Matriarchat: Das Modell der Zukunft?

Es gibt ferne Völker, in denen Frauen an der Macht sind. Solche matriarchalischen Gesellschaften sind ganz anders als wir es in Deutschland kennen. Wäre ein solches Prinzip wünschenswert? Oder ist es nur eine utopische, verrückte Vorstellung, ohne Erfolg?

Was wäre, wenn Frauen an der Macht wären? Wenn Frauen sich ihren Mann aussuchen? Frauen die harte Arbeit machen? Männer zu Frauen ins Haus ziehen? Die Vorstellung, dass Frauen mächtiger sind als Männer scheint fernab von jeder Realität, doch es gibt sie, die matriarchalischen Gesellschaften. Das Matriarchat scheint im ersten Moment das Gegenstück zum allgegenwärtigen Patriarchat zu sein, doch so ist es nicht.  

Das Urgestein: die Frau als Chefin 

Die deutsche Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth sagt, 20% der erfassten Ethnien Asiens, Amerikas und Afrikas seien matriarchalisch, also mutterherrschend, geprägt. Tatsächlich gibt es deutlich weniger Gemeinschaften, in denen das Matriarchat noch so streng wie zu seiner Entstehungszeit praktiziert wird. Wir blicken zurück. Die Spuren der weiblichen Herrschaft können schon in der frühen Steinzeit festgestellt werden. Im Laufe der Zeit entwickelten Frauen Ackerbautechniken, während die Männer jagten und sammelten. Sie schmissen den Laden mit harter Arbeit, versorgten die Kinder und trafen alle Entscheidungen – hat sich ja nicht viel geändert in den letzten Jahrtausenden ;) . Erst ca. 2000 v. Chr. begannen die ersten patriarchalischen Entwicklungen. Das Matriarchat soll also früher da gewesen sein als das heutige Patriarchat. Warum Matriarchat und Patriarchat nicht das gleiche sind, könnt ihr hier nachlesen.

Matriarchalische Völker heute 

Aber wie sehen solche Gemeinden heute aus, in denen Frauen die Chefinnen sind? An fernen Orten gibt es solche Völker, wie z.B. die Khasi in Indien, bei denen die Frauen alle Eigentumsrechte besitzen. Falls geheiratet wird, zieht der Mann zur Frau. Frauen erben und ihr Name wird an die Kinder weitergegeben. Töchter sind gewünscht, denn sie werden die Chefinnen sein. Und wenn die Frau ein Kind bekommt, ist es egal, wer der Vater ist, denn es zählt die Mutter. Deshalb werden Kinder in solchen Strukturen meist von der gesamten männlichen Verwandtschaft erzogen, statt nur von ihrem biologischen Zeuger.  

Zwei Inderinnen bei ihrer Arbeit

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.