanische Facebook-Prüderie hat und daher nicht geduldet werden kann.

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