Nur Schall oder doch viel mehr Rauch? Wie viele junge Leute kiffen in Deutschland?

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Cannabis ist in aller Munde, dies belegt nicht zuletzt eine veröffentlichte Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2015). Demnach steigt die Anzahl der vor allem jungen Konsumenten in den vergangenen Jahren stetig. War im Jahr 2008 noch jeder siebte Mann im Alter zwischen 18 und 25 Jahre mindestens einmal im Jahr „high“ so ist 2015 bereits jeder Vierte. Das entspricht prozentual gesehen einem Anstieg von 9,1% in einem Zeitraum von sieben Jahren. Bei jungen Frauen ist eine ähnliche, jedoch schwächere Entwicklung in diese Richtung zu sehen. Der hier verzeichnete Anstieg beläuft sich auf 2,9% im gleichem Zeitraum. Dabei konsumieren 5% dieser Altersgruppe,vor allem junge Männer, Cannabis regelmäßig – Tendenz steigend. Was aber macht Kiffen immer beliebter? Welche Vor- und Nachteile bringt das Kiffer-Dasein mit sich? Ist es Zeit für die Legalisierung von Cannabis und wie sieht es dann mit dem Eigenanbau aus? Auf diese brennenden Fragen geben wir dir hier eine Antwort.
 

Soll ich`s wirklich machen oder lass ich`s lieber sein? Vor- und Nachteile des Kiffens

 
Kommen wir zunächst zu den allseits bekannten Nachteilen, die das Kiffen mit sich bringen kann. Hier wäre zunächst anzumerken, dass Cannabis aufgrund seiner entspannenden Wirkungsweise tatsächlich faul machen kann. Es ist also kein Märchen, das Kiffer eher zu den entspannten Zeitgenossen gezählt werden dürfen, Stress und Hektik vertragen sich nicht gut mit Gelassenheit und Ruhe. Dies kann im Alltagsleben, in dem unsere Umwelt bestimmte Anforderungen an uns stellt, jedoch auch zu einem Problem werden. Nämlich immer dann, wenn wir diesen Anforderungen aufgrund unseres Konsums nicht mehr gerecht werden können und so in Schwierigkeiten geraten, dabei unsere Arbeit oder Ausbildung vernachlässigen und nicht mehr aktiv am Alltagsgeschehen teilnehmen. Hier kann der biblische Leitspruch gelten: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht kiffen. Der langjährige und exzessive Gebrauch von Cannabis ist bis dato noch nicht ausreichend erforscht, es gibt aber Hinweise darauf, dass sich ein übermäßiger Konsum negativ auf die Gehirnkapazität des Einzelnen auswirken kann. Darüber hinaus kann der regelmäßige Konsum von Cannabis die Funktion des Kurzzeitgedächtnisses stören, in gerauchter und mit Tabak gemischter Form die Lunge schädigen und in seltenen Fällen psychotische Zustände, die auch einen chronischen Verlauf nehmen können, auslösen. Menschen, deren Gehirn nicht voll ausgebildet ist da sie sich noch im Wachstum befinden oder Personen mit einer instabilen Psyche ist vom Cannabiskonsum daher dringend abzuraten.

