„Musik berührt nur, wenn sie authentisch ist“ – Im Interview mit Dermot Kennedy

Das neue Album des irischen Musikers Dermt Kennedy heißt Sonder. Ein Titel wie ein ganzes Lebensgefühl. Und genau so klingen auch die Songs des 30-Jährigen. Gewohnt melancholisch, handgemacht und mit viel Gefühl. Wir haben mit ihm über das Musikmachen, seine Karriere und die geplante Tour gesprochen.


Rahel: Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Album! Hast du schon einen Plan, wie du den Release am 18.11 feiern wirst?

Dermot: Ja habe ich! Wir werden den Release in New York feiern. Ich kann noch nicht genau sagen, was wir machen, aber es wird in jedem Fall ein großartiger Tag.

Rahel: Dein Album heißt ‚Sonder‘. Ich habe das Urban Dictionary bemüht und bin auf folgende Beschreibung gestoßen: Das tiefe Gefühl zu erkennen, dass jeder Mensch ein ebenso komplexes Leben führt, wie man selbst. Warum dieser Titel?

Dermot: Ich denke einfach der Titel passt zu mir und meiner Musik. Wir als Künstler werden oft dazu ermutigt nur an uns selbst zu denken. An unsere Zukunft, unseren Erfolg, unsere Projekte. Die ganze Industrie dreht sich dadurch sehr stark um sich selbst. Und um ehrlich zu sein bin ich sehr begeistert von der Idee, andere Menschen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch ihre Geschichten in meine Musik einfließen zu lassen. Ihnen Raum zu geben. Schließlich haben alles Menschen die gleichen Emotionen, nur ich bin eben derjenige, der sich auf die Bühne stellt und von ihnen singt. Deswegen hoffe ich sehr, dass andere sich in meinen Texten und meiner Musik wiederfinden.

Rahel: Ich denke das werden sie auf jeden Fall! Jetzt wo dein zweites Album rauskommt, bemerkst du einen Unterschied zum ersten? Bist du aufgeregter oder machst du dir mehr Gedanken darüber, wie deine Fans die neuen Songs finden?

Dermot: Klar interessiere ich mich sehr dafür, wie meine Fans und auch Menschen, die mich nioch nicht kennen, das Album aufnehmen werden. Aber ich glaube, ich habe heute einfach mehr Selbstbewusstsein in Bezug auf meine Kunst, zumindest in Vergleich zu meinem ersten Album. Da war ich wirklich richtig aufgeregt. Heute freue ich mich eher auf das Feedback. Ich habe so hart für diese Karriere gearbeitet und es ist sehr beruhigend, zu wissen, dass der Erfolg nicht aus dem Nichts kam. Deswegen kann ich heute sagen, dass ich weiß, was ich da tue. Ich kenne meine Fans mittlerweile ganz gut, ich weiß was ich kann und was nicht. Das gibt viel Sicherheit. Darum freue ich mich jetzt einfach auf den Release des Albums.

Rahel: Also würdest du sagen, dass du deinen persönlichen Stil gefunden hast?

Dermot: Gute Frage. Ich denke es ist wichig innerhalb seiner Musik authentisch zu bleiben. Man möchte wiedererkannt werden. Dennoch denke ich, dass es möglich ist im Stil, dem Genre oder auch dem Thema flexibel zu bleiben. Zum Beispiel sind die Leute immer wieder überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass HipHop einen großen Einfluss auf meine Musik hat. Das heißt nicht, dass ich versuche Musik zu machen, die wie HipHop klingt, sondern nur, dass ich von HipHop inspiriert werde. HipHop-Musiker haben häufig eine richtig starke Storyline, sie sind gute Geschichtenerzähler und sehr roh in ihren Lyrics. Das finde ich beeindruckend. Ich gehe fest davon aus, dass sich meine Musik weiterentwickeln wird, aber sie wird immer echt und authentisch bleiben.