Karotte mit Maßband

Den nun veröffentlichten Ergebnissen liegt eine große Untersuchung zugrunde, die bereits 2017 von Swan und ihrem Forscherteam abgeschlossen wurde. Sie werteten 185 Studien mit fast 45 000 Männern aus und gewannen erschreckende Erkenntnisse. In den letzten vier Jahrzehnten sei laut der Studie die Spermienzahl bei Männern um mehr als 50 Prozent gesunken. Es stellte sich bei weiteren Nachforschungen heraus, dass sich die sexuelle Entwicklung nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen und ganz anderen Spezies, verändert. Im schlimmsten Fall könne man sich so auf eine unfruchtbare Welt hinbewegen. Laut Swan wäre es möglich, dass bereits 2045 die meisten Männer nicht mehr in der Lage sind, lebensfähige Spermien zu produzieren. 

In ihrem Buch „Count Down: How Our Modern World Is Threatening Sperm Counts” nennt Swan die Hauptschuldigen und weitere Auswirkungen: So können Phtalate, sogenannte Weichmacher, das Hormonsystem des Menschen beeinflussen. Das Forschungsteam setzte Ratten während der Embryonal-Entwicklung dem Schadstoff aus und entdeckte, dass männliche Ratten kleinere Penisse besaßen. 

Phtalate werden in der Industrie verwendet, um Kunststoffe flexibler zu machen. Laut Swan sind sie aber auch in einigen Spielzeugen und Lebensmitteln enthalten und könnten so die menschliche Entwicklung beeinträchtigen. Phtalate ahmen im menschlichen Körper das Hormon Östrogen nach und stören so die natürliche Hormonproduktion.