Der Konsum von Cannabis kann aber ebenso gewisse Vorteile mit sich bringen. In erster Linie ist hier wohl dessen schmerzstillende Wirkung hervorzuheben. In seiner Funktion als Schmerzmittel wird Cannabis bereits seit Tausenden von Jahren eingesetzt. Es findet unter anderem Anwendung als Analgetikum vor und nach Operationen, als Entzündungshemmer, als Mittel gegen Migräne und sonstigen Nervenschmerzen und hat einen entspannenden Einfluss auf Krämpfe jedweder Art. Neueste Erkenntnisse der Forschung im Bereich des medizinischen Marihuanas belegen auch dessen lindernde Wirkung bei Symptomen von schweren Krankheiten. Anzusprechen wären hier beispielsweise starke Krebsleiden, Parkinson oder das Tourette- Syndrom. In medizinischer Hinsicht wird besonders häufig Cannabidiol (CBD) in Form eines Extraktes eingesetzt (CBD-Öl/ Extrakt) welches aus speziellen Zuchtformen der Hanfpflanze gewonnen wird. Dieses wirkt ähnlich wie der Hauptwirkstoff von Cannabis, das Tetrahydrocannabinol (THC), klammert aber dessen psychotrope und appetitsteigernde Eigenschaften aus und eignet sich demnach für eine breitere Zielgruppe, da es sehr viel weniger unerwünschte Nebenwirkungen zeigt. Cannabidiol unterliegt in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz, kann also von einem Arzt auf einem Privatrezept verschrieben und über eine Apotheke bezogen werden. Die Kosten für diese Produkte sind jedoch so hoch, dass sie für die meisten chronisch Kranken unerschwinglich bleiben. Vielen Patienten wird der Zugang also nur durch den Selbstanbau möglich, welcher in Deutschland bisweilen jedoch strafrechtlich verfolgt werden kann. Hier bleibt abzuwägen, in welchem Maße das gesundheitliche Wohlbefinden von der Möglichkeit des Konsums abhängt. Ein weiterer Vorteil, die der Konsum von Cannabis mit sich bringt, lässt sich in dessen ausgleichender Wirkung sehen. Diese kann Stressgeplagten dabei helfen, Körper und Geist eine Auszeit zu gönnen um sich neu zu ordnen und frische Energie für anstehende Aufgaben zu tanken, die dann (nüchtern) stressfreier zu bewältigen sind.
 

Heiß debattiert: Die Legalisierung von Cannabis

 
Legalize or quit the shit? An dieser Frage scheiden sich die Geister. In den letzten Jahren wird vermehrt über die Legalisierung von Cannabis diskutiert. Beispiele wie die USA in denen seit einiger Zeit in gewissen Bundesstaaten Cannabis verkauft und teilweise auch selbst angebaut werden darf, heizen die Diskussion über eine staatliche Legalisierung auch in Deutschland an und erste Auswirkungen davon sind bereits sichtbar. Jüngst verabschiedete der deutsche Bundestag das lang debattierte Gesetz zur medizinischen Verwendung von Cannabis. Die Frage, ob eine Legalisierung von Cannabis langfristig dazu führe, dass mehr und vor allem immer jüngere Menschen Gebrauch von Marihuana machten, wird von den meisten Experten verneint. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA, insbesondere dem Bundesstaat Colorado wo das Kiffen bereits seit mehreren Jahren erlaubt ist, enthüllt eine Studie: Die Zahl der Schüler die zu Cannabis greifen, ist seit dessen Legalisierung sogar leicht rückläufig. Die Befürchtung das eine Cannabis-Legalisierung mehr junge Leute zum Konsum animiere, kann damit zumindest im Falle Colorados entkräftet werden. Wie die weitere Entwicklung dieser Debatte in Deutschland aussieht, ist allerdings ungewiss. Sicher ist das jetzt schon neue Trends gesetzt werden wie etwa die Entwicklung neuer Sorten, welche konkret nach bestimmten medizinischen Zwecken eingesetzt werden können. Ein gutes Beispiel dafür ist das bereits angesprochene Cannabidiol (CBD).

Wer dennoch nicht warten will und zum Selbstanbau übergehen möchte, sollte sich der strafrechtlichen Konsequenzen im Klaren sein. Darüber hinaus kann man sich als Konsument jedoch nur bei staatlich kontrolliertem oder selbst kontrolliertem Anbau sicher sein, dass keine gesundheitsschädlichen Pestizide, Gifte, Düngemittel oder Ähnliches bei der Aufzucht der Pflanzen verwendet wurden. Bei der richtigen Auswahl der Samen für eine eigene Anzucht hilft dir die Seite von Seeds66. Hier findest du neben einer großen Auswahl an qualitativ hochwertigem Saatgut auch Produkte wie das oben genannte CBD-Öl und Samen, die speziell zur Zucht von medizinischem Hanf verwendet werden können. Zusätzlich kannst du auf einen Blick die Verfügbarkeit des gewünschten Artikels erkennen und findest zu jedem Produkt eine detaillierte Beschreibung sowie wertvolle Informationen rund um das Thema Eigenanbau.

 

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Bildquelle: Get Budding via Unsplash cc0 Lizenz