IndustrieKlimaabkommenMüllNachhaltigkeitPlastikTemperaturUmweltbewusstseinWeltmeere

Gemeinsam schaffen wir’s: Allianz gegen Plastik

Die Industrie handelt jetzt und wir müssen es auch tun.

Am Kampf gegen den Plastikmüll in der Umwelt beteiligt sich jetzt auch die chemische Industrie und gründete am 16. Januar 2019 die Alliance To End Plastic Waste in London. Mit dabei sind auch die deutschen Unternehmen Henkel, BASF und Covestro. Weitere Vertreter sind Chemieproduzenten, Kunststoffhersteller, Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie, dem Handel und der Abfallwirtschaft – fast die komplette Plastikkette ist vertreten.

„Die chemische Industrie in Deutschland steht für innovative Lösungen, um den nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit Verpackungsmaterial zu stärken“, erklärt Hans Van Bylen, Präsident des Verbands der chemischen Industrien, in einer Pressemitteilung.

Ziel der Allianz ist es, gemeinsam in den nächsten fünf Jahren die unkontrollierte Entsorgung von Plastik in der Umwelt zu verringern und zu stoppen. Dazu investieren sie bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Zuerst stehen die Regionen Afrika und Asien-Pazifik im Fokus, sie sind am meisten für das Plastik in den Meeren verantwortlich. Ungefähr 90 Prozent des Plastiks in den Meeren gelangt über nur zehn Flüsse dorthin. Acht davon befinden sich in Asien, zwei in Afrika.

Plastics revolutionized the world once before. It is time for another revolution to keep plastic waste in its place.

Die Allianz möchte in den Bereichen Abfall-Infrastruktur, Innovation, Aufklärung und Reinigung viel voranbringen. Recycling, Wiederverwertung und Sammlung von Kunststoffabfällen sind wichtige Themen. Dazu arbeiten sie mit dem Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen zusammen.

Es wäre wünschenswert, dass die Allianz ihre Ziele intensiver verfolgt als es die Staaten des Pariser Abkommens tun. Darin verpflichten sich die Staaten unter anderem, den durchschnittlichen Anstieg der Erdtemperatur auf unter zwei Grad Celsius zu halten – am besten sogar bei 1,5 Grad Celsius. Der Unterschied zwischen 2 und 1,5 ist zwar erst einmal nicht groß, für kleine Inseln aber extrem entscheidend. Die sind wortwörtlich dem Untergang geweiht, wenn der Meeresspiegel in Folge der Erwärmung immer weiter ansteigt.

 

Wird es bald 1,5 Grad Celsius kälter?

 

Es ist umstritten, ob und wie wir die Klimaziele des Pariser Abkommens in nächster Zeit erreichen können. Dass wir es durchaus schaffen können, steht in einer neuen Studie aus der Fachzeitschrift Nature Communications. Allerdings nur unter einer Bedingung: Alle müssen SOFORT handeln. Grundlegend wäre dafür ein umgehender „phase out“: Jedes aktuell noch betriebene Kraftwerk, Flugzeug, Auto und jede Fabrik müsste durch eine emissionsfreie Alternative ersetzt werden, sobald deren Lebenszeit abgelaufen ist. Die legen die Autoren der Studie folgendermaßen fest: Fossiles Kraftwerk 40 Jahre, Autos 15,6 Jahre und Flugzeuge 26 Jahre. Wenn dieser phase-out erst 2030 beginnt, liegt die Wahrscheinlichkeit, das 1,5 Grad Celsius-Ziel noch zu erreichen, unter 50 Prozent.

In der Studie ist allerdings nicht berücksichtigt, dass auch die Herstellung von beispielsweise Solaranlagen Energie benötigt und Kohlendioxidemissionen ausgestoßen werden. Das gibt Chris Smith, einer der Autoren, in einem Beitrag zu bedenken.

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Unsplash unter CC0-Lizenz

Das könnte Dich auch interessieren