Plötzlich alt: 5 Dinge, die wir später bereuen werden

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Ja, Bürokratie kann nervig sein. Und bereuen sollte man ohnehin nur die wenigsten Erfahrungen im Leben. Es bleiben schließlich Erfahrungen, und aus denen kann man lernen. Die Angst, etwas verpasst zu haben, dominiert schließlich schon genug Lebensbereiche. Anderes jedoch rächt sich, wenn wir in unseren Zwanzigern nur an Netflix und das nächste Späti-Bier gedacht haben.

1. Notfallgroschen

 

Länger als die Regelzeit studieren? Keine gute Party auslassen? Nicht jeden Cent umdrehen? Geschenkt. Keiner beschäftigt sich gerne mit dem Thema Altersarmut. Aber was die vermeintlich noch ferne Zukunft angeht, sollten wir erwachsen sein. Es gibt schließlich keine Altersgrenze für Unfälle oder einen Burnout. Und was passiert, wenn wir dadurch nicht mehr arbeiten können, bevor wir irgendwann mit 67 in Rente gehen? Richtig, dann kriegen wir noch weniger Geld vom Staat als ohnehin schon. Nutzen wir doch einfach einen tristen Sonntag im Winter, den wir sonst im Bett verbringen würden, um uns darüber zu informieren, wie wir uns gegen Altersarmut und gegen berufliche wie private Risiken absichern können. Danach dürfen wir sorglos weiter unserer Netflix-Sucht frönen.

 

2. Reisen

 

Sparen und Reisen schließen einander nicht aus. Wenn wir ehrlich sind, könnten wir auf viele Dinge verzichten, für die wir sinnlos Geld ausgeben. Wie man auch mit 7 Euro am Tag fünf Kontinente bereisen kann, verrät das Paar Alex und Charlie aus Polen. Den beiden ging es genau wie uns – sie hatten kein Geld und wollten die Welt sehen. Aufhalten ließen sie sich nicht. Wenn man jung ist, braucht man halt nicht viel.

 

3. Kultur

 

Du lebst in einer Großstadt wie München, Hamburg oder Berlin? Du gehst trotzdem nur ein- bis zweimal im Jahr ins Theater oder Museum, weil du am Wochenende zu müde bist und unter der Woche prokrastinierst oder in einem Start-up Überstunden schiebst? Erwischt! Hier hilft ein ähnlicher Trick wie bei Sportmuffeln: Mit einem Abo und einer kulturinteressierten Person sind wir gleich motivierter, abends noch aus dem Haus zu gehen. Nehmen wir uns ein Beispiel an der 97-Jährigen Katharina Temmeyer aus Osnabrück: Sie hat seit über 70 Jahren ein Theaterabonnement.

 

4. Beruf

 

Es soll ja immer noch Menschen geben, die glauben, nur mit BWL oder Jura später erfolgreich und glücklich sein zu können. Zugegeben, gerade die Geisteswissenschaftler verdienen nicht die Welt in ihren Jobs. Taxifahrer werden aber auch nicht alle. Beim nächsten Jahrgangstreffen könnt ihr wahrscheinlich auch keine Bilder von eurem Haus, eurem Auto und eurer Yacht vorzeigen. Dafür quält ihr euch aber nicht durch eine 60-Stunden-Woche, habt noch Zeit für eure Freunde und Hobbys und später etwas zu erzählen.

 

5. Liebe

 

Niemand legt gerne gleich sein Gefühlsleben auf den Tisch. Sich aus Angst beim Dating mit Tricks aus der Affäre zu ziehen, ist aber auch nicht die feine Art. Und wenn wir 40 sind, wollen wir nicht unbedingt im Club neben Anfang-20-Jährigen stehen, oder? Lassen wir den dicksten Fisch im Teich also nicht leichtfertig von der Angel, sondern beweisen Mut und sagen unserem Objekt der Begierde einfach, was Sache ist. Und vor allem: Hören wir endlich auf, uns bei jedem Satz des Anderen eine Apokalypse auszumalen und uns über Kleinigkeiten aufzuregen. All diese Zeit können wir dafür nutzen, uns über große Dinge aufzuregen – und damit Kritikern zeigen, dass unsere unsere Generation nicht so unpolitisch ist, wie es immer heißt.