Künstler, die wir lieben: Puria Safary – selten war Porträt-Fotografie so deep

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Von Sara Müller 

Um als Fotograf erfolgreich zu sein, braucht es mehr als nur eine gute Kamera. Es braucht den Blick für das Besondere im Alttäglichen, das Bauchgefühl, um genau im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken, die Hingabe an die Kunstform, die die Person vor der Kamera mitreißen kann. Ein guter Fotograf schafft es aus den einfachsten Motiven erstaunlich tiefgreifende Fotos zu zaubern. Das ist auch Puria Safary in seiner neuen Serie “FACES” mehr als gelungen.

Der Berliner Fotograf mit persischen Wurzeln fängt in seinen Bildern immer einen besonderen Moment oder ein gewisses Feeling ein, das einem nicht entgeht. Der Wahl-Berliner wuchs in Aachen, umgeben von persicher Kultur, auf. Sein Umzug nach Berlin war prägend für seine Kunst. Seine Modelle tragen, wie er selbst, meistens Jeans und ein simples schwarzes Shirt. Dieser Minimalismus wird durch die Wahl der Schwarzweißfotografie nur noch unterstrichen. Die Entscheidung zu farblosen Fotos hat er dabei sehr bewusst getroffen, um einen kurzen Moment möglichst zeitlos festzuhalten. Wir sollen beim Betrachten der Bilder den Moment der Aufnahme spüren können. Das ist ihm bei der Reihe “FACES” definitiv gelungen.

Wir haben Puria zu seiner Kunst befragt:

 

ZEITjUNG.de: Deine Fotografien fokussieren sich im Wesentlichen auf Menschen. Warum lichtest du am liebsten dein Gegenüber ab?

Puria Safary: Bei jedem Shooting lernt man von seinem gegenüber und hat parallel die Möglichkeit seine Vision und Gefühle zu verwirklichen. Aber auch selber daran zu wachsen… Auch die Möglichkeit zu besitzen die verschiedensten Menschen mit all ihren Ecken und Kanten auf meine Art und Weise darzustellen, auf eine Art die mir in Deutschland gefehlt hat. Eine ehrliche Art, reduziert auf das Maximum, den Menschen.

 

Wenn du die Wahl hättest, welche Person hättest du gerne mal vor deiner Linse?

Wenn ich einen Wunsch hätte, dann wäre es Muhammad Ali gewesen. Trotzdem gibt es viele verschiedene Künstler mit denen ich gerne in Zukunft arbeiten will.
Da ich mich stark von der Rock’n’Roll Musik inspirieren lasse und sie auch ein fester Bestandteil meiner Shootings ist, wären einige Bands aus diesem Genre interessant für mich. Musiker, wie Miles Kane. Ich freu mich auf die Zukunft!

 

Auf deinen Bildern lächeln die Models fast nie, sondern blicken eher ernst, nachdenklich und gefasst drein. Woran liegt das?

Ich achte sehr auf den Moment, wenn mein Gegenüber in sich geht, sich wohl fühlt und mir auch parallel vertraut.
Es entsteht eine sehr spannende und interessante Atmosphäre in der beide sehr konzentriert sind. Aber auf eine sehr angenehme Art und Weise, was die Ernstighaftigkeit des Bildes aussagt. Es entstehen aber auch schöne Momente, an denen während des Shootings viel gelacht wird, wir aber den Fokus nicht verlieren.

 

Hier könnt ihr einige der Meisterwerke aus der Reihe “Faces” von Puria Safary ansehen:

 

Anna Maria Mühe (Schauspielerin)

Jaime Ferkic (Schauspieler)

Jannik Schümann (Schauspieler)

Lea van Acken (Schauspielerin)

Jannis Niewöhner (Schauspieler)

Joel Basman (Schauspieler)

Louis Hofmann (Schauspieler)

Oleg Tikhomirov (Schauspieler)

Sven Scheele (Schauspieler)

Aleksandar Jovanovic  (Schauspieler)

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Bildquelle: Puria Safary

CvD: Ich studiere eine Kombination aus Soziologie und Politikwissenschaft an der Uni Augsburg. Meine politische Bildung habe ich jedoch eher durch gemütliche Weinabende mit Freunden als durch Anwesenheit in der Uni ausgebaut. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage „Und, was machst du nach dem Studium?“ bin ich wieder zum Schreiben gekommen.