Terror und Krieg: Ist die Welt besser, als wir denken?

Syrien Krieg Soldat

Besonders derzeit scheint die Anzahl an Horrormeldungen stetig größer, statt kleiner zu werden, die Krisen immer dramatischer. Paris. Krim. Syrien. Oft verfallen wir angesichts solcher immer wiederkehrender Abfolgen von Hiobsbotschaften in eine Schockstarre, manche gar in einen Trotz, schatten sich von der negativen Nachrichtenkultur ganz ab. Doch wird die Welt wirklich immer nur schlechter? Glaubt man Peter Diamandis, ist dies ein Trugschluss. In seinem TED-Talk “Abundance is our Future” (Überfluss ist unsere Zukunft), erklärt er, warum die Welt eigentlich ganz in Ordnung ist, wir aber durch die Medien einen falschen Eindruck entwickeln.

Ein Eindruck, der 24/7 vor allem von negativen Nachrichten geprägt ist. Kein Zufall, wie Diamandis, vom Fortune Magazine zu einem der “World’s 50 Greatest Leaders” erklärt, erläutert: “The news media preferentially feeds us negative stories because that’s what our minds pay attention to”. Unsere Sinne nehmen jeden Tag mehr Informationen, auf als unser Hirn verarbeiten kann. Dies erfordert ein Filtern von Daten, dessen Aufmerksamkeit vor allem von unserem Überlebensdrang bestimmt wird. Die erste Anlaufstelle aller Informationen ist die Amygdala, ein Teil der Temporallappens, der uns als “Frühwarnsystem” dient und Gefahren zu erkennen versucht. Schlechten Nachrichten schenken wir also unbewusst mehr Aufmerksamkeit! “Because nothing is more important for us than survival”.

If it bleads, it leads

 

Die alte Nachrichtenweisheit “If it bleads, it leads”, scheint also traurige Wahrheit zu sein. Positive Meldungen gehen seitens der Medien bewusst unter, so die Theorie. Kein Wunder, dass diese einseitige Berichterstattung für viele Menschen in der Wahrnehmung eines schlechten Weltbilds,sogar in Pessimismus endet. Diamandis betont aber, dass dieses Gefühl nicht der Realität entspricht. Es handelt sich vielmehr um eine Wahrnehmungsverzerrung, die unser Urteilsvermögen ohne unsere Kenntnis, irreleitet.

In vielen Bereichen des Lebens geht es uns nämlich besser als je zuvor. Nicht nur unsere Lebenserwartung, sondern auch Technologien tragen dazu bei: “The average human lifespan has more than doubled; average per capita income adjusted for inflation around the world has tripled. Childhood mortality has come down by a factor of 10. Add to that the cost of food, electricity, transportation, communication has dropped 10 to 1,000-fold.” Innovationen wie das Internet samt Google tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen Zugang zu Bildung haben. Wir teilen unser Wissen, ein enorm positiver Effekt, der dabei helfen kann, dass mehr Menschen zu neuen Lösungen beitragen können.

Die Suche nach “Happy News”

 

Dazu kommt auch, dass es uns logischerweise durch die Digitalisierung im Vergleich zu früher, immer umfangreicher und schneller möglich ist, von Geschehnissen zu erfahren. Immer öfter wenden sich Menschen von Schreckensmeldungen ab, sie treibt eine Sehnsucht nach positiven Entdeckungen, Entwicklungen und Projekten. Erfreuliche Nachrichten füllen ganze Websites (Good News, Positive News, Daily Good), bestes Beispiel auch die Rubrik “GOOD” der Huffington Post. Glaubt man Stefan Niggemeier von der “Zeit”, sind “Constructive News” die Zukunft. Konstruktive und positive Meldungen, die dabei helfen, dass der Fokus auf Lösungen, weniger auf Problemen liegt. Dies könnte eventuell auch dazu führen, dass es im Umkehrschluss weniger negative Meldungen geben wird.

“I’m not saying we don’t have our set of problems”

 

Ob wir Diamandis nun glauben wollen oder nicht, Fakt ist: Natürlich haben wir Probleme. Vieles läuft gewaltig schief in der Welt. Das Wissen, dass mehr Positives passiert, als wir mitbekommen, kann aber motivieren, uns auf die Lösung dieser Probleme zu konzentrieren. Diamandis trifft den Nagel auf den Kopf: “I’m not saying we don’t have our set of problems; we surely do. But ultimately, we knock them down”. Die Welt ist also doch ein bisschen mehr in Ordnung, als wir denken. Irgendwie tröstlich.

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Bildquelle: a.anis by CC2.0

 

Praktikantin: Jenny, 22 Jahre jung und studiere derzeit Communication & Multimedia Design (also eigentlich mache ich irgendwas mit Medien) in Aachen. Da ich nun für mein Praxissemester in München bin, werde ich mich wohl an „Semmel“ und „bayrisches Bía“ -, was viel zu hell ist, gewöhnen müssen. Gell? Meiner Oma muss ich jeden Tag auf’s Neue erklären, dass ich eigentlich noch keine Ahnung habe, was ich mit meinem Studium anfangen soll. Ansonsten tendenziell zu spät, offen, facebook-los, oft sarkastisch - zu häufig falsch verstanden.