Schokolade ohne schlechtes Gewissen – sowas gibt’s? 

Mit diesem Wissen hat jede Schokolade einen bitteren Beigeschmack. Die Bewohner*innen der Industrieländer „gönnen“ sich den Luxus und vergessen, welche Konsequenzen der eigene Konsum hat. Es gibt aber auch Alternativen, auf die wir zurückgreifen können, und so mit gutem Gewissen eine Tafel Vollmilch-Schokolade genießen können. Eine Alternative schaffen z. B. die „Tony’s Open Chain„. Firmen können sich dieser einfach anschließen und so Transparenz bieten. Woher kommt die Kakaobohne konkret? Welchen Weg hat sie hinter sich? Und vor allem, wer hat sie geerntet? Mit einem Aufpreis von 20% können Schokoladen-Unternehmen Teil der Kette werden. Dadurch wissen sie genau, von welchem Kakaobauer die verwendeten Bohnen stammen und dieser wird entsprechend bezahlt. Dabei stellen sie fünf Prinzipien auf: die Bohnen müssen rückverfolgbar sein, die Preise müssen höher sein, die Bauern müssen gestärkt werden, es müssen langfristige Zusammenarbeiten sein und zu guter Letzt braucht es eine höhere Qualität und Produktivität. Die „Tony’s Open Chain“ zeigt also, wie es gehen kann und hat sich das Ziel gesetzt, Kinderarbeit und moderne Sklaverei zu beenden.  

JOKOLADE macht es vor 

Seit Ende Januar ist die von Joko Winterscheidt gegründete „Jokolade“ jetzt erhältlich und ist als eines der ersten deutschen Unternehmen tatsächlich Teil von „Tony’s Open Chain“. Mit vier verschiedenen Sorten gibt es die Tafeln sogar im Supermarkt. Aber woher kommt die Idee, eine Schokolade zu machen? Im Interview mit Barbara Schöneberger erzählt Joko, dass der erste Gedanke ursprünglich wirklich nur über seinen Namen kam. Sechs Wochen vor dem eigentlichen Launch schaute er dann zufällig die Dokumentation „Rotten – die Schattenseiten der Lebensmittelproduktion“ und in ihm zog sich alles zusammen. Schnell wurde klar, dass die Schokolade anders gemacht werden muss als geplant. 

Joko Winterscheidt mit seiner JOKOLADE

Und auch sein Team kam zum Entschluss, die Richtung des Projekts zu ändern, nachdem sie sich die Doku selber angeschaut hatten. Nach eingehender Recherche schlossen sie sich also der Open Chain an. Und nun gibt es die vier (wirklich sehr leckeren) Tafeln im Supermarkt zu kaufen. Vielleicht ein bisschen teurer, aber dafür eben mit guten Gewissen zu genießen. Dabei weist Joko darauf hin, dass er alle fair produzierten Schokoladen unterstützen würde. Wichtig sei es eben nur, dass es sie auf dem Markt gibt. Eine Aktion mit Herzblut also und einer wichtigen Boschaft: dein Konsum hat weitreichende Folgen.  

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Bildquelle: Jokolade, Unsplash, Privat; CC0-Lizenz