Reportage: 11 Minuten Freiheit
Mittlerweile ist es zehn, die U-Bahn Station ist fast leer. Die Werbebildschirme werfen ein blaues Licht auf den Bahnsteig. Es ist still und man merkt, dass es dunkel ist, obwohl man es nicht sehen kann. Auf einer Bank sitzt ein Mann, vertieft in ein Buch. „Ich lese die Morde des Herrn ABC“, erzählt er. „Von Agatha Christie.“ Neben ihm sind ein Rucksack und eine große Tasche. „Ich bin nirgendwohin unterwegs“, sagt er. „Ich bin nur hier unten, weil es oben zu kalt ist.“ Er nickt und deutet leicht auf die Isomatte, die in seinem Rucksack klemmt.
