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10 Fragen, 10 Antworten: Warum ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom?

Was macht Ökostrom eigentlich öko und kommt nicht eh immer der gleiche Strom aus der Steckdose? Florian Henle von Polarstern hat uns alle Fragen zum Thema beantwortet.

Über die letzten Jahre wurde Nachhaltigkeit und ein ökologischer Lebensstil zum Trend. Das ist auch gut so, denn wir alle können unseren Teil für eine lebenswerte Zukunft unserer Welt beisteuern. Also kaufen wir unser Gemüse nur noch auf dem regionalen Wochenmarkt. Anstelle von Burgern essen wir lieber Tofu-Schnitzel aus dem Bio-Laden und unsere Kleidung muss aus 100% Bio-Baumwolle gefertigt sein. Nachhaltiges Leben ist nicht schwer, nur eine Umstellung. Doch die einfachste Umstellung vergessen wir häufig – den Strom.

Der Atomausstieg ist beschlossene Sache. Das hat in der Zwischenzeit selbst der Einsiedler in seiner selbstgebauten Waldhütte mitbekommen. Ökostrom muss also her. Passt ja auch zum Zeitgeist. Öko-Karotten, Öko-Kleidung, Öko-Strom. Aber was macht Ökostrom eigentlich öko und kommt nicht eh immer der gleiche Strom aus der Steckdose?

ZEITjUNG will Antworten auf diese Fragen und hat sich daher mit Florian Henle unterhalten. Er ist Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers „Polarstern“ und bringt endlich ein wenig Licht in die Wirren des Strom-Business.

 

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    Was bedeutet Öko-Strom überhaupt?

    Ökostrom bezeichnet Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen stammt, sprich aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft oder auch aus Biomasse wie Pflanzen oder Klärschlamm erzeugt wird. Die Energie kommt also direkt aus der Natur. Weil die Sonne scheint und wärmt, weil Wasser fließt und eine Turbine antreibt oder weil der Wind ein Windrad dreht. Die natürliche Energie treibt eine Anlage an, so wandelt sich die Energieform und wird technisch nutzbar gemacht, zum Beispiel als elektrischer Strom.

 

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    Kommt nicht immer der gleiche Strom aus der Steckdose?

    Es kommt immer ein Strommix aus der Steckdose. Sonst müsste ja jeder Energieversorger für jeden Tarif eine eigene Stromleitung zu dir nach Hause legen. Das kann man sich am besten mit einem Seemodell vorstellen. Entscheidest du dich für Ökostrom, muss dein Energieversorger sicherstellen, dass in der Höhe deines Verbrauchs Ökostrom erzeugt wird. Dieser Ökostrom wird in das öffentliche Stromnetz geleitet, wo sich der Strom aus allen Kraftwerken mischt, wie in einem See, der mehrere Zuflüsse hat. Doch dass am Ende ein Mix aus deiner Steckdose kommt, macht nix. Denn durch deine Entscheidung für Ökostrom sorgst du dafür, dass der Anteil erneuerbar erzeugter Strom im Netz steigt. Je mehr Haushalte sich also für Ökostrom entscheiden, umso höher ist der Anteil Ökostrom im Netz.

Entscheide auch du dich für Ökostrom – mit Polarstern!

 

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    Warum sollte ich, auch wenn ich in einer WG lebe, unbedingt auf Ökostrom setzen?

    Es ist egal, wer du bist oder wie du wohnst – jeder hat mit seinen Entscheidungen, im Job genauso wie privat, viel Einfluss. Er zeigt damit, was ihm wichtig ist. Die Frage ist doch, wen unterstützt du mit deinem Geld? Wer soll durch dich als Kunde Umsatz machen, wachsen und gedeien? Indem du selbst wechselst und über Unternehmen und Produkte sprichst, die du gut findest, bewirkst du sogar noch mehr. Gerade junge Erwachsene sind oft aktive Influencer und Multiplikatoren in ihrem Freundeskreis und können so, über ihre eigene Entscheidung und Handeln hinaus, viel bewirken.

 

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    Worauf muss ich bei der Suche nach einem Öko-Stromanbieter besonders achten?

    Das kommt darauf an, was du willst. Wenn du mit deiner Entscheidung für Ökostrom den Ausbau von Öko-Kraftwerken vorantreiben und nicht nur den Status-Quo sichern willst, dann musst auf die sogenannte Zubauwirkung achten. Das heißt, dass auch für jede Kilowattstunde die verbraucht wird, ein paar Cent in den Bau neuer Kraftwerke und in Maßnahmen zur Energiewende investiert werden. Diesen Zusatz erkennst du ganz einfach: die Stromprodukte tragen entweder das „Grüner Strom“ oder das „ok power“-Label.

    Wenn dir außerdem wichtig ist, dass das einzelne Produkt kein „Feigenblatt“ ist und der Energieversorger wirklich die Energiewende mit vollem Engagement vorantreibt, musst du auch ihn anschauen. Das macht zum Beispiel alljährlich das Magazin ÖkoTest. Es prüft u. a., ob der Energieversorger auch fossile Stromtarife anbietet und ob es mit Atom- und/oder Kohlekraftwerken vernetzt ist.

    Bei Polarstern steht das alles auch in unserer Gemeinwohl-Bilanz. Darin berichten wir alle zwei Jahre für jeden nachlesbar, wer unsere Partner sind, wie sich unsere Produkte zusammensetzen und was uns in Kooperationen mit Partnern und im Verhältnis zu unseren Mitarbeitern wichtig ist. Der Bericht wird übrigens von unabhängigen Dritten geprüft und bewertet. Damit ist die Gemeinwohl-Bilanz im Vergleich zu anderen Nachhaltigkeitsberichten „allein auf weiter Flur“.

Mehr Informationen zu Polarstern als Social Business findest du hier!

 

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    Warum ist Öko-Strom nicht gleich Öko-Strom?

    Es gibt zum einen Unterschiede in den Kraftwerken und der genutzten Energiequelle, also ob es ein Wasser-, Wind- oder Solarkraftwerk ist. Zum anderen ist aber auch wichtig, wie intensiv der Betreiber Tier- und Landschaftsschutzmaßnahmen umsetzt. Wir beziehen unseren Strom beispielsweise vom Fließwasserkraftwerk Feldkirchen in Bayern. Hier wurden und werden kontinuierlich entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Strom aus dem Kraftwerk trägt daher auch das „EKOenergy“-Label. Das setzt voraus, dass der Strom aus Kraftwerken stammt, die nach der Konsultierung lokaler Umweltorganisationen vom EKOenergie-Board akzeptiert wurden.

 

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    Was sind die größten Unterschiede bei Ökostrom-Anbietern?

    Energieversorger unterscheiden sich vor allem darin, wir ehrlich sie es mit ihrem Öko-Angebot meinen. Sprich, ob sie nur Ökoenergie oder auch andere, fossile Tarife anbieten und ob sie Vernetzungen zu Kohle- und Atomkraftwerken haben. Gerade große Konzerne haben viele fossile Kraftwerke in ihrem Netzwerk. Am einfachsten ist es daher, sich die unabhängigen Ökoenergieversorger genauer anzuschauen. Also die Energieversorger, die ausschließlich Ökoenergie anbieten und zu keinem Konzern gehören.

    Und für uns bei Polarstern hört zudem ein „gemeinwohlorientiertes“ Handeln nicht beim Produkt an sich auf, es betrifft genauso unseren Umgang mit Lieferanten, Partnern, Mitarbeitern und unser ganz alltägliches Verhalten im Job.

 

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    Ihr setzt auf Wasserkraft, nicht auf Wind- oder Sonnenenergie. Warum?

    Wir schauen uns die Kraftwerkspartner genau an, bevor wir mit ihnen kooperieren. Und das Kraftwerk in Feldkirchen hat uns mit seinem Engagement und seiner Transparenz einfach sehr gut gefallen. Wir besuchen das Kraftwerk auch regelmäßig mit Kunden und Interessierten, um uns einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und noch besser zu verstehen, wie Wasserkraft funktioniert und auf was Rücksicht genommen werden muss. Den Ausbau von Solarkraft unterstützen wir aber auch, zum Beispiel über Projekte zur lokalen Energieversorgung von Mehrfamilienhäusern in Städten und Ballungsräumen und von Einfamilienhäusern. Dabei wird meist mit Solaranlagen auf Dächern Strom erzeugt und vor Ort genutzt.

 

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    Bedeutet ein höherer Preis automatisch auch grünere Energie?

    Nein, das kann man so nicht pauschal sagen. Aber im Schnitt können Ökostromangebote mit einem der beiden renommierten Label – „Grüner Strom“- und „ok power“-Label – nicht mit Billig-Ökostromangeboten mithalten. Das liegt unter anderem daran, dass solche Billigangebote oft quersubventioniert werden. Also durch klassische fossile Tarife, die diese Anbieter haben, mitgetragen werden. Hinzu kommt, dass sie keine verstärkten Maßnahmen zum Tier- und Landschaftsschutz ergreifen, genauso wenig wie Investitionen in den Ausbau der Öko-Kraftwerke.

Wie viel der Ökostrom von Polarstern für dich kosten würde, erfährst du hier!

 

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    Wie hat der beschlossene Atomausstieg die Öko-Strom-Landschaft verändert?

    Auslöser einer verstärkten Nachfrage und Angebots an Ökoenergie war nicht der Atom-Ausstieg. Vielmehr war es der Reaktorunfall in Fukushima 2011, aus dem sich der Atomausstieg quasi abgeleitet hat, aus der öffentlichen Erregung über den Super-GAU. Allerdings ist nur wenige Monate nach dem Unglück das Interesse der Deutschen an Ökoenergie wieder stark abgeflacht. Noch heute beziehen erst rund ein Fünftel aller Haushalte Ökostrom. Dabei ist Ökostrom, das die genannten strengen Kriterien erfüllt, nicht teurer, sondern oft sogar etwas günstiger als der Grundversorgertarif.

 

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    Wie aufwändig ist der Wechsel zu einem Öko-Strom-Anbieter?

    Das ist wirklich total einfach und sicher. Die kontinuierliche Stromversorgung, auch bei einem Wechsel, ist sogar gesetzlich gewährleistet. Und für den Wechsel selbst braucht es nur ein paar Angaben zu dir, deinen Namen, deine Adresse und deine Kontaktdaten, dein jährlicher Stromverbrauch – auch geschätzt möglich – sowie deine Zählernummer. Die beiden letzten Angaben findest du ganz einfach auf einer deiner letzten Stromrechnungen des bisherigen Versorgers.

Wechsle jetzt zu Ökostrom – hier findest du alle wichtigen Infos!

 

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