Coffee to go againGeneration-YJulia PostJunge-coole-LeuteMünchenNachhaltigkeitUmweltUmweltschutz

Coffee to go again: Bringt doch einfach eure eigenen Becher!

Julia Post von „Coffee to go again“ erklärt, warum wir dringend auf Einwegbecher verzichten müssen.

Junge Leute, die coole Sachen machen: Nicht lange warten, einfach loslegen. Wir stellen euch in diesem Format junge Leute vor, die wir bewundern, weil sie sich einfach getraut haben, einen Traum in die Tat umzusetzen. Sie zeigen uns, dass es sich lohnt. Dieses Mal haben wir mit Julia Post gesprochen, die mit ihrem Projekt „Coffee to go again“ der Umwelt einen Dienst erweisen möchte.

Das Müllproblem gehört zu den wichtigsten Themen unserer Generation. An manchen Küsten unserer Erde ist das Müllproblem so stark, dass ein Massensterben von Meerestieren und vor allem Vögeln an den Folgen unübersehbar ist. Wie viel Müll die Menschheit produziert, sieht man jeden Tag in Großstädten. Die öffentlichen Abfalleimer sind am Nachmittag prall gefüllt und eine bestimmte Müllsorte fällt besonders auf. Coffee to go Becher. Das hat Julia Post dazu gebracht, ein Projekt ins Leben zu rufen, das zumindest die Anzahl von weggeschmissenen Bechern runterschrauben soll.

Julia ist 25 Jahre alt und kommt aus dem Münchner Umland. Sie ist in Gräfelfing aufgewachsen und hat beim Sterne-Hotel „Bayerischer Hof“ in München eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht. Danach war sie dort eineinhalb Jahre in der Administration angestellt und startete nebenbei ein Fernstudium der Politikwissenschaften. Sie wurde auf ein Trainee Programm der Grünen in Berlin aufmerksam und bewarb sich. Um für dieses Programm angenommen zu werden, musste man sich mit einer eigenen Projektidee bewerben. Sie kreierte die Idee zu „Coffe to go again“.

 

Coffee to go again

 

In einem Hotel kommt tagtäglich eine Menge Müll zusammen. Auch die Beobachtung der Müllproduktion auf öffentlichen Plätzen und Mülleimern ließ die Idee in Julias Kopf heranwachsen. „Das war plötzlich für mich die ideale Kombination aus dem, was ich mache und was ich als große Problematik ansehe“, erzählt Julia gegenüber ZEITjUNG. Und auch die Beobachtung davon, wie Coffee to go von vielen genutzt wird, gab Julia die letzte Motivation. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Coffee to go einfach total verschwenderisch benutzt wird“, erklärt Julia.

Julia will den Konsumenten den Gedanken näher bringen, dass man Mehrwegbecher für den Weg zur Arbeit oder Uni nutzen könnte. Laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) landen stündlich 320.000 Einwegbecher im Abfall. Vor allem die Plastikdeckel sind hier das Problem.

Bei täglichen Einkäufen gab es in den letzten Jahren schon ein Umdenken in der Bevölkerung. Plastiktüten sind out. Stofftaschen werden genutzt und auch bei vielen Modeunternehmen werden mittlerweile ausschließlich Papiertüten für die Ware ausgegeben. Und wenn es nach Julia geht, soll nun auch das Benutzen eines Mehrwegbechers unter den Menschen zur Gewohnheit werden. Die Betriebe sollen also den Kaffee nicht mehr in Einwegbecher füllen, sondern in die mitgebrachten Mehrwegbecher der Kunden.

 

Aller Anfang ist schwer

 

Zu Beginn wurde Julias Projekt-Alltag vom Brainstorming regiert. „Da haben mir auch die anderen Trainees aus Berlin sehr geholfen. Dass man à la Kampagnenarbeit erstmal festlegt, was die Zielgruppe ist und wie ich ich das Konzept konkret umsetzen könnte.“

Julia betreibt „Coffee to go again“ alleine. Wegen ihrer Bachelor Arbeit und dem Trainee Programm bei den Grünen ist ihr ein geregelter Arbeitsalltag mit ihrem Start-Up aber nicht möglich. So muss sie aktuell allein ihre Freizeit nutzen, um relevante Betriebe wie Bäckereien anzusprechen und von ihrer Idee zu überzeugen. Am Anfang sei sie sehr aufgeregt gewesen. „Man hat ja keine Ahnung, wie dann reagiert wird… Ja mei, was soll ich jetzt schon wieder kaufen, oder was soll ich unterstützen?!“ Von Anfang an machte Julia aber viele positive Erfahrungen. Geholfen habe vor allem, dass sie auch aus der Gastro kommt. Ihr Projekt bedeutet für diese kleinen Betriebe keinen großen Mehraufwand. Das versucht Julia ihren potenziellen künftigen Partnern klar zu machen. Sie hatte sogar schon Begegnungen in Cafés, oder Bäckereien, wo von den Mitarbeitern direkt gesagt wurde: „Ja, das mit den Bechern nervt uns auch!“ Wenn die Betriebe mitmachen möchten, bekommen sie einen Sticker, den sie bei sich aufkleben können. Damit wird den Kunden signalisiert: Bringt doch bitte ab jetzt eure eigenen Gefäße mit!

 

Nicht den einfachen Weg wählen

 

Natürlich ist es mit etwas Aufwand verbunden, den eigenen Becher dabei zu haben und wieder zu spülen. Aber diesen Aufwand sollten man betreiben, um seine Umwelt zu unterstützen. „Hey es ist voll cool, was für meine Umwelt zu tun. Und es ist so einfach!“ Dieses Gefühl möchte Julia vermitteln. „Man darf es sich nicht immer so einfach machen.“ Aktuell hat sie bereits 24 Betriebe überzeugt, ihr Projekt zu unterstützen Und einige von diesen berichten, dass Kunden schon jetzt regelmäßig mit Mehrwegbechern vorbeischauen. Das Projekt kommt also ins Rollen. Bis jetzt ist „Coffee to go again“ nur in München vertreten. Doch sie hofft in anderen Städten auch diese Mentalität verbreiten zu können. In Berlin ist es vielleicht bald soweit. Eine Freundin von Julia versucht, dort Betriebe für das Projekt zu gewinnen.

Von manchen wird Julias Projekt falsch verstanden. Viele denken, dass sie dem Trend „Coffee to go“ ein Ende setzen will. „Ich will niemanden einen Trend wegnehmen. Ich finde es nur cooler, wenn man dabei etwas für die Umwelt macht.“ Und wenn ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, der einen Laden kennt, der Bock hat das Projekt zu unterstützen, erfahrt ihr auf ihrer Seite wie man ein Teil der Bewegung werden kann.

Bilder: Coffee to go again

Kommentare

  1. Hallo !
    Ich habe seit Jahren eine Bäckerladen in Koblenz und praktiziere das schon seit Jahren mit meiner Stammkundschaft.
    Ich finde die Idee super und hoffe das viele Menschen endlich mal darüber nachdenken, was Sie da täglich der Umwelt antun…

    Tina / Antworten

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren