Zeig mir, was in deiner Tasche steckt, und ich sag dir, wer du bist!

Jason Travis Persona

Was trägst du im Alltag so alles in Handtasche, Rucksack oder Hosentasche mit dir rum? Für die meisten von uns gehört zum Überlebenskit wohl Smartphone, Schlüssel und Portemonnaie dazu. Die weibliche Schöpfung hat außerdem noch so allerlei Krimskrams wie Handcreme, Minidesinfektionsmittel und eine Tonne Kassenzettel im Täschchen rumfliegen. Je mehr, desto besser lautet die Devise. Der Inhalt der eigenen Tasche ist ziemlich persönlich, würdet ihr ihn einem völlig Fremden trotzdem zeigen?

Fotograf Jason Travis beschäftigt sich schon seit 2007 mit den Dingen fremder Leute. Er fragt: Sagt das, was wir täglich mit uns rumtragen, etwas über unsere Persönlichkeit aus? Für seine Bilderserie „Persona“ bringt er Menschen zusammen mit ihren Gegenständen auf ein Foto. Im zweigeteilten Bild, einem sogenannten Diptychon, stellt er Portraits mit niedriger Tiefenschärfe den gut sortierten Gegenständen der jeweiligen Menschen gegenüber. Damit stillt er nicht nur unseren Drang nach Symmetrie und Ordnung, sondern auch unsere natürliche Neugier. Erstaunlich ist dabei, dass unsere Erwartungen anhand des äußeren Erscheinungsbilds, dem Tascheninhalt verblüffend oft entsprechen. Der Hipster schleppt eine Polaroidkamera mit sich rum, die Omi ein Klapphandy. Dann gibt es aber auch Dinge, die einen eher überraschen: Eine Barbie, Gleitgel oder eine Pfeife. Sogar eine Waffe ist dabei.

 

Ein Schnappschuss unserer Persönlichkeit

 

Jason beweist nicht nur, dass das, was wir mit uns rumtragen, ziemlich unterschiedlich ist, sondern auch, dass es mehr über uns aussagt, als wir glauben. Jede der Taschen sei individuell gewesen, der Inhalt gleiche einem Schnappschuss ihrer Persönlichkeit, erklärt Jason gegenüber mymodernmet. Diesen Einblick, den uns der Fotograf mit seinen Bildern gewährt, ist zwar intim, aber nur von temporärer Dauer: „This project represents humanity. We’re all constantly changing and growing. This is just a slice of space time. What’s in your bag may represent something on a much larger scale“, erzählt er ZEITjUNG. Trotzdem sei jedes der Portaits für ihn immer wieder eine Überraschung, man dürfe eben keine vorschnellen Urteile fällen, berichtet er CNN: ‚That’s the lesson I’ll always take away from this, that you can never judge a book by its cover. I think everyone wants to feel like the things that they carry are worthwhile and essential“. Macht euch selbst einen Eindruck der Bilder und überprüft dabei, ob eure Erwartung der Realität entspricht!

Praktikantin: Jenny, 22 Jahre jung und studiere derzeit Communication & Multimedia Design (also eigentlich mache ich irgendwas mit Medien) in Aachen. Da ich nun für mein Praxissemester in München bin, werde ich mich wohl an „Semmel“ und „bayrisches Bía“ -, was viel zu hell ist, gewöhnen müssen. Gell? Meiner Oma muss ich jeden Tag auf’s Neue erklären, dass ich eigentlich noch keine Ahnung habe, was ich mit meinem Studium anfangen soll. Ansonsten tendenziell zu spät, offen, facebook-los, oft sarkastisch - zu häufig falsch verstanden.